Peugeot RCZ R: Fahrbericht

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Peugeot RCZ R: Fahrbericht

— 19.11.2013

So fährt der Peugeot RCZ R

Sein elegantes Design macht den Peugeot RCZ zum Dandy der Coupés. Als R-Version wird der Franzose zum Sportler mit Alltagsqualitäten. Hier unser Fahrbericht!

Riesige Räder, breitere Radhäuser, ein fester Heckspoiler. Und ja, so ziemlich überall wo Platz ist, prangt auf dem Peugeot RCZ R das rote R, das für Racing steht. Wie bei einem Rennwagen fällt allerdings auch der Spalt zwischen Frontend und Radlauf aus. Piëch würde ausrasten. Doch der Charakter des Peugeot RCZ R wird nicht durch Äußerlichkeiten geprägt. Denn unter der Haube sitzt ein bissiges Vierzylinder-Triebwerk, das es in sich hat. Aus nur 1,6 Liter Hubraum kitzelten die Entwickler um Chefentwickler Thierry Chauvet 270 PS bei 6000/min und einem Drehmoment von 330 Nm, das bereits ab 1900/min anliegt.

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Riesige Räder, breitere Radhäuser, ein fester Heckspoiler: Der R zeigt Sportsgeist pur.

Chauvet hat für diesen Motor gekämpft. Denn der ist teuer. Es gibt nur noch wenig Gemeinsamkeiten mit dem 1,6-Liter-Aggregat aus der BMW-Kooperation, das als Basis diente. Die Kolben stammen von Mahle Motorsport – werden wie die für Formel-1-Motoren aus einer speziellen Alulegierung gefertigt. "Das kostet fünfmal so viel wie normal", verrät Chauvet. Und das gilt auch für die für höhere Zylinderdrücke ausgelegten Pleuel mit polymerbeschichteten Lagerschalen, die von Mahle grad erst patentiert wurden und im RCZ R erstmals zum Einsatz kommen. Jeder Motorblock wird vor der Feinbearbeitung einer spezifischen Wärmebehandlung unterzogen.

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Rote Ziernähte, wohin man schaut. Die Sportsitze sind hervorragend.

Neben diesen Zutaten steckt im Motor mit dem kryptischen Kürzel EP6CDTR auch das Know-how der Ingenieure von Peugeot Motorsport. Die Produktion ist teilautomatisiert, verschlingt, weil viel Handarbeit in jedem Exemplar steckt, mehr als doppelt so viel Zeit wie üblich. Trotz der extrem hohen Leistungsausbeute verspricht Chauvet, dass der Motor anderen Sportmotoren in puncto Haltbarkeit weit überlegen ist: "Diese Motoren halten 200.000 Kilometer und mehr"! Knapp 170 PS pro Liter sorgen für vehementen Vortrieb des 1280 Kilo schweren Coupés: 5,9 Sekunden versprechen die Franzosen für den Sprint auf 100 km/h, 14,2 Sekunden für 400 Meter aus dem Stand. Dank Torsen-Differenzial kann die Leistung relativ gut und ohne allzu nerviges Zerren in Leistung umgesetzt werden.

17 Liter unter Volllast

Das R-Logo der Sportversion wird großzügig außen und innen verteilt.

Was ebenfalls beeindruckt: fühlbar kurze 6,8 Sekunden für den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h im höchsten Gang! "GT-Style" nennt das Motorenentwickler Chauvet. Genau so viel Spaß macht es natürlich, runter und dann zügig durchzuschalten, die Nadel dabei bis zum roten Bereich zu treiben. Der in den Innenraum geleitete Sound erinnert dabei ein wenig an den Klang von vorbeirasenden Rallyeautos. Nervt aber nicht. Bei Volllast, so das Ergebnis von Tests der Entwickler, sollen 16 bis 17 Liter fließen. Und damit rund zwei weniger als bei Wettbewerbsmodellen mit vergleichbarer Leistung. Ein positiver Effekt des niedrigen Verdichtungsverhältnisses von 9,2. Um den im Vergleich zum Basisaggregat sogar niedrigen (Papier-)Verbrauch von 6,3 Liter erreichen zu können, tricksten die Entwickler kreativ. Im zweiten Gang sind bis zu 6850/min möglich (102 km/h). Sonst setzt der Drehzahlbegrenzer bereits bei 6500/min ein. Dadurch konnte die Getriebeabstufung günstiger ausgelegt werden.

Das ESP ist komplett abschaltbar. Wobei dessen Eingriff gut konfiguriert ist. Trotz tieferem Schwerpunkt, stärkeren Stabis, härteren Federn und Dämpfern ist der RCZ R keineswegs so hart abgestimmt, dass die Bandscheiben leiden. Und bleibt auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten lange gutmütig und beherrschbar. Neben rund einem halben Dutzend gefräster Rs ist der RCZ R innen auch an roten Ziernähten, vor allem aber an sehr guten Sportsitzen zu identifizieren. Die tragen in Kombination mit der guten Fahrwerksabstimmung dazu bei, dass dieses Auto gut für Langstrecken geeignet und damit alltagstauglich ist. Mit einem Preis ab 41.500 Euro ist der Franzosen-Racer kein Sonderangebot, aber eben besonders.

Autor: Michael v. Klodt

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