Porsche 911 GT3 Facelift (2017): Test

Porsche 911 GT3 Facelift (2017): Test

Porsche 911 GT3 Facelift (2017): Test

— 27.04.2017

Endlich wieder ein handgerissener GT3

Porsche hat die Fans erhört: Das Facelift des 911 GT3 gibt es auf Wunsch handgeschaltet. Doch das ist nicht die einzige Neuerung. Fahrbericht!

Vorstellung: Feinschliff für den GT3-Look
Interieur: Erste Sitzprobe im GT3
Fahren: Porsche 911 GT3 Facelift im Test (Update!)
Connectivity: Der GT3 schließt zu den aktuellen Elfern auf
Motor: Der Handschalter ist zurück
Technische Daten und Preise: Bei 152.416 Euro geht es los für das GT3 Facelift

Vorstellung: Feinschliff für den GT3-Look

Die Optik des 911 GT3 Facelift wurde nur behutsam überarbeitet.

Der letzte Sauger-Elfer: Auch wenn die Carrera-Modelle vollständig auf den neuen Dreiliter-Turbo umgestellt worden sind, lebt der saugende Sechszylinderboxer weiter – im 911 GT3. Der bekommt zum Modelljahr 2017 ein Facelift, das ihn optisch und technisch an seine modernisierten Brüder anpasst. Um eines vorwegzunehmen: Der derzeit kompromissloseste und rennstreckentauglichste Straßen-911 behält seinen sägenden Saugersound, denn unter dem Heckdeckel darf weiterhin ein Boxerherz ohne Aufladung schlagen. Damit tritt das Tracktool gegen Sportgrößen wie BMW M4 GTS (500 PS) und Mercedes-AMG GT R (585 PS) an. Optisch überarbeitet Porsche den GT3 recht dezent. Die neue Frontschürze ist etwas kantiger gestaltet und erinnert mit den schmalen Tagfahrleuchten an den Cayman GT4. Die Zentralverschlussfelgen behalten das alte Design, werden ab der Modellpflege aber mit Pinstripes in Wagenfarbe verziert. Die Seitenblätter des nun 20 Millimeter höher platzierten Carbon-Heckspoilers sind schwarz, die hintere Stoßstange hat im unteren Bereich eine unauffällige Überarbeitung bekommen. Nach wie vor typisch GT3 ist die mittig mündende Auspuffanlage mit zwei Endrohren. Die dreidimensional ausgeformten Rückleuchten übernimmt das GT3 Facelift von den anderen aktualisierten Porsche der Baureihe 991.

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Interieur: Erste Sitzprobe im GT3

Die Karosserie des GT3 liegt 25 Millimeter tiefer als bei den Carrera-Elfern. Die Abstimmung des Fahrwerks haben die Entwickler feingetunt.
 

Fest umklammern die optionalen Vollschalensitze die maximal zwei Insassen – denn statt der Notsitze im Fond gibt es: nichts. Der GT3 ist eben ein gewichtsreduzierter Athlet. Das zeigt sich auch am Lenkrad, das in seiner Form an das Volant des 918 Spyder angelehnt ist (36 Zentimeter Durchmesser) und ganz ohne Knöpfe auskommt. Dafür ist es mit feinem Alcantara bezogen und hilft dem quertreibenden Fahrer mit seiner Zwölf-Uhr-Markierung den Überblick darüber behalten, wohin die Vorderachse gerade will. Ergonomisch ist der GT3 – wie auch seine softeren Brüder – hervorragend und lädt dazu ein, lange Passstraßenetappen zu genießen. Wer es ein wenig bequemer haben will, der kann statt der Schalensitze auch elektrisch einstellbare Sportsitze (Sportsitze Plus) oder klappbare Sportschalensitze wählen.

Fahren: Porsche 911 GT3 Facelift im Test

Boulevard ist für die anderen, der GT3 will fahren, am besten schnell und am Limit. AUTO BILD hat die Gelegenheit vorab den neuen GT3 zu fahren. Und zwar den Handschalter, der erst ab September 2017 zu haben ist. Fraglos das Kaufargument für den neuen GT3 im Vergleich zum GT3 RS, den Porsche bislang im Angebot hatte. Ansonsten gibt es allerdings einige Parallelen. Die beginnen mit den 500 PS, die beide Modelle gemeinsam haben. Ebenso wie der Vorderbau und Heckteile aus leichtem Polyurethan oder Carbonflügel hinten. Mit dem neu entwickelten Vierliter-Boxer ist der GT3 wahrscheinlich die größte anzunehmende Gefahr für den Führerschein überhaupt. 3,4 Sekunden von 0 auf 100 (3,9 Sek. als Handschalter), glatte elf Sekunden bis 200 km/h (11,5 Sek /Handschalter). Das Leistungsgewicht liegt bei 2,86 Kilo pro PS (2,83 kg/PS mit Handschalter). 320 km/h sind mit dem Handschalter drin. Wer hier nicht Contenance bewahrt sollte besser schon mal einen Überweisungsträger und ein Einschreiben nach Flensburg vorbereiten. Ohnehin verbietet es die Vernunft, den GT3 auf öffentlichen Straßen ans Limit zu treiben. Dieses Privileg bleibt der Rennstrecke vorbehalten. Herrlich kurze Schaltwege, ein perfekt orchestriertes Klangspektakel. Im Sport-Modus wird das Zurückschalten vor den Kurven mit kurzen Zwischengasstößen abgerundet. Es brabbelt, keucht und faucht, wie es eben nur ein Sauger kann.

