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Peugeot 308: Kaufberatung

— 17.12.2013

Auf Beutezug

Neue Plattform, neue Formensprache, neue Motoren – eine neue Chance für Peugeot. Der krisengebeutelte Autobauer lässt mit der zweiten 308-Generation einen hungrigen Jäger von der Leine, der im Revier von Golf & Co. wildert.

Das wurde auch Zeit. Nach miesen Verkaufszahlen, drastischem Stellenabbau und folglich schlechter Stimmung im Konzern weht mit dem neuen 308 nun frischer Wind ins Haus. Günstiger, besser und selbstbewusster als der Vorgänger geht der 308 seit 21. September in Deutschland auf Kundenfang. Die Ausbeute sollte reichlich geraten, denn bislang gehören Peugeots Kompakte im Hoheitsgebiet des Golf aufgrund mangelnder Zuverlässigkeit und Qualität nicht gerade zu den Bestsellern – und das ist noch schmeichelhaft ausgedrückt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres belegte der 308 in der Zulassungsstatistik der Kompaktwagen lediglich Rang 16 mit knapp 6000 verkauften Exemplaren. Kia cee'd, Hyundai i30, Toyota Auris und sogar Dacia Sandero landeten weit davor, fanden jeweils gut die doppelte Anzahl Käufer. Doch mit dem Abwärtstrend soll jetzt Schluss sein.

Peugeot hat sämtliche Register gezogen und den 308 radikal verändert. So basiert er jetzt auf einer komplett neuen Plattform namens EMP2 (Efficient Modular Platform 2), die Citroën bereits im Juni mit der dritten Generation des C4 Picasso eingeführt hat. Sie soll – analog zum modularen Querbaukasten von VW – eine kostengünstige Produktion über alle Baureihen des PSA-Konzerns ermöglichen. Zudem macht sie den 308 70 Kilogramm leichter. Die gleiche Ersparnis bringt noch einmal der Einsatz von Leichtbaumaterialien beim Aufbau. So sind etwa die vorderen Kotflügel und die Motorhaube aus Aluminium gefertigt. Doch auch im Umfang hat der Franzose aufgrund der neuen Plattform abgespeckt. Mit 4,25 Metern misst er nun gut zwei Zentimeter weniger als der Vorgänger und ist zudem vier Zentimeter flacher. Gleichzeitig fallen die Überhänge vorn und hinten kürzer aus. In Verbindung mit einer völlig ebenen Unterbodenverkleidung und einem gecleanten Design wird so der Luftwiderstand reduziert.

Ausreichend Platz trotz geschrumpfter Außenmaße

Kürzer, flacher, leichter: Peugeot hat den 308 radikal verändert.

Die typische Hakennase an der bisher eher spitzen Front entfällt. Der Grill ist geschrumpft und wird von markanten Scheinwerfern – in der Topausstattung sogar in LED-Technik – eingefasst. Zudem setzen, der aktuellen Mode folgend, einige prägnante Sicken Akzente. Mehr aber auch nicht, denn Peugeot hat sich vom verspielten, zierlichen Design des vorangegangenen 308 losgesagt und setzt nunmehr auf ein puristisches und kraftvolles Gewand. Äußerst elegant umgesetzt hat dieses der deutsche Designer Thomas Roehm, der zuvor schon diversen Citroën- und Mercedes-Modellen ihre Form gab. Trotz geschrumpfter Außenmaße bietet der ausschließlich als Fünftürer angebotene 308 ausreichend Platz für seine Passagiere. Beinfreiheit und Raumangebot in der Loge sind großzügig – besonders auf der Beifahrerseite, wo das Handschuhfach tief nach unten gezogen ist.

Auch die Sitze haben komfortable Ausmaße, dürften aber etwas weicher gepolstert sein. Das Platzangebot im Fond ist dagegen weniger fürstlich. Größere Personen haben's schwer: Die Kopfstützen lassen sich nicht weit genug ausfahren, und auch die Beinfreiheit fällt im Vergleich zur Konkurrenz dürftig aus. Dafür hat Peugeot beim Kofferraumvolumen ordentlich draufgepackt. Mit 420 Litern fasst der 308 im Normalzustand 40 Liter mehr als der Golf – eine Hausnummer in dem Segment. Allerdings entsteht beim Umklappen der Rückbank eine Kante im Frachtraum. Nicht ideal, aber immerhin passen so bis zu 1228 Liter ins Heckabteil. Punkten kann auch das übersichtliche Cockpit mit dem Peugeot-typisch kleinen Lenkrad. Darüber angeordnet sind Drehzahlmesser, Tacho und Multifunktionsdisplay.

