Porsche 911: Gebrauchtwagentest

Porsche 911 Carrera Porsche 911 Carrera

Porsche 911: Gebrauchtwagentest

— 01.04.2011

Spiegeleier-Elfer zum Jubel-Preis

Echte Sportwagen-Fans kann der Porsche 911 um den Verstand bringen: Man träumt von ihm, das nötige Kleingeld fehlt aber. Die Lösung: Den Elfer der Baureihe 996 gibt's schon ab 20.000 Euro.

Der 911er macht mich fix und fertig. Jetzt will ich ihn, bin aber gerade nicht flüssig. Später, wenn ich die Kohle habe, komm ich da nicht mehr rein, Arthritis und so. Gut, dass es den Typ 996 gibt. Der ist ein echter 911er und als Gebrauchter dennoch bezahlbar. Wieso eigentlich? Es liegt an den Scheinwerfern. Wie Spiegeleier sehen die aus, verunstalteten zwischen 1997 und 2006 den Porsche-Bug. Wahre Porsche-Fans wandten sich entsetzt ab, andererseits: Bei dem Preis könnte ich damit leben. Dieses 911 Cabrio mit 300 PS steht bei Detlev Reinhardt in Hamburg. 25.000 Euro will er für seinen Privatwagen, inklusive Hardtop. Das Serviceheft ist komplett durchgestempelt, wohlgemerkt vom Porsche-Zentrum. Letztens erst, erzählt er, war das Bedienteil für die Klimaanlage kaputt. Machte mal eben 765 Euro.

Klassisches Elfer-Cockpit mit großem Drehzahlmesser in der Mitte.

Auf zur Probefahrt. Es riecht nach Marlboro oder Stuyvesant, und ich beschließe, 200 Euro für eine Ozonbehandlung abzuziehen, die Nase fährt ja mit. Ansonsten alles chico: Navi an Bord, Tiptronic, elektrische Sitzverstellung, Xenon. Der Vorbesitzer zahlte mal 90.000 Euro. Wer wie ich bei diesem Wertverlust ins Grübeln kommt, sollte bedenken: Nur bei Porsche warten lassen, zum Stundenlohn von 140 Euro. Der kleine Service alle 20.000 km kostet 500, der große alle 40.000 km 850 Euro. Und fragen, ob der Simmerring der Kurbelwelle getauscht wurde, der ist oft undicht. Porsche nimmt dafür 1000 Euro. Zum Ende meiner Runde blinkt das Lämpchen für die Bremsbeläge. Anruf bei Porsche: Macht 1060 Euro. Gulp! Müssen auch die Bremsscheiben neu, bin ich mit 1930 Euro dabei. Wie gesagt: Der 911er macht mich fix und fertig.
Porsche 911 (Typ 996): Leistung: 300 PS • Baujahr: 2001 • Kilometerstand: 157.000 • Preis: 25.000 Euro.
Porsche 911 (Typ 996)
Vorteile: Nachteile:
Wunderschöner Sportwagen mit hoher Alltagstauglichkeit, langlebiger Sechszylinder-Boxermotor, Verarbeitung für die Ewigkeit Getriebeseitiger Simmerring der Kurbelwelle ist meist undicht, erst seit Modelljahr 5/06 gibt es eine Dichtung mit Doppel-Lippe
Andreas May

Andreas May

Fazit

Der Typ 996 ist die billigste Art, einen echten Porsche 911 durch den Alltag zu steuern, Spiegeleier-Augen sei Dank. Aber Achtung: Wer nur den Kaufpreis hat und kein Geld für regelmäßige Wartung bei Porsche, sollte weiter Polo fahren.

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