Piaggio bietet das Ur-Alt-Dreirad Ape jetzt mit Elektroantrieb an.

Piaggio Ape mit Elektro-Antrieb

— 11.08.2009

E-sel aus E-talien

Nach sechzig Jahren im Zweitakt geht das Piaggio-Dreirad Ape wieder zurück zu den Ursprüngen: Der Nachfolger des Lastesels ist erstmals mit Elektroantrieb zu haben. Er wird in limitierter Kleinstauflage vor allem für Sammler gebaut.

Wir kennen ihn zumeist aus dem Italien- oder Thailand-Urlaub: Mit töff-töff-töff und stinkender Zweitakt-Wolke am Heck knattern hunderttausende Dreiräder vom Typ Piaggio Ape umher. Besonders in den engen Städten vieler südlicher Länder sind sie willkommener Ersatz für die vormals gern genutzten vierbeinigen Lastenträger. Der Ape wurde seit 1946 mehr als zwei Millionen Mal gebaut. Nun hat der italienische Hersteller das wunderliche Gefährt aus der Wirtschaftswunderzeit einmal mehr zum Leben erweckt: Als Piaggio Ape Calessino Electric Lithium zieht der kleine Abschlepper einen bombastischen Namens-Schwanz hinter sich her. Die Leistungen sind nicht ganz so imponierend: Das Golfcart Italian Style fährt offenbar so langsam, dass Piaggio die entsprechenden Daten lieber gar nicht in die Pressemitteilung schreibt. Na gut, auf Tempo kam es bei dem kleinen Lastesel ja noch nie wirklich an.

Piaggio sieht das Gefährt als Transportmittel für Touristen

Strom-Fresser: Die Fahrleistungen des E-Dreirads sind anscheinend so armselig, dass Piaggio sie lieber gar nicht erst nennt.

Eher schon auf bella figura: Und die gibt's in Form von eleganter Zweifarblackierung in Weiß und Blau, doppelt ausgeführt zum Schutz gegen aggressive salzhaltige Seeluft. Über die inneren Werte erfahren wir nur so viel, dass das Bienchen – nichts anderes heißt Ape – immerhin moderne Lithium-Ionen-Akkus erhält. Außerdem ein elektronisches Steuergerät, Aenerbox geheißen, dass die vorzeitige Entladung verhindert. Nicht unwichtig bei der Verwendung zu touristischen Zwecken, findet Piaggio, damit in der Nebensaison der Saft nicht vorzeitig über Nacht entweicht. Hier fühlt sich der Öko-Ape nach Auffassung der Marketing-Abteilung auch am wohlsten: Als Transportmittel in den engen Gassen einer malerischen Altstadt oder auf einer nicht minder malerischen Mittelmeerinsel. Damit die Tiraden des Fremdenführers an Bord auch garantiert nicht gestört werden, ist der Antrieb selbstverständlich auch geräuschlos.

Der Hersteller hat die Serie auf 100 Einheiten beschränkt

Damit auch Bildungsreisende von größeren Altstädten und ausgedehnteren Inseln in den Genuss des Ape kommen, beträgt die Reichweite der Akkus 75 Kilometer. Wer das trotzdem gut findet, muss für den Kauf 19.900 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer berappen. Ach, und noch eins: Um die Nachfrage etwas anzufachen, hat Piaggio die Stückzahl des Bestager-Bombers sicherheitshalber strengstens limitiert. Nur 100 Stück wird es geben, dann ist unwiderruflich Stromsperre.

Autor: Roland Wildberg

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