Peugeot RCZ für 24h-Rennen: Roll-Out

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Peugeot RCZ für 24h-Rennen: Roll-Out

— 11.05.2010

Neuer RCZ im Rennanzug

In nur acht Monaten hat Peugeot die Serienversion des RCZ zum Langstrecken-Rennwagen umgebaut. AUTO BILD-Testfahrer Henning Klipp ist mit dem Diesel-Coupé beim 24h-Rennen am Nürburging im Einsatz.

Paris, im September 2009. In der französischen Hauptstadt ging ein milder Sommertag zu Ende, am Seine-Ufer drängelten sich Touristen und Verliebte, der Feierabendverkehr hupte sich durch die Straßen. Also alles wie immer, keine besonderen Vorkommnisse. Das dachte wohl auch Jean Philippe Peugeot, führendes Mitglied des Peugeot-Familien-Clans, als er sich mit einigen Rennfahrern und Freunden zum Abendessen traf. Doch Wein und Stimmung waren gut. Sehr gut sogar. Und so entstand zu vorgerückter Stunde die Idee, den neuen RCZ 2010 beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring einzusetzen. Eigentlich kein Problem – Peugeot besitzt ja Erfahrung im Langstreckensport. Doch bis zum Rennen in der Grünen Hölle blieben zu diesem Zeitpunkt nur noch gut acht Monate. Und was an jenem Abend im September noch kinderleicht aussah, stellte sich plötzlich als größeres Problem heraus.

Im Überblick: News und Tests zum Peugeot RCZ

In nur acht Monaten hat die Peugeot-Truppe aus dem Serienauto einen Langstreckenrenner gemacht.

Da jedoch ein Peugeot-Nachfahre an der Idee beteiligt war, gab es kein Zurück. Das Ziel war klar: Praktisch über Nacht mussten zwei langstreckentaugliche Rennautos aufgebaut werden. Um Zeit und Aufwand gering zu halten, sollte ein möglichst seriennahes Fahrzeug entstehen. Deshalb entschied man sich für die Diesel-Variante des RCZ. Durch Umbauten der Einspritzanlage, verbesserte Motorsoftware und einem Garret-Turbolader mit 0,3 Bar höherem Ladedruck stieg die Leistung des Vierzylinders von 163 auf ordentliche 200 PS. Fahrwerk und Federung wurden mit Teilen aus dem reichhaltigen Peugeot Sport Programm ergänzt. So gestaltete sich der Winter für das 35-köpfige Entwicklungsteam in Belchamp zwar lang, aber ganz bestimmt nicht langweilig.

Dank höherem Ladedruck und geänderter Motorsteuerung liegt die Leistung des RCZ-Diesels jetzt bei 200 PS.

Ein Prototyp absolvierte bereits Anfang Januar seine Testrunden, das erste richtige Roll-Out fand aber erst am 16.04.2010 in Belchamp statt. Die Vorstellung gelang und man machte sich daran das zweite Rennauto zu komplettieren. Entstanden sind zwei Sportler im Maßanzug. Gut eine Woche vor Start konnten sich  das französische und das deutsche Team auf der Rennstrecke von Magny-Cours mit den Fahrzeugen vertraut machen. Mit dabei: AUTO BILD-Testfahrer Henning Klipp, der zum Aufgebot des deutschen 24h-Teams von Peugeot gehört. 

Bei der ersten gemeinsamen Ausfahrt zeigte sich, dass die französischen Ingenieure in der kurzen Zeit hervorragende Arbeit geleistet haben. Der RCZ liegt satt auf der Piste und zeigt dabei ein neutral untersteuerndes Fahrverhalten. Das auf 400 Newtonmeter erhöhte Drehmoment hat mit den gut 1100 Kilogramm Leergewicht leichtes Spiel. Probleme könnte höchstens das serienmäßige Sechsganggetriebe machen, das eigentlich nur für maximal 380 Newtonmeter ausgelegt ist. Es ist also viel Schaltarbeit nötig, um die Kraft möglichst im optimalen Drehzahlbereich zu halten und das Getriebe zu schonen. Damit sich die zusätzliche Power nicht nur in Rauch auflöst, haben die Entwickler ein Torsen-Sperrdifferential mit eingebaut. Die direkte Lenkung und eine ABS-freie Brembo Bremse lassen im Renn-Coupé endgültig Gokart-Gefühle aufkommen.

Autor: Henning Klipp

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