Peugeot 307 CC

Peugeot 307 CC Peugeot 307 CC

Peugeot 307 CC

— 09.09.2003

Gut bedacht?

Als erster Hersteller baut Peugeot ein viersitziges Coupé mit einem faltbaren Blechdach. Das funktioniert toll – hat aber nicht nur Vorteile.

Kopfnussgefahr beim Einsteigen

Die Franzosen machen es uns vor. Wieder einmal. Ob Renault Espace, Scénic oder Peugeot 206 CC: Während bei uns Bedenkenträger noch mit Rechenschiebern jonglierten, sprangen unsere Nachbarn mutig in die kleinste Nische und machten Automode für Millionen. Bestes Beispiel ist der kleine Herzensbrecher 206 CC. Mit 15.000 (Januar bis Juli 2003) Verkäufen das derzeit erfolgreichste Cabrio in Deutschland.

Diesen Erfolg möchte Peugeot jetzt eine Stufe höher in der Golf-Klasse wiederholen. Erstmals zeigen die Franzosen bei einem kompakten Viersitzer, wie komfortabel sich auch hier zwei Autowelten vereinen lassen. Der 307 CC ist Coupé und Cabrio – und wirkt beim ersten Anblick so gar nicht verwandt mit seinem dreitürigen Bruder.

Das liegt zum einen an der nach hinten um 14 Zentimeter verlängerten Karosserie, zum anderen an den sehr flach geneigten A-Säulen. Sie bilden zusammen mit der längeren Windschutzscheibe fast schon eine Art Dach über den Köpfen von Fahrer und Beifahrer. Das wirkt beim Einsteigen anfänglich störend. Und kann auch wehtun. Wer nicht aufpasst, eröffnet die Cabrio-Saison mit einer Kopfnuss. Konstruktiv sei das nicht anders möglich gewesen, versichert Peugeot. Denn die beiden faltbaren Dachhälften durften eine gewisse Größe nicht überschreiten, um noch Platz im Kofferraum zu finden.

Kuschelzwang auf den hinteren Plätzen

Dort legen sich die Hälften wie eine Muschel zusammen und verringern so den Kofferraum von immerhin 350 Litern auf 204 Liter. Fürs Wochenendgepäck reicht das. Sollte mehr mit, gibt es optional eine Gepäckbrücke für den Kofferdeckel. Ansonsten bleiben als Ablage nur die Rücksitze übrig.

Für Passagiere, zumindest für Erwachsene, ist dort eh wenig Platz. Obwohl Peugeot den 307 CC als echten Viersitzer bezeichnet. Der Fahrer muss aber schon mit den Knien unterm Lenkrad hocken, damit die Passagiere hinten noch komfortabel reisen. Zudem sind die Fondplätze im Vergleich zur Limousine um fünf Zentimeter nach vorn verschoben. Nur so hatten die Ingenieure Platz für den Überrollschutz in den hinteren Kopfstützen.

Außerdem sind die hinteren Plätze nur empfehlenswert fürs Bummeltempo auf dem Boulevard. Wie in allen offenen viersitzigen Cabrios werden die Fondgäste auch im 307 CC arg durchgepustet.

4000 Euro mehr die 177-PS-Version

25 Sekunden dauert die Wandlung vom Coupé zum Cabrio. Knopfdruck genügt. Auch die vier Scheiben fahren, zentral betätigt, automatisch herab. Danke für diesen Service. Am besten lässt sich der Fortschritt allerdings an der Steifigkeit der Karosserie messen. War der bildhübsche Vorgänger 306 noch ein rechter Zappelphilipp, so strahlt der 307 CC eine auffällige Ruhe aus. Zahlreiche Versteifungen sorgen zwar für mehr Gewicht (plus 80 Kilo), lassen den Luftikus aber auch souverän über schlechte Straßen gleiten.

Nichts ächzt oder knarrt. Ab Ende Oktober startet der 307 CC zunächst mit zwei Benzinern. Ein rußgefilterter Diesel soll 2004 folgen. Der Einstieg beginnt mit dem 136 PS starken Vierzylinder. Ein leiser Vertreter seiner Zunft, der 8,2 Liter verbrauchen soll und gut mit dem leicht schaltbaren Fünfganggetriebe (Viergangautomatik kostet 1350 Euro) harmoniert. Als Spitze gibt Peugeot 207 km/h an. Auch schaltfaules Fahren nimmt der Zweilitermotor nicht krumm. Lediglich bei Überholvorgängen fehlt es etwas an Mumm.

Wer es sportlicher mag, kann für 4000 Euro mehr die 177-PS-Version ordern. 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und teillederbezogene Sportsitze inklusive. Erste Vergleichsfahrten zeigten jedoch, dass die Mehrausgabe kaum lohnt, im Alltag reicht die schwächere Version.

Leder sorgt für Wohlfühl-Aroma im Cockpit

Das Geld ist besser im Innenraum angelegt. Unser Testwagen war mit der Volllederausstattung (2300 Euro) versehen, die neben den Sitzen auch den Bezug des Armaturenbretts sowie der Türen einschließt. Zusammen mit dem Kontrast der silberfarbenen Mittelkonsole schafft dies ein luxuriöses Ambiente.

60.000 Stück will Peugeot jährlich bauen, 10.000 für Deutschland. Eine Rechnung, die leicht aufgehen sollte, zumal die deutschen Hersteller (noch) nichts Entsprechendes auffahren können. Das Astra-Cabrio basiert auf dem jetzigen Modell und hat ein Softtop, der offene Golf ist nicht vor 2005 fertig. Lediglich einer kann noch dieses Jahr dem 307 CC Paroli bieten: der Renault Mégane mit seinem klappbaren Glasdach. Na klar, ein Franzose.

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