Porsche 911 Carrera T (2017): Test

Porsche 911 Carrera T (2017): Test

Porsche 911 Carrera T (2017): Test, Marktstart, Preis

— 05.01.2018

Der günstigste Puristen-Porsche

Nach dem GT3 mit Touring-Paket bringt Porsche nun auch den 911 Carrera als puristische "T"-Variante heraus. AUTO BILD hat alle Infos und den Fahrbericht!

Vorstellung: Der Carrera T ist nach 50 Jahren zurück

Porsche besinnt sich seiner Wurzeln und bringt den 911 als puristischen Carrera T. Schon 1968 führten die Schwaben den Buchstaben als Bezeichnung für ein spartanisches Modell ein. Nach dem Porsche 911 GT3 mit Touring-Paket zieht nun der normale 911 nach. Aber was heißt puristisch hier konkret? Allem voran Leichtbau! So bestehen die Heckscheiben und die hinteren Seitenscheiben des Carrera T aus Leichtbauglas. Bei der Motorisierung setzt Porsche auf den Basismotor. Der 911 Carrera T kommt mit dem 370 PS starken Sechszylinder-Boxermotor, der serienmäßig mit einer Siebengang-Handschaltung ausgeliefert wird. Ab Januar 2018 steht der Carrera T ab 107.553 Euro beim Händler.

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Innenraum: Mehr Ausstattung braucht ein 911-Cockpit nicht

Die Richtung gibt der Fahrer serienmäßig über das GT-Sportlenkrad vor. Ab Werk ist es allerdings mit Glattleder bezogen, Alcantara passt besser.

Weitere Bausteine für die Gewichtsreduktion offenbaren sich im Innenraum des Puristen-Porsche. Auch wenn es das Ausstellungs-Exemplar des Carrera T auf der LA Auto Show nicht vermuten ließ: Hier wird das Infotainment nur auf Wunsch verbaut! Ebenfalls optional sind die hervorragenden Schalensitze, die farblich perfekt ins schlichte Cockpit mit den gelben Akzenten passen. Minimalistisch ist auch das serienmäßige GT-Sportlenkrad, das standardmäßig mit Glattleder bezogen ist. Warum eigentlich, der Alcantara-Bezug passt eigentlich viel besser zum reduzierten Charakter des Carrera T. Passend dazu öffnen die Insassen die Türen per Schlaufe, der GT3 RS lässt grüßen. Ein Blick nach hinten: Die Notsitze sind Teppich gewichen – Standard beim Carrera T. Wer sie trotzdem für unerlässlich hält, kann sie aber ohne Aufpreis bestellen. All diese Änderungen führen dazu, dass der 911 Carrera T rund 20 Kilogramm leichter ist als ein ähnlich ausgestattetes Standardmodell. Der verkürzte Schalthebel des enger gestuften Getriebes mit sieben Gängen verfügt über ein rot lackiertes H-Schema. Im Zusammenspiel mit den Schalensitzen und dem knopflosen GT-Sportlenkrad ergibt sich daraus eine ergonomisch brillante Platzierung im besonderen Basis-Elfer.

Fahren: PDK passt besser zum Carrera T

In den Seealpen greift die Vorderachse des 911 Carrera T auf der absolut letzten Rille.

