Peugeot Sésame

Peugeot Sésame Peugeot Sésame

Peugeot Sésame

— 04.10.2002

Der Star von Paris

Einfach genial, diese Gallier: Zwei Schiebetüren machen Peugeots Kleinwagen-Studie Sésame zum Highlight des Pariser Salons. Das als 107 ab 2003 für reichlich Wirbel sorgen dürfte, meint AUTO BILD-Redakteur Gerald Czajka.

"Sésame, öffne dich!"

Keine zuckenden Laserlichter, kein wabernder Kunsteisnebel, keine stampfenden Rhythmen. Nein, echte Stars treten anders auf. Sie legen Wert auf die leisen, aber feinen Töne. So wie Peugeot beim Pariser Messeauftritt. Auf einer schlichten Drehbühne, deren einzige Extravaganz ein Wassergraben gegen neugierige Journalisten liefert, steht der neue Star der Kleinwagen. Sein Name: 107.

Pardon, offiziell heißt der gelbe Franko-Floh ja Sésame. In Paris gilt der 106-Nachfolger, der Ende 2003 seine Serienreife erreicht haben dürfte, nämlich noch als reine Studie. Peugeot-Markenvorstand Frédéric Saint-Geours lässt an seiner Zukunft aber kaum Zweifel: "Wir wollen den Sésame in unserer Palette sehen." Und ich glaube kaum, dass irgendjemand bei Peugeot diesem Wunsch des Chefs widersprechen möchte.

Der Name Sésame ist dabei duchaus Programm. Ein leichtes Antippen der verchromten Türöffner reicht, schon klappen die rund 1,20 Meter langen Türen einen Spalt weit auf, als wollten sie uns entgegenfallen, um anschließend wie von Geisterhand gezogen nach hinten zu surren. Wer will, kann dabei "Sesam, öffne dich!" murmeln, muss es aber nicht.

Stolze 1,63 Meter hoch

Die Show ist auch so absolut perfekt, die Überraschung sowieso: Schiebetüren in einem Kleinwagen! Da frage ich mich, warum diese Idee des seligen VW Fridolin aus den Sechzigern nicht schon viel eher wieder aufgegriffen wurde. Der Einstieg in den Fond des 3,70 Meter langen Minis gelingt jedenfalls so spürbar bequemer als bei einem konventionellen Zweitürer. Und selbst in engen Parklücken müssen weder Mensch noch Maschine irgendwelche Beulen fürchten.

Die erste Platzprobe im künftigen 107 lässt mich (1,97 Meter) ebenfalls erleichtert aufatmen. Der flotte Franzose trägt sein Dach nämlich stolze 1,63 Meter hoch, rückt die Kotflügel auf kraftvolle 1,67 Meter auseinander. Da bleibt viel Bewegungsfreiheit, lässt es sich entspannt lümmeln, kneift nichts. Respekt. Das fühlt sich schon fast nach Van an und lässt den aktuellen 106 (Höhe 1,38/Breite 1,59 m) wie einen Hänfling wirken.

Akzente setzt "le petit Peugeot" auch bei der Optik. Vom freundlich lächelnden Familiengesicht bis zum dynamisch gepfeilten hinteren Kotflügel verbreitet der Sésame gefällige Harmonie – so könnte der Kleine glatt in Serie gehen. Spätestens dann dürften die schicken 17-Zoll-Alus, das Panorama-Glasdach und das verkleidete Reserverad in der Heckklappe einfacheren (und günstigeren) Lösungen weichen, müssen wir im Cockpit mit Kunststoff statt blauem Leder und gelbem Alcantara rechnen. Dennoch gehe ich jede Wette ein, dass der Sésame seinen Charme dabei nicht verliert – echte Stars überzeugen nämlich nicht nur im Showfummel, sondern auch in Alltagsklamotten.

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