Peugeot 607 (ab 2000)

Gebrauchtwagen Peugeot 607 Gebrauchtwagen Peugeot 607

Peugeot 607 (ab 2000)

— 28.09.2004

Das große Schnäppchen

Wertverlust – des einen Leid, des anderen Freud. Beim 607 freuen sich die Gebrauchtkäufer darüber. Mit gutem Grund.

Technik und Abgasanlage

Man muß die Franzosen bewundern: Seit Jahrzehnten schieben sie eine Oberklasselimousine nach der anderen auf den Markt, ohne je einen Stich gegen Audi, BMW und Mercedes zu landen. Mit dem 607 sah sich Peugeot ab 2001 allerdings erstmals in der Vorreiterrolle – dank Rußfilter. Der FAP-Filter war der erste seiner Art und gab den Anstoß zu einer bis heute andauernden Diskussion.

Nur noch 0,002 Gramm Ruß (Heft 47/00) kommen pro Kilometer aus dem Auspuff des 607 HDi, so gut wie gar nichts. Böse Zungen unter heimischen Dieselentwicklern behaupten allerdings, der Filter sei eine Notlösung für Peugeot gewesen – ohne hätte der HDi nicht mal die Euro-3-Norm geschafft. Die aber war bei Einführung des 607 Ende 2000 bereits Bedingung für die Zulassung, also mußte Peugeot sich etwas einfallen lassen.

Dem Gebrauchtwagenkunden können diese Zweifel schnuppe sein, er kann sich auf problemlose Filterwirkung verlassen – ohne große Zusatzkosten. Denn der Austausch des Filters alle 80.000 Kilometer (ab Baujahr 11/02: 120.000 km) ist kostenlos, nur für das Auffüllen des Additivs werden etwa 90 Euro fällig.

Motor und Elektrik

Alle 160.000 Kilometer kommt dann beim HDi ein Zahnriemenwechsel dazu, der allerdings satte 400 Euro kostet. Mitunter wird jedoch schon vorher eine teilweise Zerlegung des Triebwerks erforderlich. Im AUTO BILD-Kummerkasten sind einige Fälle von durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen beim HDi hinterlegt. Was rein statistisch betrachtet übrigens nicht heißen muß, daß die Benziner wesentlich zuverlässiger sind.

Schließlich entfallen beim 607 rund 80 Prozent der Zulassungen auf den Diesel, und auch gebraucht ist der HDi wesentlich gefragter. Das wird an dem für einen großen Franzosen moderaten Wertverlust von 42 Prozent nach drei Jahren und 74.000 Kilometern deutlich – ein V6-Benziner verliert hier exakt 50 Prozent, ist also das noch größere Schnäppchen.

Unabhängig von der Motorisierung treten beim 607 allerdings manchmal lästige Störungen auf. Die frühzeitig klappernde Vorderachse gehört dazu, defekte Antriebswellen und – wie könnte es bei einem neuen Fahrzeug auch anders sein – die Elektronik. Da spinnen manchmal die Sensoren, meist mit weitreichenden Folgen. Denn wenn der Außentemperaturfühler im Winter 30 Grad plus meldet, dann werden die nicht nur im Armaturenbrett angezeigt, sondern auch der Klimaanlage gemeldet – die sofort zu kühlen beginnt.

In die gleiche Rubrik gehören Störungen an Zentralverriegelung oder Fensterhebern, die von einem zentralen Steuergerät in der Bordelektronik beaufsichtigt werden. Ein kleiner Fehler an irgendeinem Mikroschalter, und die ganze Anlage schaltet auf stur. Allerdings betreffen solche Problemchen zunehmend auch die deutschen Premiumhersteller. Warum also nicht mal zum sauberen, preiswerten, großen Schnäppchen greifen?

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 9/00 Einführung der viertürigen Stufenhecklimousine als Nachfolger des 605. ABS, ESP, sechs Airbags und Klimaautomatik serienmäßig. 2,3-l-Vierzylinder (158 PS), 3,0-l-V6 (207 PS) oder 2,2-l-Turbodiesel-Direkteinspritzer (133 PS) mit serienmäßigem Rußfilter. Zwei Ausstattungsvarianten: Basis und Privilège 2/02 Zusätzliche, noch luxuriösere Ausstattung Platinum 7/03 acht Airbags Serie 7/04 Neue Spitzenausstattung Platinum Reference

Schwachstellen • Auspuffanlage ist weitgehend rostfrei, neigt aber gelegentlich zum Klappern wegen lockerer Hitzeschutzbleche oder Verbindungsflansche • Elektronik ist reichlich verbaut im 607, entsprechend steigt auch das Störungsrisiko. So können nässeempfindliche Temperaturgeber die Regelung der Klimaautomatik stören, das Multifunktionsdisplay zeigt mitunter dummes Zeug an, und es ist nicht immer gewährleistet, daß die vielen Komfortextras wie Fensterheber oder Sitzverstellung tatsächlich funktionieren • Bremsanlage zeigt hohen Verschleiß und hat eine Neigung zu Quietschgeräuschen – letztere vor allem von der Hinterachse • Zylinderkopfdichtungen der HDi-Motoren brennt ab und zu durch

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Peugeot 607 2.2 HDi, 98 kW/133 PS, Baujahr 2001. Für ein Oberklassefahrzeug sind die Preise erträglich, der Diesel ist gar der preiswerteste unter den 607- Motoren – der 2,2-l-Benziner kommt auf 6055 Euro.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Mit dem 607 HDi zeigt uns Peugeot seit vier Jahren, daß der Rußfilter im Diesel auch in der Praxis funktioniert. Schön wäre es, würde auch die übrige Technik so fehlerfrei arbeiten. Aber die Elektronik ist zickig, Motoren und Getriebe haben einen Hang zu Ölverlust, und die Bremsanlage zeigt jede Verzögerung auch akustisch an. Hinzu kommt, daß der 607 im Alltag gewöhnungsbedürftig ist: Sein Wendekreis mißt weite zwölf Meter, und das schicke Coupé-Heck stört den Durchblick nach hinten." Hendrik Dieckmann, Auto-Bild-Autor und Kfz-Mechaniker

Modellempfehlung Peugeot 607 2.2 HDi (98 kW/133 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 339 Euro im Jahr/Euro 3 Testverbrauch: 7,2 Liter. Werksangabe: 6,7 Liter (Diesel) Versicherung: Vollkasko (26/500 Euro SB): 1657 Euro. Teilkasko (34/150 Euro SB): 345 Euro. Haftpflicht (19): 1042 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 20.000 Kilometer, etwa 200 bis 450 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 42 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2000 Euro Verlust

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