ADAC-Wintertraining in Saalfelden

ADAC-Wintertraining in Saalfelden ADAC-Wintertraining in Saalfelden

Philips-NightGuide-Gewinnspiel

— 21.02.2006

Driftspaß im Schnee

Fahren am Grenzbereich – bei Tag und bei Nacht. Mit der 3-Zonen-Technologie von Philips NightGuide und ein wenig Übung kein Problem. Beim ADAC-Wintertraining lernen die Teilnehmer alles über das richtige Fahren auf Eis und Schnee.

Österreichisches Winterwunderland

Saalfelden/ Von Jan Kriebel Wohl jeder Autofahrer weiß, daß sich sein Fahrzeug auf Eis und Schnee anders verhält als unter normalen Umständen. Doch was genau passiert bei Lastwechseln, zu starken Lenkmanövern oder Gefahrenbremsungen? Beim ADAC-Wintertraining haben die Teilnehmer die einmalige Gelegenheit, verschiedene Fahrzeuge (auch das eigene) am Grenzbereich zu bewegen. Unter den 20 Autobegeisterten, die das am letzten Januar-Wochenende wagen, ist auch der Gewinner des von Philips NightGuide und autobild.de ausgeschriebenen Gewinnspiels "Helle Momente im Schnee" – Daniel Bakonyi. Der Student aus Köln läßt sogar eine wichtige Klausur sausen, nur um hier dabei zu sein.

Bereits die Ankunft am Flughafen in Salzburg stimmt mich auf das bevorstehende Abenteuer im Schnee ein. Es hat die letzten Tage ohne Unterbrechung geschneit und ganz Österreich versinkt unter der weißen Pracht. Nur die Fahrt zum 70 Kilometer entfernten Hotel in Saalfelden macht mir ein wenig Sorgen. Ich bin gespannt, wie die hiesigen Taxifahrer mit den widrigen Witterungsbedingungen umgehen. Doch statt eines Einheimischen holen mich zwei ADAC-Mitarbeiter aus Deutschland ab. Mein Gepäck wird im Honda CR-V (mit Allradantrieb) verstaut und los geht's. Nach wenigen Metern wird klar, unser Fahrer fährt nicht zum ersten Mal auf Eis und Schnee. Michael Thum ist einer der ADAC-Instrukteure und weiß genau, wie man ein Fahrzeug unter Extrembedingungen sicher bewegt. Entspannt lehne ich mich zurück und genieße die winterliche Landschaft.

Nach gut einer Stunde erreichen wir das Fünf-Sterne-Hotel. Gut Brandlhof liegt nahe dem Städtchen Saalfelden und ist zu dieser Jahreszeit von Skifahrern gut besucht. Im Empfangsbereich treffe ich Daniel Bakonyi, den Gewinner des Gewinnspiels. Er ist mit dem Flieger aus Köln gekommen und genießt den Kurztrip in den österreichischen Winter genau wie ich. In Hamburg und Köln sind jetzt drei Grad Plus und es regnet.

Nach einem kurzen Willkommensgruß geht es zum Mittagessen. Die Gruppe umfaßt sechs Kurs-Teilnehmer, schnell sind wir beim "du". Ein bunter Haufen aus zwei Frauen und vier Männern hat sich da zusammengefunden. Neben dem Philips-NightGuide-Glückspils Daniel haben auch Sandra (Fahrlehrerin) und Alexandra (Personalchefin) das Wochenende gewonnen. Christoph begleitet seine Frau Alexandra, Walter verdankt den Kurztrip seiner Firma.

Schlittenfahrt und Eiskart-Hatz

Nach dem Essen gondeln wir gut 45 Minuten mit einem Pferdeschlitten durch die Winterwunderwelt und lernen uns besser kennen. Das langsame Dahingleiten soll uns in Sicherheit wiegen für das noch bevorstehende Eiskartfahren. Kaum aus dem Schlitten gekrabbelt, nehmen wir nach einer kurzen Einweisung in den Rennsemmeln Platz. Die kleinen Dinger mit dem Rasenmäher-Motor haben zwar Winterreifen (das gibt's wirklich), doch der Grip auf der Schnee- bzw. Eispiste hält sich sehr in Grenzen. Aber das tut dem Spaß keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil! Runde um Runde wächst die Gaudi und immer flüssiger und schneller jagen wir um die Kurven und die kurzen Geraden entlang. Trotz eisiger Temperaturen und starken Schneefalls hält die ganze Truppe fast eine Stunde durch. Am Ende sind alle stolz auf sich – und eins steht fest: Das müssen wir irgendwann mal wiederholen. Im Anschluß gibt es erst einen heißen Kaffee und dann zwei Stunden Wellness im hoteleigenen Spa-Bereich. Welch Wohltat für eisige Hände und einen nassen Po.

Am frühen Abend folgt ein kurzes Briefing für den zweiten Tag. Bei dieser Gelegenheit stelle ich überrascht fest, daß unser kleiner Haufen auf insgesamt 18 Personen angewachsen ist. Die Neulinge haben das dreitägige ADAC-Wintertraining gebucht und werden auch noch am Sonntag in Saalfelden weilen (wir reisen bereits am Samstagabend ab). Alle zusammen machen wir uns auf den Weg zur Hütte, wo ein zünftiges Abendessen auf uns wartet.

Nach einem reichhaltigen Mal, einer Showeinlage der jungen Wirtin und viel Gelächter geht es mitten in der Nacht auf den Heimweg. Diesmal hat unser fahrbarer Untersatz Kufen statt Räder. Was für eine Mordsgaudi – und was für ein Glück, daß man Schlitten auch nach dem Genuß von Alkohol bewegen darf (aber vielleicht nicht unbedingt sollte).

