Playersrun 2006 (Teil 1)

Playersrun 2006: Day 1 Playersrun 2006: Day 1

Playersrun 2006: Teil 1

— 10.06.2006

Die Wüste ruft

Playersrun, das heißt: Schräge Typen brettern mit brüllenden Motoren über den Highway. Die Deutsche Nina Haller ist im F430 mit dabei.

Los Angeles – Las Vegas (435 Km)

Genau so haben wir uns den ersten Tag des Playersrun vorgestellt: Brüllende Motoren, jede Menge teures Blech und hundert wartende Sportwagenfans fiebern in der Tiefgarage des Mondrial-Hotels in Los Angeles dem Startschuß entgegen. Der fällt um punkt neun Uhr, und schon kurz darauf rollen Ferrari, Porsche, Dodge, Lamborghini und Co, beklebt mit allerlei Sponsoren-Buttons, Startnummern und anderem Zierrat, nacheinander auf die Straße und hinaus in den Smog von L.A. Los geht's Richtung Las Vegas – die Wüste ruft.

Doch schon nach 60 Meilen sieht das Roadbook des ersten Tages einen Halt vor. Und der hat es in sich. Der Troß der Superlative macht Halt am "California Speedway" – einer Highspeed-Rennstrecke vor den Toren der Millionen-Metropole. Wo sonst die amerikanischen Helden der Nascar-Serie ihre Runden drehen, dürfen sich heute F430, F360, Murciélago und Viper so richtig austoben. Wer es lieber ruhiger angehen läßt, der kommt jetzt zum ersten Mal in den Genuß, die automobilen Prunkstücke der anderen Teams bei Tageslicht zu bewundern. Mit dabei sind unter anderem ein überdimensionaler Pick-Up, dessen Türgriff auf einer geschätzten Höhe von 1,80 Meter liegt, eine Shelby Cobra und ein Mercedes SLR.

Vom Speedway geht es nonstop bis nach Las Vegas. Einzige Hindernisse: der Fahrstil der Amerikaner, plötzlich einsetzender Platzregen (da schwimmen 305er-Reifen schon mal auf) und Sandverwehungen, die fast die komplette Sicht rauben. Doch wer sich in den Kopf gesetzt hat, in der Enge eines Sportwagen-Cockpits und bei Außentemperaturen von über 30 Grad 3000 Kilometer zurückzulegen, den schockt gar nichts mehr.

Las Vegas – Salt Lake City (680 Km)

Die Nacht in Vegas war schön, aber verständlicher Weise viel zu kurz. Am nächsten Morgen krabbelt ein übermüdetes Team nach dem anderen aus dem Bett und tauscht Pyjama gegen Cockpit. Nach einem kurzen Breefing geht's los in Richtung Mormonen-Hochburg und Olympia-Stadt Salt Lake City. Besonderes Hindernis der Strecke: die theoretischen 680 Kilometer werden aufgrund der vorgeschriebenen Zwischenstops auf fast 800 Kilometer gestreckt. Ein echtes Problem angesichts der vorgeschriebenen V-max von 75 mph (ca. 120 km/h). Nur widerwillig lassen sich die Boliden im Zaum halten und immer häufiger geht einer der Sportwagen durch und animiert seinen Piloten zu Geschwindigkeiten, die weit jenseits des Erlaubten liegen.

Und blitz ... schon hat es den ersten erwischt. Und blitz .... das zweite Team wird zur Kasse gebeten. Auch Nina Haller in ihrem quietsch-grünen Ferrari F430 gerät in die Kontrolle und muß dem netten Officer erklären, warum sie dachte, die vorgeschriebenen 75 mph würden pro Insasse des Wagens gelten. Das Endergebnis der fleißigen Gesetzeshüter kann sich sehen lassen: zwei Schnellverfahren vor Gericht und diverse Tickets mit Einzelstrafen von bis zu 1200 Dollar.

Mitten in der Wüste, genauer im Zion National Park, erwartet die Teams dann der erste offizielle Checkpoint dieses Tages. Dankbar schälen sich Fahrer und Beifahrer aus ihren heißgelaufenen und zum Teil mit Tickets belasteten Sportlern und posieren fürs Gruppenfoto. Bei 37 Grad im Schatten schwitzt sich der gesamt Troß die Klamotten naß, doch Erinnerungs-Fotos vor solch einer atemberaubenden Kulisse mitsamt den hochkarätigen Rennern im Hintergrund müssen einfach sein.

Frisch gestärkt und wohlgemut machen sich die Teams auf, die restliche Strecke bis Salt Lake City unter die Räder zu nehmen. Um 21.00 Uhr ist es geschafft. Doch nicht alle haben den zweiten Tag überstanden, bereits jetzt gibt es die ersten Ausfälle zu beklagen. So mußte etwa der Deutsche Hermann von Sachsen, der zusammen mit seiner Tochter in einem geliehenen Rolls Royce Phantom unterwegs war, den 380.000 Euro teuren Briten wegen eines Reifenschadens abstellen.

Bleibt Nina solch ein Schicksal erspart, wenn sie auf den nächsten Etappen nach Aspen und weiter nach Denver der amerikanischen Fahrweise und dem Drang nach Highspeed trotzen muß? Demnächst bei autobild.de.

Autor: Jan Kriebel

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