Pkw-Neuzulassungen in Europa

Pkw-Neuzulassungen in Europa

— 20.11.2003

Diesel auf Erfolgskurs

Außen ruhig, aber innen brodelt es: Auf den ersten Blick ist die Pkw-Marktentwicklung im Oktober stabil. Einheitlich Erfolg haben aber nur die Dieselfahrzeuge.

Bleibt alles anders, würde Grönemeyer sagen. Zwar haben sich die Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa mit 1,18 Millionen Fahrzeugen im Oktober stabil entwickelt – doch ein Blick ins Innere offenbart für einige Kandidaten ein schwaches Ergebnis. So auch für Deutschland: Hier verzeichnet der Markt mit 269.129 Erstanmeldungen einen Rückgang von vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, gefolgt von Frankreich (minus zwei Prozent). Auch Italien und Großbritannien würden lieber auf das Minuszeichen verzichten (minus 0,3 bzw. 1,4 Prozent). Mit einem Zuwachs von 33,9 Prozent ist Finnland der eindeutige Gewinner in der Zulassungsstatistik – 13.010 Neufahrzeuge reichen allerdings nur für einen geringen Marktanteil.

Ein Minus markiert auch die Gesamtentwicklung seit Jahresbeginn. 12,2 Millionen Fahrzeuge wurden von Januar bis Oktober in Westeuropa abgesetzt, das ist gut ein Prozent weniger als im Jahr zuvor. Einen deutlichen Trend verschweigt diese Zahl aber: den anhaltenden Diesel-Boom. Der Dieselanteil liegt im Jahresverlauf bereits bei 42,4 Prozent (plus drei Prozent gegenüber 2002). Spitzenreiter im europäischen Vergleich ist Österreich: Rudolf Diesel hätte seine Freude daran, dort 71,4 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge nageln zu hören. Belgien und Frankreich folgen mit einem Selbstzünder-Anteil von je 67,2 Prozent, während sich Deutschland mit 39,2 Prozent lediglich ins Mittelfeld dieselt.

In den USA sind die deutschen Anbieter klar im Vorteil. Ihre Verkäufe lagen im Oktober mit 63.800 Fahrzeugen noch auf dem Niveau des Vorjahresmonats, doch sie haben den Trend zum Luxus erkannt und bereits ausgenutzt. Immer mehr schwere Limousinen und SUV wechseln über den großen Teich und sorgen für einen Importzuwachs aus Deutschland von fünf Prozent. Hart trifft es dagegen die US-Anbieter. Sie verkauften im Oktober acht Prozent weniger Pkw – und schon droht das traditionelle Dreigestirn aus General Motors, Ford und Chrysler zu bröckeln. Zumindest Chrysler wurde im August erstmals von Toyota überholt – ein schwerer Schlag für die US-Autobranche. Die Asiaten sind übrigens auch die Gewinner im westeuropäischen Markenvergleich: Im Oktober legten sie rund 20 Prozent zu.

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