Ferdinand Piëch

Piëch: Verhandlung über Verkauf der Porsche-Anteile

— 17.03.2017

Bei Porsche endet die Ära Piëch

Ferdinand Piëch steht vor dem Abschied bei Porsche. Der langjährige VW-Patriarch verhandelt über den Verkauf seiner Anteile an der Porsche SE.

(dpa/Reuters/brü) Es ist das Ende einer Ära: Der ehemalige VW-Firmenpatriarch Ferdinand Piëch will beim VW-Großaktionär Porsche aussteigen. Der 79-Jährige verhandelt mit den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch über den Verkauf seiner Anteile an der Porsche SE. Das teilte die Holding am 17. März in Stuttgart mit.
AdHoc-Mitteilung der Porsche Holding
In einer Pflichtmitteilung kündigte die Porsche Holding am 17. März 2017 mit, die Familien Porsche und Piëch würden "Verhandlungen führen, ob die im Einfluss von Prof. Dr. Ferdinand K. Piëch stehenden Stiftungen den wesentlichen Anteil ihrer mittelbar gehaltenen Stammaktien der Porsche Automobil Holding SE an weitere Mitglieder der Familien Porsche und Piëch übertragen". Solche Adhoc-genannten Mitteilungen sind bei börsennotierten Unternehmen vorgeschrieben.
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Ferdinand Piëch wird am 17. April 80 Jahre alt. Er ist Miteigentümer von Porsche.

In der Adhoc-Mitteilung hieß es auch: "Ob es zu den vorgenannten Veränderungen der Aktionärsstruktur der Porsche Automobil Holding SE kommt, ist aktuell nicht abzusehen." VW lehnte eine Stellungnahme ab. Piëch war nicht zu erreichen. Er besitzt über Stiftungen 14,7 Prozent der Stammaktien der Porsche SE, diese Holding wiederum hält gut 52 Prozent an Volkswagen. Dem "Spiegel" zufolge, der zuvor über Piëchs Verkaufspläne berichtete, ist der Anteil des Patriarchen gut eine Milliarde Euro wert. Die Familien haben ein Vorkaufsrecht. Sie hätten großes Interesse an der Übernahme, weil sie verhindern wollten, dass ein familienfremder Investor einsteige, berichtete der Spiegel. Die Porsche SE gilt als das eigentliche Machtzentrum, weil dort die milliardenschwere VW-Beteiligung liegt. Im zwölfköpfigen Aufsichtsrat sitzen alle wichtigen Familienvertreter, an der Spitze Wolfgang Porsche, Ferdinand Piëchs Cousin.

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Piëch gilt Insidern zufolge seit seinem spektakulären Abgang als VW-Aufsichtsratschef 2015 als isoliert in der Familie. Am vergangenen Wochenende wurde in Medienberichten spekuliert, die Familien wollten ihm sein letztes Aufsichtsratsmandat bei der Porsche SE entziehen und ihn im Zuge einer Umstrukturierung des Gremiums entmachten. Den Streit über den Dieselskandal tragen Piech und Volkswagen lautstark in der Öffentlichkeit aus: Der Ex-Patriarch hatte VW-Aufsichtsräten vorgeworfen, deutlich früher vom Abgasskandal Kenntnis gehabt zu haben. Die Betroffenen wiesen dies zurück.

Piëch hatte VW-Aufsichtsräte beschuldigt

Zuletzt hatten bei der Aufarbeitung des VW-Dieselskandals angebliche Anschuldigungen Piëchs für Aufsehen gesorgt. Demnach soll der frühere VW-Aufsichtsratschef Mitgliedern des Aufsichtsrats-Präsidiums wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Betriebsratschef Bernd Osterloh und auch seinem Cousin Wolfgang Porsche vorgeworfen haben, früher als bisher bekannt über einen Verdacht von Abgas-Manipulationen in den USA Bescheid gewusst zu haben. Diese hatten das scharf zurückgewiesen. Wolfgang Porsche sagte zuletzt in Genf, er selbst werde in dieser Sache nichts unternehmen, Familie könne man sich nicht aussuchen.

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