Peugeot 406 Coupé (ab 1997)

Gebrauchtwagen Peugeot 406 Coupé Gebrauchtwagen Peugeot 406 Coupé

Peugeot 406 Coupé (ab 1997)

— 28.01.2004

Der Franzosen-Ferrari

Ein Design wie aus Maranello: Mit eleganter Linie und guter Qualität ist das Peugeot 406 Coupé auf dem besten Weg zum Klassiker.

Karosserie und Marktlage

Erst eine gepflegte Garage, später ein Parkplatz im Freien, dann ein viel zu frühes Ende an einem Baumstamm: Der Lebenslauf eines Coupés in der Mittelklasse ist berechenbar. Das Peugeot 406 Coupé hat gute Chancen, diesem Schicksal zu entkommen. Es gilt als gesucht, die Autos am Markt hinterlassen meist einen gepflegten Eindruck.

Gefragt sind nicht Spoiler und Spurverbreiterung, vielmehr verlangt der Markt auffallend oft nach einem HDi-Diesel mit 133 PS und 314 Newtonmetern. Pininfarina-Styling plus Diesel ist für Peugeot ein Erfolgsrezept. Immerhin beträgt der Selbstzünder-Marktanteil mehr als 60 Prozent. Wer den Heizöl-Ferrari will, sollte mindestens 19.300 Euro in die Hand nehmen – und vor allem schnell sein.

Für gute Autos werden gern auch mal ein paar Euro auf den Listenpreis gepackt, doch dafür gibt es einen Sportwagen mit Sammler-Potenzial. Klassiker-Status hatte bereits das 504 Coupé, das leider vollkommen aus dem Alltag gerostet ist und das heute neben Karl Auto wohl nur noch wenige Kenner auf dem Zettel haben. In diesem Punkt ist der 406 zwar wesentlich besser als sein Ahne, Kantenrost war aber auch an unserem Testwagen zu sehen. Ein echter Rost-Klassiker ist bei vielen Autos aus Frankreich der Auspuff, auch der 406 blieb von dieser Neigung nicht verschont.

Motor und Qualität

Nach drei Jahren sieht das Coupé nicht nur wie ein Ferrari aus, es klingt auch so. Die Lebensdauer der Bremsen kann nur schwer geschätzt werden. Stieg der Vorbesitzer gern und kräftig in die Brembo-Eisen, sind rasch neue Scheiben und Klötze fällig. Bei einem 2.2 HDi aus 2001 wechseln für beide Achsen etwa 600 Euro ihren Besitzer. Dafür wir echte Top-Verzögerung geliefert, denn die Bremsanlage erntete bei unseren Testern stets Anerkennung.

Bleibt nur ein Kritikpunkt: der Ölverlust am Antriebsstrang. Mal davon abgesehen, dass Öl der Grundwasserqualität nicht gerade bekömmlich ist, schadet ein Fleck am sauberen Tiefgaragenboden der Optik und ein Mangel-Eintrag des TÜV eventuell dem Wiederverkauf. Unterm Strich aber ist das 406 Coupé ein Typ, den wir gerne empfehlen.

Die Motor-Wahl entscheidet meist die Vernunft. Der Sechszylinder-Benziner mit 191 oder 207 PS mag zwar imagemäßig gut zum Coupé passen, wesentlich günstiger sind aber die Vierzylinder mit 132 oder 135 PS. Die Ausstattung war serienmäßig sehr komplett, wir empfehlen daher eine Funktionsprobe aller elektrischen Spielzeuge. Was bringt ein E-Schiebedach, wenn die Luke für immer verschlossen bleibt?

Die Verarbeitung war bei allen beobachteten Fahrzeugen zufrieden stellend, die Sitze wirken nach mehreren Jahren nicht durchgesessen. Die Innenraum-Materialien haben Nehmerqualitäten, das Leder in der Top-Ausstattung "Platinum" fühlt sich selbst nach 80.000 km edel an. Eine schlechte Wahl ist das 406 Coupé also keineswegs. Wer sein Fahrzeug pflegt, wird später keine Probleme beim Wiederverkauf haben. Von welchem großen Franzosen kann man das schon behaupten ...?

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 7/97 Das Coupé kommt als drittes Mitglied der 406-Familie. Motoren: 132 PS (2.0i 16V) und 191 PS (3.0i V6) 5/99 Der 2.0i 16V bekommt 135 PS, die neue Top-Ausstattung heißt "Platin" mit serienmäßigem Tempomat 1/00 Der 3.0i V6 bekommt 207 PS, der 2.0i 16V wird 1 PS kräftiger 3/01 Ein moderner Diesel wandert ins Coupé: der 2.2 HDi mit Common-Rail-Einspritzung und 133 PS

Schwachstellen • Rost am Auspuff ist meist schon nach drei Jahren sichtbar, ebenso machen sich die braunen Spuren am Rand von Blechkanten und Bohrlöchern breit • die Elektrik spielte schon vielen 406-Besitzern einen Streich, die Fehlersuche ist für Profis oft sehr schwierig und entsprechend teuer • Ölverlust ist für Motor und Getriebe ein Thema, ebenso lecken vereinzelt die Spritleitungen • die Bremsscheiben sind ein wenig haltbarer Verschleißartikel, auch die Klötze sind bei sportlicher Fahrweise oder häufigem Stadtverkehr relativ rasch abgenutzt

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Peugeot 406 Coupé 2.2 HDi, 98 kW/133 PS, Baujahr 2001. Wartungsfreundlich ist das Coupé nicht besonders; ein Motortausch dauert 18 Stunden. Auch die Ersatzteilpreise erinnern eher an Ferrari.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Rost an tragenden Teilen ist für das Peugeot 406 Coupé kein Problem, ebenso bereiten Hinterachse, Lenkungsspiel und die beiden Antriebswellen nur selten Sorgen. An der Beleuchtungsanlage kritisieren wir die Funktion der Scheinwerfer. Den Zustand der Bremsscheiben monieren unsere Prüfer im Rahmen der Hauptuntersuchung bei allen Prüf-Jahrgängen, darüber hinaus wirkt die Feststellbremse des 406 sehr häufig nur einseitig." Werner Lyrmann, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Peugeot 406 Coupé 2.2 HDi (98 kW/133 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 340 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: Werksangabe 6,4 Liter, gemessen 6,9 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (30/500 Euro SB): 1990 Euro. Teilkasko (35/150 Euro SB): 396 Euro. Haftpflicht (20): 1106 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 20.000 Kilometer, etwa 270 bis 400 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 35 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis)

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