Porsche hat zwar den 911 T mithilfe von Dünnglas und reduzierter Ausstattung gegenüber dem Basis-Carrera um 20 Kilo erleichtert, aber bei einem hohen zweistelligen Lebendgewicht des Fahrers ist das kaum mehr als eine nette Geste. Die manuelle Schaltung ist im 911 T Serie. Klingt nach Fahrspaß, ist es aber nur bedingt. Nichts frustriert auf hohem Hightech-Niveau so sehr wie dieses Siebenstufen-Rührwerk, das gern hakt, sich Zeit lässt und zu lang übersetzt ist. Keine Frage: Nie waren die 3511 Euro für das PDK besser angelegt als hier. Im Vergleich zu einem 450 PS starken 911 GTS ist der Carrera T eine halbe Sekunde langsamer auf 100 km/h (3,7 Sekunden zu 4,2 Sekunden). Doch obwohl der GTS der rundeste Elfer diesseits des Turbos ist, lässt der T das Adrenalin gelegentlich noch schneller fließen. Der "Basis"-911 liebt enge Kurven, kurze Steigungen und noch kürzere Gefälle. Um seinen Stärken auszuschöpfen, sollte man allem Abspecken zum Trotz Keramikbremsen und Hinterachslenkung ordern, vom PDK ganz zu schweigen. Warum Keramik? Weil du damit unglaublich spät und tief in Kurven hineinstechen kannst, wo das ABS dann seine liebe Not damit hat, die Linie zu halten. Das ESP kennt drei Wagnisstufen: PSM Sport (nur bei Nässe oder Glätte), ASR off (nur für Raucher) und ASR/ESP off (nur für Walter Röhrl). Obwohl die Streckenführung fast durchgängig in den zweiten und dritten Gang zwingt, animiert der Turbo-Punch des 3300 Touren breiten Drehmoment-Hochplateaus zum superlässigen Auf-Zug-Fahren. Leider sind wir nicht auf der Rennstrecke und treffen somit immer wieder auf Gegenverkehr.

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Ausstattung: Exklusive Ausstattungsmerkmale nur im Carrera T

Der Frontspoiler wurde für den Carrera T aerodynamisch angepasst.

Porsche bietet beim Carrera T Ausstattungsoptionen an, die beim Standard-Modell nicht erhältlich sind. Dazu zählen unter anderem das serienmäßige PASM-Sportfahrwerk, das den 911 um 20 Millimeter tiefer legt, das Sport Chrono-Paket, "Sport-Tex"-Stoff für die Sitze und die optionale Hinterachslenkung. Die Sportabgasanlage ist serienmäßig. Zudem kommt der Carrera T mit reinem Hinterradantrieb und mechanischer Hinterachsquersperre. Ansonsten differenziert sich der T auch äußerlich vom normalen Modell. Vorne findet sich eine aerodynamisch angepasste Bugspoilerlippe, die Sport Design-Außenspiegel sind in "Achatgraumetallic lackiert. Seitlich findet sich ein "911 Carrera T" Schriftzug auf Höhe des Schwellers und 20 Zoll-Carrera-S-Felgen in Titangrau. Für die Lackierung bietet Porsche zehn Farben (Schwarz, Lavaorange, Indischrot, Racinggelb, Weiß und Miamiblau sowie Carreraweiß, Tiefschwarz und GT-Silber als Metallic-Farben) zur Auswahl. Für den Innenraum lassen sich neben verschiedenen Kontrastfarben und einem 911-Schriftzug auf den Kopfstützen, auch Vollschalensitze optional bestellen. Das knopflose Porsche GT-Sportlenkrad ist beim Carrera T serienmäßig verbaut.

Motor: Sondermodell mit Basismotor

Bei der Motorisierung hat sich im Vergleich zum Basismodell nichts getan. Auch der 911 Carrera T fährt mit dem 370 PS starken Sechszylinder-Boxermotor. Er leistet ein Drehmoment von bis zu 450 Nm, durch die Leichtbaumaßnahmen am Fahrzeug selbst, sinkt das Leistungsgewicht beim T auf 3,85 kg/PS. Den Sprint von auf 100 km/h leistet der Porsche dank des kürzer übersetzten Getriebes in 4,5 Sekunden. Optional lässt sich der Carrera T auch mit einem PDK-Doppelkupplungsgetriebe bestellen. Damit verringert sich die Beschleunigungszeit auf 4,2 Sekunden. Auslieferung für den puristischen Elfer ist laut Porsche im Januar 2018. Preislich startet der 911 Carrera T bei 107.553 Euro.

Porsche 911 Carrera T (2017): Test

Technische Daten und Preis: Carrera T kostet über 100.000 Euro

Porsche 911 Carrera TMotor: Sechszylinder-Boxer, Biturbo • Hubraum: 2981 ccm • Leistung: 272 kW (370 PS) • max. Drehmoment: 450 Nm bei 1700 bis 5000 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 4,5 s (4,2 mit PDK) • Topspeed: 293 km/h • Gewicht: 1500 kg • Verbrauch: 9,5 l/100 km • Preis: ab 107.553 Euro.

Autoren: Andreas Huber, Peter R. Fischer, Georg Kacher

Stichworte:

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