Pininfarina Bluecar in Genf 2009

Bluecar von Pininfarina. Bluecar von Pininfarina.

Pininfarina Bluecar in Genf 2009

— 03.03.2009

Muschel auf Rädern

Seit kurzem bastelt das Designstudio Pininfarina in Kooperation mit dem französischen Unternehmen Bolloré an einem Elektroauto. In Genf zeigen die Partner nun das Ökoauto Bluecar. Es soll schon bald in Serie gehen.

Dieses Auto ist "selbstsicher" und "vertraut in sich, ohne dabei aggressiv zu sein" – das hoffen sie zumindest bei den Pininfarina-Studios, und dort ist das Bluecar schließlich ausgebrütet worden. Es steht nun auf dem Genfer Salon 2009 und soll bereits 2011 in Serie gehen. Mit dem Namen liegt Pininfarina offenbar auf der Höhe der Zeit: Nach "Bluetec" von Mercedes und "Bluemotion" von VW hat sich offenbar die Grundfarbe Blau als Kennzeichen für Öko-Autos eingebürgert. Und so schlägt im Bluecar ein stromgetriebenes Herz, das bis zu 250 Kilometer Reichweite ermöglicht und seinen Saft aus einem Lithium-Ionen-Akku zieht. Die Fahrzeughülle wird aus wiederverwertbarem Kunststoff ausgeführt, ins Dach sind Solarzellen eingebaut. Im Innern garantieren vier bequeme Schalensitze höchsten Transport-Komfort. Die Instrumententafel wird dominiert von einem Touchscreen, das 90 Prozent der Bedien-Features beheimatet; natürlich auch Geschwindigkeit, Reichweite und Ladungs-Status des Akkus.

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Der Akku des Elektroautos Bluecar ist zwischen den Achsen unterm Wagenboden montiert.

Pininfarina hat mit dem Bluecar nicht bloß Auftragsarbeit ausgeführt: Zu 50 Prozent sind die Italiener an einem Joint-Venture mit dem Unternehmen Bolloré aus Frankreich beteiligt. Die Zusammenarbeit begann noch zu Zeiten Andrea Pininfarinas Anfang 2008. Beachtlich, dass sogar schon Testfahrten mit dem Prototypen unternommen wurden. Bolloré entwickelt unter anderem die regenerativen Bremsen, die beim Verzögern einen Teil der Bewegungsenergie über Generatoren als elektrischen Strom zurück in die Batterie leiten. Sie befindet sich im Fahrzeugboden, so wurde ausreichend Platz für bis zu vier Personen in der Fahrgastzelle geschaffen. Allein ihre Kapazität soll die Besatzung bis zu 250 Kilometer weit bringen. Anschließend kann sie innerhalb von wenigen Stunden – meldet Pininfarina – wieder aufgeladen werden. Die Lebensdauer des Energiespeichers wird mit 200.000 Kilometer angegeben.

Bio-Design ist augenscheinlich schwer in Mode

Doch entscheidend ist für das renommierte Designstudio natürlich das, was man sehen kann: Die Hülle ist "geformt wie eine elastische Muschel, die stabil auf den vier Rädern ruht", dichtet der Pininfarina-Presseschreiber. Schon mal eine Muschel auf Rädern gesehen? In Zukunft werden wir uns wohl häufiger auf solche Viecher einstellen müssen – denn Bio-Design ist schwer in Mode, wie schon 2008 auf dem Pariser Salon zu sehen war, wo Pininfarina eine Studie zeigte. Natürlich will sich Pininfarina genau dort nicht platziert wissen: "Innovative Technologie, frisches Design und unverwechselbare Markensprache sorgen dafür, dass das Bluecar sich von Trendprodukten abhebt", heißt es wohlfeil. Naja. Klare Worte finden wir zumindest bei der Ankündigung, was man mit der geräderten Muschel vorhat: Schon im Jahr 2015 will das Konsortium 60.000 Einheiten davon verkaufen.

Autor: Roland Wildberg

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