Die Verarbeitung überzeugt voll und ganz

Blick in den Innenraum: Das Cockpit ist übersichtlich, die Verarbeitung überzeugt.

Positiv: Egal wie groß der Fahrer ist, dank serienmäßiger Höhenjustierung des Sitzes und großem Einstellbereich des Lenkrads verdeckt der Kranz nie die Anzeigen. Ungewöhnlich sind allerdings die sich spiegelbildlich drehenden Zeiger. So wandert die Nadel des Tourenmessers gegen den Uhrzeigersinn, was laut Peugeot das Ablesen erleichtern soll. Wir merken davon nichts, empfinden die konträre Anordnung aber auch nicht als störend – allenfalls als gewöhnungsbedürftig. Schade jedoch, dass Peugeot die Informationen des Bordcomputers nicht im eben erwähnten Display zwischen den Rundinstrumenten ausgeben lässt, sondern ab der Ausstattung Active über den 9,7-Zoll-Farbtouchscreen. Zwar ist dieser in der Mittelkonsole weit oben und damit im günstigen Blickwinkel für den Fahrer positioniert, doch geriet die Bedienung aufgrund der komplexen Menüstruktur umständlich. Grund: Das große Berührungsfeld vereint sämtliche Funktionen vom Audio- und Navigationssystem über die Klimaanlage bis zur Bluetooth-Steuerung. Somit sind teils mehrere Schritte notwendig, um an die gewünschte Information zu gelangen. Und weil das mangels erhabener Tasten nur wenig intuitiv erfolgen kann, muss der Fahrer den Blick von der Straße wenden.

Die Verarbeitung überzeugt indes voll und ganz. Nichts klappert, nichts knarzt. Zudem zeigen weich unterschäumte Kunststoffe und hochwertige Schalter den Aufwärtstrend, der sich bei den Ausstattungen fortsetzt. So gibt es für den 308 erstmals ein Sicherheitspaket mit adaptiver Geschwindigkeitsregelung, Frontkollisionswarner und Notbremsfunktion (450 Euro bei Allure) sowie einen Totwinkelassistenten (250 Euro bei Allure). Auch eine Rückfahrkamera ist jetzt ab Active verfügbar. Das entsprechende Paket mit elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, akustischer und visueller Einparkhilfe vorn und hinten, Navigationssystem Plus und Nebelscheinwerfern kostet 1150 Euro. Wer das in Betracht zieht, sollte gleich überlegen, zur 1850 Euro teureren Allure-Version zu greifen, denn hier sind zusätzlich dynamisch designte Sitze, Durchladeklappe im Fond und LED-Scheinwerfer Serie. Unserer Meinung nach erfüllt jedoch ein reiner Active-308 mit Radio, Zwei-Zonen-Klima, Multifunktionslederlenkrad und Leichtmetallrädern die meisten Ansprüche.

Mit dem stärksten Benziner macht das Fahren Spaß

Der 1.6 THP mit 156 PS ist derzeit die stärkste Variante des Peugeot 308.

