Porsche 911 GT3: Fahrbericht

— 22.07.2013

Schnell, laut, hart und dreckig – 911 GT3

Der 911 GT3 kommt im August auf den Markt. Ob der Rundkurs-Renner trotz elektronischer Unterstützung und Automatik immer noch der extremste 911 ist, klärt der erste Fahrbericht!



Der neue Porsche GT3 ist für alle, denen der normale 911 viel zu brav ist. Trotz vieler elektronischer Helfer und und komfortabler Doppelkupplungsautomatik, bleibt der GT3 puristisch. Selbst wenn man gerade nicht über die Nordschleife oder den Norisring jagt, fühlt sich der GT3 verdächtig nach Rennwagen an: Wo die normalen Boxermotoren aus Zuffenhausen fast so ruhig laufen wie die Zwölfzylinder einer Luxuslimousine, schüttelt und rüttelt sich dieser 3,8-Liter beim ersten Gasstoß nach dem Leerlauf wie ein Grizzly nach dem Winterschlaf. Und statt eines kultivierten Tenors hört man hier klassischen Speed-Metall: schnell, laut, hart und dreckig. Erst recht, wenn man beim Getriebe in Sport wechselt und die Schallklappen im Auspuff öffnet. Dann dreht der Motor jeden Gang aus und schaltet vor einer Kurve auch mal ungeniert in den Ersten zurück. Nicht umsonst beginnt der rote Bereich des Drehzahlmessers jetzt erst bei 9000 Touren, wo sonst schon mancher Turbo ins Rotieren kommt. Da hat sich das Gespräch mit dem Mitfahrer endgültig erledigt.

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Kraftpaket: 475 PS und maximal 440 Nm – das ist ein Treibsatz, der keine Zweifel zulässt.

Doch sonderlich kommunikativ ist ein Auto wie der GT3 ohnehin nicht. Dem Passagier bleiben die Worte im Halse stecken, und dem Fahrer verschlägt es glatt die Sprache, so schnell schießt der mühsam gezähmte Rennwagen davon. 475 PS und maximal 440 Nm – das ist ein Treibsatz, der keine Zweifel zulässt: Tempo 50 im ersten, bei 80 noch lange im zweiten Gang und nach 3,5 Sekunden über 100 – dieses Auto ist die pure Versuchung. Und eine rasende Sinnestäuschung. Denn natürlich hört man den Motor im Heck, und selbstredend fühlt man die Beschleunigung, die einem im Magen liegt wie ein blutiges T-Bone-Steak. Aber selbst wenn man schon alle anderen Autos hinter sich gelassen hat, fühlt sich der GT3 nicht schnell an, so leicht lässt er sich über die Landstraßen treiben.
 

Top-Sprinter: In 3,5 Sekunden geht es für den 911 GT3 von null auf hundert km/h.

Dabei hat das schützende Netz der Elektronik beim GT3 wunderbar weite Maschen. Natürlich gibt es eine Traktionskontrolle und ein Stabilitätssystem. Aber man muss die Helfer gar nicht erst abschalten, um mal wieder ein bisschen seine Freiheit zu genießen, so tolerant sind sie programmiert. Mit diesem Porsche langsam zu fahren, ist eine echte Charakterprobe – und macht ohnehin keinen Spaß. Aber nur schnell fahren geht irgendwie auch nicht. Denn egal wie eisig die Klimaanlage bläst und wie viel Restkomfort die dünnen Lederschalen in der ansonsten ziemlich ausgeräumten Kabine noch bieten: Von 0 auf 100 in 3,5 Sekunden, auf freier Strecke bis zu 315 km/h und dazwischen mehr Längs und Querkräfte als an einem Tag in der Achterbahn – nach zwei Stunden ist der Rücken nass, die Arme sind schwer und die Knie sind weich.

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Die sonst mittlerweile überall zum Standard erhobene Start-Stopp-Funktion bauen die Schwaben im GT3 deshalb lieber gar nicht ein. Und von einem Verbrauchsvorteil ist diesmal auch nicht die Rede, sondern nur von den 12,8 Litern auf dem Prüfstand, die man in der Praxis ohnehin vergessen kann. Zum 911 GT3 gehören aber nicht nur das brettharte Fahrwerk und der furiengleiche Hochdrehzahl-Motor, sondern auch ein Design zum Fürchten. Bei keinem anderen Porsche ist der Spoiler deshalb größer. Natürlich dient er zuallererst der Aerodynamik und hält den Wagen auch dann noch auf der Straße, wenn die Physik sich längst verabschiedet hat. Der Porsche 911 GT3 kommt ab 137.303 im August auf den Markt.
 

Autor: Thomas Geiger

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