Der Vierliter-Boxer dreht bis 9000 U/min – auf der Landstraße ist der 911 GT3 ein Gedicht.

Und er dreht – und wie! Willig bis zu 9000 Umdrehungen pro Minute, erst bei 8250 U/min liegt der Leistungs-Zenit des Boxers, bei 6000 Umdrehungen das maximale Drehmoment von 460 Newtonmeter an. Die Keramik-Bremsen verzögern brachial, aber punktgenau. Der sechste Gang ist im Vergleich zum Doppelkupplungsgetriebe etwas länger ausgelegt, die übrigen Gänge passgenau auf die Charakteristik des Motors abgestimmt. Wie im Grunde das ganze Auto dazu dient, dem Prunkstück aus Weissach auf der Hinterachse die bestmögliche Entfaltung zu sichern. 20 Millimeter höher steht der Heckspoiler, der die angetriebene Hinterachse mit noch mehr Druck auf die Straße presst. Die Hinterachslenkung bringt in den schnellen Ecken mehr Seitenführung. Wird der Elfer beim Flug über die Kuppe leicht, dann halten eigens neue Helper-Federn die Räder der Hinterachse in Habacht-Stellung. Die gute Nachricht: Es geht auch mit dem GT3 gesetzeskonform. Porsche bietet sogar optional einen Lift für die Vorderachse an, damit der Rennstrecken-Elfer auch ungünstig gebaute Tiefgaragen schafft. Die schlechte Nachricht: Der GT3 ist wie Ecstasy für Sportwagen-Fans. Motorsport für die Straße mit unglaublich hohem Suchtpotenzial.

Connectivity: GT3 schließt zu den aktuellen Elfern auf

Mit dem GT3 Facelift schließt Porsche die Modellpflegemaßnahmen für die aktuellen 911-Modelle ab. So profitiert der GT3 von den gleichen Updates wie die anderen Elfer: Serienmäßig sind das bekannte Infotainmentsystem PCM samt Siebenzoll-Touchscreen an Bord. Dazu gibt's die "Track Precision App", mit der man gefahrene Rundenzeiten und Fahrdaten dokumentieren, auswerten und teilen kann.

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Motor: Der Handschalter ist zurück!

Statt eines großen gibt es jetzt zwei Lufteinlässe für den 500 PS starken Sechszylinderboxer!

Ein Aufschrei ging durch die Fangemeinde, als Porsche den GT3 in Genf 2013 erstmals ausschließlich mit dem Doppelkupplungsgetriebe PDK vorstellte. Anscheinend haben die Kritiker nicht umsonst gemault, dass der ungefilterte Charakter des GT3 durch das hocheffiziente PDK leide. Die fahrbegeisterten Enthusiasten haben die Porsche-Verantwortlichen offenbar erweicht, denn vier Jahre später gibt es jetzt wieder einen handgerissenen GT3 – mit dem Sechsganggetriebe als Option! Die zweite große Neuerung in Sachen Antrieb ist der Motor des GT3 Facelift, der nun über glatte vier Liter Hubraum und 500 PS verfügt (Vorfacelift: 475 PS aus 3,8 Liter Hubraum). Damit entspricht die Antriebseinheit weitgehend der des ausverkauften 911 R. Die Änderungen am Motor beschränken sich auf einen geänderten Ventiltrieb (Schlepphebel und starrer Ventiltrieb), eine neue Ölpumpe mit zentraler Öleinspeisung und eine andere Kurbelwelle. In Verbindung mit dem manuellen Getriebe bekommt der 991 GT3 zudem erstmals eine mechanische Quersperre – die PDK-Version behält die elektronisch gesteuerte Sperre des Vorfacelifts. Der modernisierte 911 GT3 ist ab sofort bestellbar und kostet mindestens 152.416 Euro. Bei den Händlern steht der Zweisitzer dann ab Mai 2017.

Technische Daten und Preis: Bei 152.416 Euro geht es los

Die 500 PS haben leichtes Spiel mit dem 1430 Kilo leichten GT3. Mit PDK soll der Sport-Elfer in 3,4 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und maximal 318 km/h schaffen. Handgeschaltet dauert der Standardsprint mit 3,9 Sekunden naturgemäß etwas länger – was Fans nicht stören dürfte, denn wer beschleunigt schon immer voll? In Sachen Topspeed zieht der manuelle GT3 seinem PDK-Pendant dafür langsam weg. Er rennt laut Porsche bis zu 320 km/h. Preislich macht es übrigens keinen Unterschied, ob das PDK oder die manuelle Sechsgang-Handschaltung gewählt wird.

Porsche 911 GT3 Facelift • Motor: Sechszylinder-Boxer • Hubraum: 3996 ccm • Leistung: 368 kW (500 PS) bei 8250 U/min • max. Drehmoment: 460 Nm • Beschleunigung: 0-100 km/h in 3,9 s (3,4 s mit PDK) • Topspeed: 320 km/h (318 km/h mit PDK) • Leergewicht: 1413 kg (1430 kg mit PDK) • Verbrauch: 12,9 l/100 km (12,7 l/100 km mit PDK) • Preis: ab 152.416 Euro (152.416 Euro mit PDK).

Porsche 911 GT3 Facelift (2017): Test

Autoren: Peter R. Fischer, Markus Mechnich

Stichworte:

Leichtbau Sportwagen

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