Pössl Campster im Wohnmobil-Test

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Pössl Campster: Wohnmobil-Test

— 08.03.2017

Hipster, hier kommt der Campster!

Das rockt: ein günstiger Campingbus mit Aufstelldach, der die Etablierten angreift. Pössl steckt dahinter – und die wissen, wie's geht.

Chapeau, dieser Name zielt direkt ins Herz: Campster. Das klingt nach Roadster, kleinen, verführerischen Sportwagen für genussvolle Touren in den Sonnenuntergang. Wenn Lust also nicht fülligen Luxus nährt, sondern clever ins Schwarze trifft. Exakt das will der Campster für alle sein, die vom Campen träumen. Pössl griff sich dafür den Citroën SpaceTourer, der im März 2016 in Genf Premiere feierte. Der brandneue Van, der dank einer Kooperation weitgehend baugleich auch als Peugeot Traveller und Toyota Proace Verso entsteht, bietet die ideale Basis: eine moderne Konstruktion, agil, kompakt, günstig. Und optisch ziemlich hip, zumindest schräg von vorn.
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Der VW Bus als Basisfahrzeug war zu teuer

37.999 Euro kostet der Campster, ein vergleichbarer VW California kostet rund ein Drittel mehr.

Es ist der gewaltige Kompaktcamper-Markt, der den Kastenwagen-Spezialisten Pössl lockte. Nun setzen sie eine Stufe darunter an, dort also, wo seit rund sechs Jahrzehnten der ewige Klassiker VW Bulli den Ton angibt. Der allerdings schied als Basisfahrzeug aus: zu teuer. Pössl setzt traditionell auf günstige Tarife. Auch für den Campster gilt das: Kämpferische 37.999 Euro stehen groß auf seinem Preisschild, ein vergleichbarer VW California kostet rund ein Drittel mehr. Kein Wunder also, dass er bei seinem ersten Auftritt auf dem Caravan Salon in Düsseldorf auf großes Echo stieß. Derzeit absolviert der Campster eine Messe nach der anderen, mit Erfolg: Rund 200 Exemplare hat Pössl bereits verkauft.

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Am Steuer vergisst man leicht, dass man einen Campingbus fährt

Zum ersten Mal durfte der Neue jetzt auf die Straße, obwohl das Auto noch aus der Nullserie stammt. Auch der Ausbau entspricht noch nicht in allen Details dem Serienstand. Dennoch überzeugt die Kombination: Der Zweiliter-Diesel mit 150 PS gibt dem Campster enorme Agilität, Sitzposition und Komfort erinnern an einen nicht zu großen, hochwertigen SUV. Spürbar ist zwar sein außergewöhnlich langer Radstand, doch wer am Steuer sitzt, glaubt dennoch nicht, dass er ein komplettes Campingbus-Mobiliar spazieren fährt. Dabei fällt die Ausstattung des Campster üppig aus. Sie reicht von der serienmäßigen Start-Stopp-Automatik über ein Head-up-Display (480 Euro) bis hin zu einer Reihe von Assistenten, die sich um Verkehrszeichenerkennung, Abstand, Spurhaltung und Notbremsungen kümmern (Pakete von 910 bis 3150 Euro).

Pössl Campster im Wohnmobil-Test

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Beim Raumkonzept denkt Pössl weiter

Praktisch: Dank des Zusatzspiegels hat man die Kinder im Fond stets im Blick.

Dagegen wirkt das Raumkonzept ziemlich traditionell. Das Campster-Layout spiegelt mit Aufstelldach, links montierter Möbelzeile und verschiebbaren Sitzbänken im Fond exakt das, was sie bei Volkswagen auch machen – kein Wunder: Dieses Konzept ergibt bei Vans viel Sinn, weil es den Raum optimal nutzt und zudem höchst variabel ist. Doch bei Pössl haben sie weiter gedacht, bei der Küche zum Beispiel. Der kompakte Block, der ohne Aufpreis stets dabei ist, lässt sich beim Campster einfach herausnehmen. Nur zwei Rändelschrauben sind zu lösen. Was das bringt? Viel: So lässt sich im Freien (oder auch im Vorzelt) kochen, und wer lieber ohne Küche unterwegs ist, lässt sie zu Hause im Keller oder in der Garage. So gibt's deutlich mehr Platz zum Schlafen (maximal 1,50 Meter Breite) oder für die Dreierbank – bis zu sieben Personen reisen dann im Campster, samt herausnehmbarer Kühlbox übrigens. Nächstes Plus: Das Schienensystem im Boden bietet die Option, neben Fahrrädern bis zu zwei Einzelsitze zu montieren. Auch beim Dach punktet der Pössl. Die Klapplösung des Spezialisten SCA bietet im Obergeschoss ein Bett mit 120 Zentimeter Breite, dazu kommt die Funktion als Dachterrasse: Front und Seiten des Stoffbalgs lassen sich weit öffnen – auch das ist keine Pössl-Erfindung, dennoch ein tolles, luftiges Detail. Auf rund 500 bis 700 Campster taxiert Pössl die Stückzahl fürs erste Jahr, Dethleffs in Isny wird ihn fertigen. Noch ist die furiose Startphase des frechen Neuen nicht vorbei, da legt Pössl schon nach: 2017 soll eine Allradvariante als Ergänzung folgen.
Technische Daten: Pössl Campster
Motorisierung Vierzylinder­Diesel
Leistung 110 kW (150 PS) bei 4000/min
Hubraum 1997 cm3
Drehmoment 370 Nm bei 2000/min
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Getriebe/Antrieb Sechsgang/Vorderrad
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 70 l/Diesel
Länge/Breite/Höhe 4950/1920/1960 mm
Radstand/Bereifung 3275 mm/225/55 R 17
Leergew. fahrbereit/Zuladung (Testwagen) 2226/514 kg
Anhängelast (gebremst/ungebremst) 2300/750 kg
Material Wand/Dach/Boden Stahlblech/GFK/Stahlblech
Liegefläche unten L x B 1990 x 1140/1500 mm
Liegefläche im Dach L x B min. 1930 x 1200 mm
Kühlschrankvolumen/Froster 16 oder 26 l/–
Herd zwei Flammen
Bordbatterie 70 Ah
Frisch­/Abwassertank 12/12 l
Gasvorrat/Heizung 2,8 kg/Luft
Preis/Testwagenpreis ab 37.999 Euro/ ca. 50.000 Euro
Autor:

Thomas Wirth

Fazit

Kastenwagen-Profi Pössl sieht im Bus-Markt noch viel Potenzial. Weil sich ein weiteres teures Volkswagen-Derivat in der Fülle der Angebote verloren hätte, baut Pössl seinen Campster auf dem neuen Citroën SpaceTourer: clever, chic und günstig. Sogar der Name ist richtig stark.

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