Blitzer in Berliner Streifenwagen

Polizei blitzt aus Streifenwagen

— 09.04.2015

Berliner Blitzer in Blau-Weiß

Bereits vor dem nächsten Blitz-Marathon macht die Berliner Polizei mobil gegen Raser. Sie versteckt Laser-Messgeräte künftig auch in Streifenwagen.

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'Wurden Sie schon mal geblitzt?'

(dpa/cj) Die Berliner Polizei blitzt künftig auch aus Streifenwagen heraus – und nicht mehr nur aus zivilen Fahrzeugen, sagte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt am Mittwoch (8. April 2015). Dafür wurden sechs neue Einsatzwagen zum Tempomessen angeschafft. Künftig sei für Autofahrer nicht mehr ohne weiteres erkennbar, ob es sich um einen gewöhnlichen Funkwagen handelt oder ob daraus die Geschwindigkeit gemessen werde, erklärte Kandt. Er verspreche sich davon "gute psychologische Effekte".
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Ob sich Berlins Autofahrer nun beim Tempo mehr Selbstdisziplin auferlegen, werde sich zeigen. "Wir haben noch keinerlei Erfahrungswerte", betonte Kandt. In anderen Bundesländern habe es bereits entsprechende Versuche gegeben. So gibt es beispielsweise in Köln ein solches Fahrzeug. Dessen Standort wird nach Angaben eines Sprechers des nordrhein-westfälischen Innenministeriums jedoch wie bei allen anderen Messstellen vorher angekündigt. Die Berliner Polizei verfügt neben den sechs neuen Fahrzeugen auch noch über 16 Zivilwagen mit Messgeräten für Geschwindigkeitskontrollen. Außerdem sind an 22 Standorten in der Hauptstadt Blitzer fest installiert.

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Die neuen Wagen sollen laut Kandt in zwei Schichten nahezu täglich unterwegs sein. Die Investition solle sich amortisieren. 600.000 Euro haben die Fahrzeuge samt Technik gekostet. "Unser Ziel ist es nicht, Geld zu verdienen, sondern die Sicherheit im Verkehr herzustellen", bekräftigte er. Jeden Tage gebe es in der Hauptstadt neun Unfälle, weil Fahrer zu schnell waren. Bei jedem dritten Unfall mit Verletzten sei überhöhte Geschwindigkeit im Spiel gewesen.
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Drei Spuren, bis zu 75 Meter Entfernung

Die in den Fahrzeugen eingebauten Geräte können nach Angaben von Detlef Freitag von der Verkehrspolizei drei Fahrspuren überwachen. Autos werden auf einer Entfernung von bis zu 75 Metern erfasst. Die Geschwindigkeit wird gemessen, wenn sich das Auto zwischen 50 und 20 Meter vor dem Messgerät aufhält. Das Foto eines Rasers werde schließlich zwölf Meter vor dem Einsatzfahrzeug gemacht, so Freitag. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin sieht in der neuen Strategie ein geeignetes Verfahren, gegen Raser vorzugehen. Jedoch gebe es zu wenig Personal angesichts der vielfältigen Aufgaben, betonte der stellvertretende Landesvorsitzende Detlef Herrmann. "Die Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung müssen dem Polizeihaushalt zugeführt werden", fordert er. Damit könnten die dringend notwendige Einstellungen und Investitionen getätigt werden.
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Auch Berlin beim Blitz-Marathon dabei

Im vergangenen Jahr gab es 823.000 registrierte Fälle von zu schnellem Fahren. Mehr als 52.000 Rotlicht-Sünder wurden ertappt, wie die Senatsinnenverwaltung auf eine Grünen-Anfrage unlängst bekanntgab. Am Donnerstag nächster Woche (16. April) will sich die Berliner Polizei abermals am bundesweiten Blitz-Marathon beteiligen. Nach den Worten des Polizeipräsidenten soll an 280 Orten in der Stadt die Geschwindigkeit kontrolliert werden. 1650 Beamte sollen im Einsatz sein.

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