Renn-Lupo, S2000 und Co

Der zweite Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück. Glücklicherweise haben die ADAC-Verantwortlichen die Abfahrt zur Rennstrecke auf 8.30 Uhr gelegt, so daß die vergangene Nacht trotz Hüttenzauber ausreichend Schlaf geboten hat. Nach kurzer Fahrt ist unser Konvoi aus sechs Geländewagen an der Teststrecke angekommen. Die Teilnehmer verteilen sich auf die beiden Instrukteure Markus Lerf und Carlo Verführt. Das Abenteuer im Schnee beginnt.

Uns stehen zwei VW Lupo GTI aus der Lupo-Rennserie, zwei Honda S2000, vier Mercedes-Benz E-Klassen und zwei Honda CR-V zur Verfügung. Das kann sich sehen lassen. Jede Gruppe wird von ihrem Instrukteur in die Handhabung der Fahrzeuge eingewiesen, Tricks und Kniffe werden mit auf den Weg gegeben.

Schnell wird klar: Hier ist was für jeden dabei. Da haben wir zunächst die beiden Renn-Lupo. Frontgetriebene Rennautos mit Winterreifen auf der Vorder- und Sommerreifen auf der Hinterachse. Auf die verständliche Frage: "Warum macht man denn so einen Quatsch?", kann Instrukteur Markus nur schelmisch lächeln. "Weil er sich dann fast wie ein Hecktriebler fährt. Nur viel gemeiner."

Für die Puristen unter uns sind die beiden S2000 die erste Wahl. Hier hilft kein ESP dem Fahrer, und bei 240 PS auf der Hinterachse heißt es Ruhe bewaren. Und das fällt schwer. Alle Teilnehmer reißen sich um die "kreischende Heckschleuder" und versuchen sie möglichst spektakulär und quer über den Parcours zu zirkeln.

Bei der E-Klasse trennt sich die Spreu vom Weizen. Der 1,6-Tonner muß mit ruhiger Hand und Bedacht bedient werden. Wer aufs ESP verzichtet, dreht sich schneller als man denkt, und die meterhohen Wände aus Eis und Schnee nähern sich mit beängstigender Geschwindigkeit.

Vierter im Bunde ist der gutmütige Honda CR-V. Nur mit viel Elan und noch mehr Mut läßt sich der Allradler in den Drift zwingen. Stoisch folgt er den Lenkmanövern, schiebt wenn überhaupt über die Vorderräder. Trotzdem: "Auch Allradfahrzeuge sind nur so gut wie ihre Fahrer", mahnt Markus.

Wer hätte das gedacht

Die erste Disziplin auf dem ADAC-Gelände besteht aus Slalom-Fahren. Auf einem großen Oval sind auf den Geraden kleine Hütchen zum Umfahren gedacht. Zu Beginn des Trainings werden sie allerdings eher um(ge)fahren. Zu biestig verhält sich der manipulierte VW Lupo GTI, zu spannend ist das Spiel mit dem Gasfuß beim S2000. Allen Teilnehmern macht die erste Übung riesig Spaß, auch wenn Instrukteur Markus häufig Kommentare wie "Das war ein gutes Beispiel von zu viel Gas" oder "Bitte nicht ganz so schwungvoll" in sein Walkie Talkie rufen muß.

Nach jeder Runde wechseln Fahrer und Fahrzeug, damit jeder mal jedes Auto fahren kann. Zwischen den Turns folgen kurze Theorie-Übungen, die es in sich haben. So lernen wir, daß man beim Umfahren der Hütchen diese nicht anschauen soll. Vielmehr sollte das Ziel am Ende der Geraden fixiert werden. "Ihr kennt doch alles das Beispiel vom einsamen Baum mitten auf der Skipiste?!" Kennen wir. Genau den Baum trifft man immer.

Weiter geht es zum Gefahren-Bremsen, Ausweichen und zum Drifttraining. Mit und ohne ESP werden die Fahrzeuge der Situation gestellt. Hier lernen wir vor allem eins: Wer ein Auto mit ESP sein Eigen nennt, hat eindeutige Sicherheitsreserven. Ohne den elektronischen Helfer hat man aber viel mehr Spaß. Der hört aber auf, wenn man sich auf Eis und Schnee festgefahren hat. Der weitverbreiteten Meinung zum Trotz sollte man in dieser Situation das ESP tunlichst nicht ausschalten, sondern so lange auf dem Gas bleiben, bis zumindest ein Rad ein wenig Halt findet. Merke: ESP nur ausschalten, um den Wagen durch Vorwärts- und Rückwärts-Gas langsam aufzuschaukeln. Viel zu schnell geht der Tag im tief verschneiten Saalfelden zu Ende. Unsere Sechser-Gruppe um den Philips-Gewinner Daniel, der zu keiner Sekunde die geschwänzte Klausur bereut hat, bekommt zu Abschluß noch eine Urkunde zur erfolgreichen Teilnahme.

Nachtrag: Auf dem Weg zurück zum Flughafen hat mich ein österreichischer Taxifahrer mit einem Audi A8 4.2 quattro (335 PS) chauffiert. Er hat die Strecke nach Salzburg in einer neuen Rekordzeit zurückgelegt – und mich in der Vermutung bestärkt, daß das Alpenvolk der wahre Erfinder des Winter-Fahrtrainings ist.

Autor: Jan Kriebel

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