Peugeot 307 Présence 110

Peugeot 307 Peugeot 307

Peugeot 307 Présence 110

— 22.02.2002

Die neue Größe in der Golf-Klasse

Länge läuft: 4,20 Meter 307. Peugeot setzt ein Zeichen: In der Golf-dominierten Kompaktklasse gibt es ein neues Format. In jeder Hinsicht.

Französisches Raumwunder

Konkurrenten im raubtierhaften Autogeschäft sollten zur Abwehr schon mal drohend die Zähne fletschen: Die Franzosen herrschen in Europa über einen Gesamtmarktanteil von stolzen 13,7 Prozent, fühlen sich bärenstark. 2,8 Millionen Autos verkaufte der PSA-Konzern (Peugeot und Citroën) im letzten Jahr. Der Plan für 2001: drei Millionen, hauptsächlich dank des neuen Kompaktwagens.

Damit der Prankenhieb vernichtende Wirkung entfaltet, reckt sich der 307 zu bedrohlicher Größe: Vor seiner 1,51 Meter hohen Karosse wirken Konkurrenten wie schüchterne Welpen. Ein Golf etwa bringt es nur auf 1,44 Meter. Großformat auch bei der Länge: 4,2 Meter misst der 307, gut fünf Zentimeter mehr als der Klassenstandard.

Damit trotz des mächtigen Auftritts Kraft und Gewandtheit nicht leiden, schrauben die Monteure an jeden 307 Kotflügel aus Kunststoff und eine Motorhaube aus Aluminium. Durchaus erfolgreich: Mit seinem Gewicht von rund 1,25 Tonnen (Benziner) wiegt der große Peugeot nicht mehr als kleinere Konkurrenten.

Das Ergebnis der raumgreifenden Strategie: Der Peugeot bietet eine so verschwenderische Platzfülle, dass sogar Konkurrenten der Mittelklasse ernsthaft um ihre Existenzberechtigung bangen müssen. Selbst gestandene Mannsbilder vom Typ Wildkatzen-Dompteur schrumpfen auf den Vordersitzen des so genannten Kompaktwagens zu zierlicher Gestalt. Auch breiteste Schultern kommen sich nicht ins Gehege, und das Dach schwebt luftig über den Köpfen wie das eines Zirkuszeltes. Die weit nach vorn gezogene Frontscheibe tut ein Übriges, dass auch bei Horizont-verwöhnten Abenteurern keine Platzangst aufkommt.

Intelligente Multiplex-Technik

Schöner Blick auf das Armaturenbrett: Hochwertig wirkende Materialien und gute Funktionalität lassen nicht den Verdacht aufkommen, das Auto würde im Dschungel zusammengeschustert. Im Gegenteil - manche Lösungen erinnern an germanische Detailverliebtheit: Intelligente Multiplex-Technik zum Beispiel schaltet automatisch das Abblendlicht ein, wenn die Scheibenwischer zehn Sekunden bei langsamer oder zwei Sekunden bei hoher Geschwindigkeit laufen. So pflügt der Peugeot sicherer durch strömenden Regen und reduziert das Risiko, dass die serienmäßige Sicherheitsausstattung in Aktion treten muss. Zu der gehören immerhin sechs Airbags (darunter Vorhang-Airbags für die Seiten), ESP, Bremsassistent und so genannte Spinal-Care-Sitze, die bei einem Unfall Halswirbelverletzungen verhindern sollen.

Für Komfort sorgen elektrische Fensterheber schon beim Basismodell "Présence", genau wie die Zentralverriegelung mit Fernbedienung, das Wärmeschutzglas oder der höhenverstellbare Fahrersitz. Luxuriöser geht es in den besseren Kreisen namens Esplanade, Premium und Platinum zu, die alle mit Klimaanlage ausgestattet sind; dynamischer bei Tendance und Sport.

Kompakter mit Löwenherz

Schon der Basis-Peugeot 307 Présence 110 für 28.751 Mark kann somit als Vollwert-Auto gelten, das alles bietet, was man zum automobilen Überleben braucht. Zumal die Franzosen bei den Motoren dick auftragen: Schon der kleinste Benziner mit 1,6 Liter Hubraum weckt Jagdinstinkte mit nicht weniger als 109 PS. Wer sparsamere Leistung will, muss den Diesel HDi 90 mit 90 PS wählen. Weitere Optionen: Der HDi 110 mit Partikelfilter (109 PS) und der Zweiliter-Benziner mit 136 PS.

Die 109 PS, in der Kompaktklasse einstmals für GTI-Fahrleistungen gut, sorgen im 307 eher für gemütliche denn aggressive Gangart. Der kleine Motor kommt nur zahm zur Sache, es mangelt ihm an schierer Hubraum-Muskelkraft. Trotzdem kann man mit dieser Einstiegsmotorisierung zufrieden sein: Er soll laut Werksangabe in nur 11,7 Sekunden einen Satz von null auf 100 km/h machen und erst bei 190 km/h am Ende sein.

Seine schönste Stärke: Bei niedrigen und mittleren Drehzahlen ist von der Maschine kaum etwas zu hören. Weil auch der Wind nicht viel Lärm macht, das Fahrwerk komfortabel federt und straffe Sitze den Rücken ergonomisch stützen, wird Reisen im Peugeot zur schwäbischen Entspannungsübung: Draußen nervt Hektik, drinnen herrscht Ruhe.

Aufregung allenfalls in sehr schnellen Kurven: Dann scheint der Peugeot sein Heck nicht mehr 100-prozentig unter Kontrolle zu haben. Ob sich hier eine Fahrwerksschwäche à la 206 andeutet, kann erst ein Test endgültig klären. Bis dahin gilt: Der 307 hat das Zeug zum Löwen unter den Kompakten.

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