Pkw-Neuzulassungen USA Dezember 2010

— 05.01.2011

Weihnachtsgeschenk für die Hersteller

Im Dezember 2010 haben die US-amerikanischen Autofahrer so viele Wagen gekauft wie in keinem anderen Monat des Jahres. Besonders die deutschen Hersteller waren beliebt.



(dpa) Die US-amerikanischen Autofahrer haben den Herstellern ein dickes Weihnachtsgeschenk gemacht: Im Dezember 2010 rollten so viele Neuwagen vom Hof der Händler wie in keinem anderen Monat des Jahres. Insgesamt schlugen die Konzerne in den USA mehr als 1,1 Millionen Autos los, wie der Marktforscher Autodata am 4. Januar 2011 mitteilte. Das ist ein Zuwachs von elf Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Besonders die Crossover-Modelle hätten viele neue Fans gefunden, sagte der US-Vertriebschef des Marktführers General Motors, Don Johnson. Unter Crossover versteht GM sportliche Geländewagen wie den Chevrolet Equinox oder den GMC Terrain. In Deutschland würden die Autos immer noch als Dickschiffe gelten, in den USA dagegen wirken sie im Vergleich mit wuchtigen Pick-up-Trucks oder gigantischen Straßenkreuzern schon fast zierlich.

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Auch bei den deutschen Herstellern verkauften sich die Geländewagen blendend, allen voran der erst jüngst runderneuerte BMW X3. Insgesamt konnten die Bayern samt ihrer britischen Tochtermarke Mini um 17 Prozent auf 23.600 verkaufte Autos zulegen. Der kultige Kleinwagen feierte zum Jahresausklang ein unerwartetes Comeback, nachdem ihn die Käufer in der jüngsten Vergangenheit oft links liegen gelassen hatten. Dem zweisitzigen Smart aus dem Hause Daimler war kein Comeback vergönnt. Er dümpelte auch im Dezember mit lediglich 570 verkauften Fahrzeugen in den USA vor sich hin. Insgesamt konnte Daimler gut 22.000 Wagen losschlagen. Neben Mercedes-Pkw bieten die Stuttgarter mittlerweile auch den Sprinter-Transporter unter eigenem Namen an. Das sorgte für einen Zuwachs von knapp sechs Prozent bei den Verkäufen. Bei Volkswagen heißt der Verkaufsschlager in den USA immer noch Jetta. Das Modell hat erst gerade eine Generalüberholung verpasst bekommen, was die Käufer zu schätzen wussten. Der Absatz sprang um mehr als ein Drittel hoch. Der Wagen zielt vor allem auf die Kundschaft, die sonst zu japanischen Mittelklasse-Limousinen greifen würde. Insgesamt konnte die Marke VW die Verkäufe zum Jahresende um 17 Prozent auf 23.900 steigern.

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Die VW-Konzernschwester Audi legte im gleichen Maße auf gut 10.500 Autos zu und schaffte damit im Gesamtjahr 2011 ein neues Rekordergebnis. Vor allem die Geländewagen Q5 und A7 verkauften sich im Dezember deutlich besser. Konzern-Neuzugang Porsche wurde mit 2600 Autos 21 Prozent mehr los. Die Zuwächse lagen teils deutlich über denen der amerikanischen Konkurrenz. Von den Stückzahlen her liegen GM, Ford und Chrysler aber in unerreichbarer Ferne, genauso wie japanische Schwergewichte à la Toyota, Honda oder Nissan. Auch die südkoreanische Hyundai hat sich in den USA eine große Fangemeinde erobert. Beim US-Marktführer GM stieg der Absatz im letzten Monat des Jahres um knapp acht Prozent auf 224.200 Wagen. Die Crossover-Modelle alleine legten um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. General Motors war nach der überstandenen Insolvenz Mitte 2009 erst gegen Ende 2010 erfolgreich an die Börse zurückgekehrt - allerdings mit weniger Mitarbeitern, Werken und Marken.

Ford, die Nummer zwei in den Staaten, setzte mit 191.000 Wagen gute 3 Prozent mehr ab als im Vorjahresmonat. Damals gehörte allerdings auch noch Volvo zum Konzern. Die Schweden ausgeklammert, lag das Plus bei sieben Prozent. Wieder einmal waren die Pick-Up-Trucks der F-Serie die meistverkauften Autos der Vereinigten Staaten. Chrysler konnte abermals am stärksten unter den "Großen Drei" zulegen, nachdem die Insolvenz im vergangenen Jahr die Kunden verschreckt hatte. Die Verkäufe stiegen um 16 Prozent auf 100.700 Autos. Das gute Abschneiden war zum überwiegenden Teil dem neuen Jeep Grand Cherokee und den Dodge Ram-Trucks geschuldet. Toyota musste dagegen einen Verkaufsrückgang von knapp sechs Prozent verkraften auf 177.500 Autos. Vor allem das Brot-und-Butter-Auto Corolla verkaufte sich schlechter. Der Hybridwagen Prius dagegen konnte zulegen. Insgesamt erwartet die Branche, dass der Aufwärtstrend 2011 anhält. "Die Weltwirtschaft kommt in Schwung", stellte Ford-Chefökonomin Ellen Hughes-Cromwick fest.

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