Peugeot 307 (ab 2001)

Gebrauchtwagen Peugeot 307 Gebrauchtwagen Peugeot 307

Peugeot 307 (ab 2001)

— 29.07.2004

Schlechter als sein Ruf

Den Partikelfilter kennt mittlerweile wohl fast jeder. Die Qualitätsprobleme des 307 sind weniger bekannt.

Technik und Qualität

In Sachen Werbung macht den Franzosen so schnell keiner was vor. Beeindruckender als der Partikelfilter (FAP-Filter) ist das Medienspektakel rund um den rauchfreien 307. Seit Markteinführung ist der Rummel nicht verstummt, mittlerweile nimmt man sogar bei den deutschen Herstellern den Partikelfilter ernst.

Vor lauter Rußpartikeln wird indes oft vergessen, dass es andere Bauteile sind, die für Langzeitqualität sorgen. Und darüber wird an den Stammtischen wenig gesprochen. Eher schon im aktuellen AUTO BILD TÜV-Report. Und hier sind Peugeot-Modelle von Spitzenplätzen weit entfernt.

Der 806 ist in der Klasse der Ein- bis Dreijährigen sogar Mängelriese, also das schlechteste Auto dieser Altersgruppe. Für den kompakten 307 liegen noch keine TÜV-Zahlen vor, dafür ist der Wagen zu jung. Doch die Zuschriften der AUTO BILD-Leser sprechen Bände.

Antrieb und Elektrik

Nicht selten ersuchen 307-Fahrer den Kummerkasten um Hilfe. Und dabei geht es nicht nur um Kleinigkeiten wie streikende Fensterheber. Vielmehr stehen da handfeste Defekte im Mittelpunkt. Etwa Getriebeschäden, vor allem beim Diesel. Die 250 Newtonmeter Drehmoment machen dem Fahrer zwar Spaß an jeder Ampel, sämtliche Zahnräder finden die übertragenen Kräfte aber nicht so gut, antworten häufig mit einem Totalschaden.

Glück im Unglück ist es, wenn nur die Kupplung erneuert werden muss. Nicht selten sind Funktionsstörungen der Elektrik. Und die gleich von der umfangreicheren Art. Am häufigsten sind es spritzwasseranfällige Motorsteuerungen, die den Wagen gleich komplett lahm legen.

Dabei wäre mit besseren Steckverbindungen dieses Problem relativ einfach aus der Welt geschafft. Quelle häufigen Ärgers sind ebenso Bordcomputer, die mit Fehlerhinweisen nerven. Eigentlich schade, denn der Nichtraucher 307 hätte durchaus bessere Meldungen verdient.

Historie, Schwächen und Kosten

Modellgeschichte 7/01 Markteinführung des 307 mit drei und fünf Türen. Benziner: 1.6 16V (80 kW/109 PS), Diesel: 2.0 HDi (79 kW/107 PS) 10/01 Benzinmotor 2.0 16V (100 kW/136 PS) und neuer Diesel 2.0 HDi (66 kW/90 PS) 1/02 Benzinmotor (55 kW/75 PS) und 2.0 HDi (66 kW/90 PS) 03/02 Tendance serienmäßig mit Klima 4/02 Einführung von Kombi (Break) und SW 9/03 Euro-4-HDi-Diesel mit 100 kW/136 PS und FAP 11/03 1.6 HDi (80 kW/109 PS) mit Euro 4

Schwachstellen • der Partikelfilter ist qualitativ wertiger als der Rest der Abgasanlage, diese neigt bei frühen Peugeot 307 zu Rost • vor allem Stadtfahrzeuge zeigen einen erhöhten Verschleiß von Bremsscheiben und -klötzen • ebenfalls typische Stadtleiden: defekte Radlager nach unsanften Randsteinberührungen und verschlissene Spurstangenköpfe • die Bordelektrik gilt als anfällig, vor allem Wasser kann Probleme bereiten • der Antriebsstrang kann im Bereich Kupplung und Getriebe für Defekte sorgen • Turbolader-Schäden sind AUTO BILD-Lesern auch schon bestens bekannt

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Peugeot 307 1.6, 80 kW/109 PS, Baujahr 2001. In Anbetracht der zahlreichen Getriebeschäden des HDi-Diesels empfehlen wir den 1.6 Benziner (109 PS) mit fünf Türen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Es hätte ja so schön sein können: Ein sympathisches Auto in der Kompaktklasse punktet mit interessanter Technik und attraktiven Karosserievarianten. Wer will da noch Ware aus Japan oder Deutschland? Die Realität sieht anders aus: Der Peugeot 307 steht nicht selten am Straßenrand oder in der Werkstatt und sorgt für Enttäuschungen. Schade, denn der Einheitsbrei der Kompaktklasse hätte Autos wie den 307 bitter notwendig. Nur nicht in dieser Qualität." Nikolaus Eickmann, Kfz-Mechaniker und AUTO BILD-Redakteur

Modellempfehlung Peugeot 307 1.6 16V (80 kW/109 PS) Steuer/Schadstoffklasse: 108 Euro im Jahr/Euro 4 Testverbrauch: Werksangabe 7,2 Liter, gemessen 9,0 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (16/500 Euro SB): 744 Euro. Teilkasko (26/150 Euro SB): 159 Euro. Haftpflicht (14): 751 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 30.000 Kilometer, etwa 150 bis 250 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 39 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis)

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