Polizei Sachsen/Survivor R: Kommentar

Polizei Sachsen/Survivor R: Kommentar

Eindeutiger Bezug zur Nazi-Symbolik!

Auf den Sitzen des neuen gepanzerten Survivor-Fahrzeugs für die sächsische Polizei prangt ein zweifelhaftes Logo. Muss das sein? Ein Kommentar!
Wappen, die eindeutig an den Reichsadler der Nazis erinnern, prangen auf den Sitzen des Survivor R. Ob das Fahrzeug der sächsischen Polizei so geordert oder von Rheinmetall geliefert worden ist, spielt dabei keine Rolle! Wer so etwas duldet und auch noch den eindeutigen Bezug zu rechten Symbolen leugnet, der sollte seine eigene politische Gesinnung überdenken. Oder dazu stehen und sich der öffentlichen Diskussion stellen. Was bei einigen Etiketten von Weinflaschen (ja, auch da zeigt man offenbar gerne Symbole, die an den Reichsadler erinnern) vielleicht noch grenzwertig ist, geht bei der Polizei und auch bei der Bundeswehr eindeutig zu weit. Ich selbst war lange bei der Bundeswehr und kenne so ziemlich jede Rechtfertigung, warum eine Frakturschrift nicht zu verteufeln sei und weswegen einige Symbole nicht nur den Nazis zuzuordnen seien – doch bei fast jedem, der so argumentierte, steckte eine rechte Gesinnung dahinter, die er auch gerne nach ein paar Bier offenlegte. So etwas wie die eingestisckten Wappen der sächsischen Polizei im Survivor R kleinzureden, ist der jämmerliche Versuch, die eigene braune Weltanschauung zu kaschieren. Jeder, der dafür verantwortlich ist, sollte sich schämen. Sucht euch endlich Werte und Traditionen, die jenseit der NS-Diktatur ihren Ursprung haben.
Ein Kommentar von Robin Hornig

Das ist geschehen:

Shitstorm auf Twitter: Das Emblem auf den Sitzen weckt böse Assoziationen an Wappen der Nazi-Zeit.

Ein in die Sitze gesticktes Logo in dem neuen gepanzerten Survivor-Fahrzeug für die sächsische Polizei hat einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken ausgelöst: Es besteht aus altdeutscher Frakturschrift über Schwingen und Lorbeerkranz. Tatsächlich erinnert das Emblem mit dem Schriftzug "Sondereinsatzkommando Sachsen" in seiner Symbolik auf unsägliche Weise an die Wehrmacht. "Hübsches Logo! Fast wie früher ... fehlen nur Adler und Kreuz", schreibt beispielsweise ein Nutzer. Das sächsische Innenministerium schob die Verantwortung für das an Nazi-Symbolik errinnernde Zeichen zunächst auf den Hersteller, den Rüstungskonzern Rheinmetall: "Das Fahrzeug wurde mit dieser Bestickung der Sitze vom Hersteller so ausgeliefert", heißt es auf dem offiziellen Twitter-Account der Behörde. "Auch wenn die vom Hersteller gewählte Schriftart nicht dem Markenhandbuch entspricht: Darin ein Indiz für rechte Attitüde zu sehen, weisen wir entschieden zurück."

Sitze doch so bestellt

Doch die "Berliner Morgenpost" fragte nach – und fand heraus, dass das Logo durchaus so bestellt wurde – es werde seit 1991 "intern" verwendet, wurde der Zeitung vom sächsischen Innenministerium bestätigt. Tatsächlich lobt Sven Mewes vom Landeskriminalamt Sachsen den Survivor R in einem Youtube-Video von der Übergabe ausdrücklich: "Insgesamt ist das Fahrzeug genau so, wie wir es uns vorgestellt haben."

Autoren: , Maike Schade

Stichworte:

Polizei

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