Zudem kompensieren hintere Parkpiepser den Nachteil, dass die breite C-Säule und das schmale Heckfenster die Sicht einschränken. So lässt sich der 308 leicht in Parklücken rangieren und beweist mit kleinem Wendekreis sowohl in der Stadt als auch auf kurvigen Landstraßen Handlichkeit. Agil wieselt er ums Eck, reagiert präzise auf jeden Lenkeinschlag und rückt den Fahrer gefühlt näher an die Straße – dem kleinen Volant und weniger Kilos auf den Rippen sei Dank. Dabei federt er die meisten Unebenheiten lässig weg, ohne die Insassen nachdrücklich von ihnen in Kenntnis zu setzen. Einzig auf kurzen Wellen reagiert er etwas unsensibel und poltrig, doch den mäßigen Fahrkomfort vergangener Tage haben die Ingenieure merklich verbessert. So macht das Fahren Spaß – vor allem in Kombination mit dem derzeit stärksten Benziner. Der 1,6-Liter-Turbo leistet 156 PS und muntere 240 Newtonmeter, die bereits bei 1400 Touren anliegen. Damit stürmt er aus dem Drehzahlkeller willig voran, beschleunigt den 308 in 9,3 Sekunden auf Tempo 100 und meistert so auch kurz entschlossene Überholmanöver, ohne Schweißperlen auf der Stirn hervorzurufen.
Preise Peugeot 308 (Fünftürer)
Access Active Allure
Benzinversionen
1.2 VTi (82 PS) 16.450 Euro 18.450 Euro -
1.6 THP (125 PS) 18.850 Euro 20.850 Euro 22.700 Euro
1.6 THP (156 PS) - - 24.300 Euro
Dieselversionen
1.6 HDi (92 PS) 19.550 Euro 21.550 Euro -
1.6 HDi (115 PS) 20.750 Euro 22.750 Euro 24.600 Euro
Manko: Das Aggregat gibt es nur in Verbindung mit der Allure-Ausstattung. Deshalb bietet Peugeot den gleichen Motor auch mit 125 PS und 40 Newtonmetern weniger an – dann auch als Active. Er tritt ebenso kultiviert und leise an wie sein großer Bruder, nur nicht ganz so forsch. Durchzug und der Topspeed von 203 km/h reichen aber locker aus, um auf der Autobahn zügig voranzukommen. Dazu passt die leichtgängige Sechsgangschaltung, deren Gänge präzise durch die Gassen flutschen. Davon besitzt der 1,2-Liter-Basisbenziner nur fünf; entsprechend lang ist der höchste Gang übersetzt. Mit 82 PS und 118 Newtonmeter Drehmoment bei 2750 Umdrehungen beschleunigt das Dreizylinder-Saugmotörchen leicht brummig, gefällt aber mit gleichmäßigem Ansprechverhalten. Für die Stadt reicht das Temperament allemal, für ausgedehntere Touren empfehlen wir indes die Turbobenziner oder einen der Diesel. Von denen führt Peugeot aktuell zwei im Angebot; die sind gut gedämmt und agieren wie die Benziner entsprechend leise. Das kleinere Aggregat schöpft 92 PS aus 1,6 Liter Hubraum und wirkt vor allem im unteren Drehzahlbereich recht munter. Zugeschnürt gibt sich der Vierzylinder dagegen bei nachdrücklicherer Leistungsabfrage. Hier geht der Selbstzünder mit 40 Newtonmetern mehr, zusätzlichen 23 PS und sechstem Gang energischer ans Werk. Er schnurrt eifrig, spurtet schneller, gibt sich geschmeidiger und schluckt dabei nicht mehr als die 92-PS-Variante. Das serienmäßige Start-Stopp-System hilft, einen Normverbrauch von 3,8 Litern zu erreichen. Noch weniger sollen die umweltfreundlichen Blue HDi-Versionen verbrauchen, die im nächsten Jahr eingeführt werden – darunter ein 1,6- Liter-Diesel mit 120 PS, der sich laut Peugeot mit 3,1 Litern im Durchschnitt begnügen soll und es analog dazu bei 82 Gramm CO2 pro Kilometer bewenden lässt. Daneben werden ein 150 PS leistender 2,0-Liter-Selbstzünder sowie ein neuer 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 110 und 130 PS debütieren. Die stärksten Versionen sind dann jeweils mit einer Sechsstufen-Wandlerautomatik kombinierbar. Wer nicht selbst schalten möchte, muss sich also noch gedulden. Die neuen Motoren, die allesamt die Euro-6-Norm erfüllen, dürften mit der Kombiversion im Frühjahr 2014 vorgestellt werden. Dann setzt Peugeot seinen Beutezug fort.

Weitere Infos zum Peugeot 308 finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Alle Infos zum Peugeot 308

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Kaufberatung: Peugeot 308

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Peugeot 308

Veröffentlicht:

25.10.2013

Preis:

2,00 €



Autor:

Julia Winkler

Fazit

Der 308 hat sich zu einer ernsthaften Alternative entwickelt. Nicht nur äußerlich ist er gereift, er bietet auch ein komfortabel abgestimmtes Fahrwerk mit Hang zur Sportlichkeit. Der 125 PS starke Turbobenziner und die Active-Ausstattung machen den Franzosen zu einem soliden Allrounder, der mit guter Qualität zum vergleichsweise günstigen Preis aufwartet. Unser Tipp!

Stichworte:

Kompaktklasse

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