Porsche/Audi/BMW: Vergleich

Porsche 911 Carrera/Audi TT/BMW M135i: Test

— 25.02.2014

Grip, Grip, Hurra!

Im Offroader ist er Pflicht, in Power-Limos Krnung, im normalen Pkw Option und im Sportwagen meist strittiges Thema: Bringt Allrad fahrdynamische Vorteile oder bremst er ein? Wir haben es herausgefahren.

Unter Fahrdynamikern ist das hingegen lngst nicht so klar: Bei Audi etwa ist "quattro" nicht nur Sinnbild einer beispiellosen Motorsporthistorie, sondern auch elementarer Bestandteil eines jeden Sportmodells. BMW rhmt seit jeher die Agilitt seiner Allrad-Kreationen, hat sich bislang aber noch nicht durchgerungen, ein echtes M-Modell an alle viere zu spannen. Und Porsche spricht im Kontext der "4er"-Modelle lieber von breiten Hften als von nackten Zahlen. Wo liegt nun also die Wahrheit? Ist Allrad wirklich immer schneller? Drei Paarungen, drei Antworten

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Audi TT: Frontantrieb fhrt nur einen lngsdynamischen Achtungserfolg heraus, den Rest domoniert der quattro.

Audi TT 2.0 TFSI/Audi TT 2.0 TFSI quattro Eigentlich knnte man ja meinen, in Zeiten von ASR, EDS und ESC seien 211 PS einer Vorderachse durchaus zumutbar. Wie gesagt: eigentlich. Denn whrend es zum Beispiel einem Golf GTI der sechsten Generation recht gut gelingt, die Ausbeute seines 2.0 TSI auf elektronischem Wege in den Asphalt zu sperren, stt so ein Audi TT trotz vergleichbarer Regelsysteme berraschend schnell an seine Grenzen. Grund: der variable Ventilhub (Auslassseite), der Audi-Modellen ein Drehmomentplus von 70 Nm und damit deutlich mehr Druck im mittleren Drehzahlbereich beschert. Geradeaus ein Segen, im Wechsel zwischen Spitzkehre und 90-Grad-Winkel aber oft des Guten zu viel. So auch beim TT; der TFSI berrumpelt in den unteren Gngen die Vorderrder derart heftig, dass nicht einmal die Allianz aus aufpreispflichtiger Adaptivdmpfung und ebenfalls optionaler 245er-Bereifung die Linie halten kann.
Technische Daten TT 2.0 TFSI TT 2.0 TFSI quattro
Motor R4, Turbo
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1984 cm3
kW (PS) bei 1/min 155 (211)/4300–6000
Literleistung 106 PS/l
Nm bei 1/min 350/1600–4200
Antriebsart Vorderrad Allrad
Getriebe 6-Gang-Doppelkupplung
Reifentyp Bridgestone Potenza RE 050A
Länge/Breite/Höhe 4198/1842/1353 mm
Tankvolumen 55 l 60 l
Höchstgeschwindigkeit 245 km/h 243 km/h

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Der Hftschwung ist fr viele Grund genug, dem Carrera 4S das Jawort zu geben. Die fahrdynamischen Reize liegen aber noch immer beim C2.

Porsche 911 Carrera 4S/Porsche 911 Carrera S Nur 1,6 Sekunden bentigt ein aktueller Carrera 4S mit PDK, um sich aus dem Stand auf Tempo 50 zu kicken. Das ist schnell, aber leider nicht schnell genug, um den grten all seiner Rivalen damit auf Abstand zu halten. Denn ein normaler Carrera S schafft diese bung in exakt derselben Zeit und bringt damit zu Asphalt, was waschechte Elferaner schon seit Einfhrung des 964 zu wissen glauben: Ein 911 hat 4x4 schlicht nicht ntig. Doch lassen Sie uns keine voreiligen Schlsse ziehen, sondern erst einmal nchtern bilanzieren: Eine 4 vor dem S kostet 7140 Euro, sattelt 46 zustzliche Kilos auf die Waage und stutzt die Hchstgeschwindigkeit um 5 km/h. Auf der Habenseite verbucht die Allradversion den nach Meinung vieler reizvolleren Heckschwung mit 44 Millimeter breiterer Hfte, den Segen uneingeschrnkter Ganzjahrestauglichkeit sowie die hhere Fahrstabilitt.
Technische Daten 911 Carrera S 911 Carrera 4S
Motor B6
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4
Hubraum 3800 cm3
kW (PS) bei 1/min 294 (400)/7400
Literleistung 105 PS/l
Nm bei 1/min 440/5600
Antriebsart Hinterrad Allrad
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplung
Reifentyp Pirelli P Zero (N1)
Länge/Breite/Höhe 4491/1808/1275 mm 4491/1852/1276 mm
Tankvolumen 64 l 68 l
Höchstgeschwindigkeit 302 km/h 297 km/h

uerlich kaum zu unterscheiden, fahrdynamisch dagegen unverwechselbar: BMW M135i und M135i xDrive.

BMW M135i xDrive/BMW M135i Rund 29 Jahre liegen zwischen dem M 135i und der ersten Mnchner Allrad-Kreation namens 325iX. Knapp drei Jahrzehnte also, die technisch zweifelsohne ihre Spuren hinterlassen, die grundlegende Philosophie jedoch nicht verwssert haben. Nach wie vor sieht BMW den 4x4-Antrieb nicht als Traktionsprothese, sondern vielmehr als Mittel zur weiteren Steigerung der Fahrdynamik. Die Grundverteilung ist daher wie schon im Jahr 1985 natrlich heckbetont. 60 Prozent der Antriebskraft entfallen im normalen Fahrbetrieb auf die Hinterachse. Erkennt die Elektronik anhand von Lenkwinkel, Gierrate oder Querbeschleunigung eine fahrdynamische Abweichung vom Neutralzustand, verschiebt sie das Antriebsmoment entsprechend in Lngsrichtung, whrend dosierte Bremseingriffe entlang der Aufhngung das Handling feinjustieren. Klingt ausgesprochen trickreich, verschafft dem xDrive-Modell zumindest aus dem Stand heraus jedoch keine allzu groen Vorteile.
Technische Daten M135i M135i xDriv e
Motor R6, Turbo
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 2979 cm3
kW (PS) bei 1/min 235 (320)/5800–6000
Literleistung 107 PS/l
Nm bei 1/min 450/1300–4500
Antriebsart Hinterrad Allrad
Getriebe 8-Stufen-Automatik
Reifentyp Michelin Pilot Super Sport
Länge/Breite/Höhe 4340/1765/1411 mm
Tankvolumen 52 l
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h (abgeregelt)

Porsche 911 Carrera/Audi TT/BMW M135i






Autor:

Manuel Iglisch

Fazit

ber den fahrdynamischen Mehrwert einer Allradversion entscheidet nicht nur das Allradsystem an sich, sondern fast noch mehr das Antriebskonzept seiner Basis. So weist der quattro-TT sein Pendant mit Vorderradantrieb mehr als deutlich in die Schranken, whrend xDrive im M 135i zwar die Zeit an sich, nicht unbedingt aber die Freude am Zeiten steigert. Mess- wie fhlbar zieht Allradantrieb schlielich nur in der Porsche-Paarung den Krzeren was der 4S auf anderem Wege kompensiert.

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