Porsche 911 GT3 im Alltagstest

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Porsche 911 GT3 im Alltagstest

— 14.07.2017

Zu geil für diese Welt!

Der rassigste aller 911er heißt GT3. Wie gut er geht, klärt unser Test. Was wir ebenfalls feststellen: Meist ist der Porsche völlig unterfordert!

Kreischende 9000 Touren, bissige 500 PS, atemberaubende 318 km/h schnell, happige 152.416 Euro teuer – der neue Porsche 911 GT3 ist ein Extrem-Typ. Extrem schnell, extrem rassig, extrem laut. Ach ja: und extrem unterfordert. Jedenfalls meistens.

Die Stadt ist nicht das natürliche Habitat eines GT3

Unterfordert: Ganz normaler Stadtverkehr ist für den GT3 fast schon eine Quälerei. Er kann so viel mehr.

Bei legaler Behandlung stutzen ihn Straßenverkehrsordnung, Moral und gesunder Menschenverstand ordentlich zusammen – auf ein 90 PS schwaches, schleichendes, untertourig dahertuckerndes Wägelchen. Jedenfalls dürfte es sich für ihn selbst so anfühlen. Ständig könnte der GT3 schneller, als er dürfte, meist hätte er viel mehr zu bieten als erlaubt, selten hätte er den Platz, so richtig wild zu toben. Wie sehr sich Reglementierungen des Alltags auf ihn auswirken, haben wir ausprobiert, auf abgesperrter Strecke nachgefahren und ausgerechnet. Bis zu 200 (!) Prozent seiner Möglichkeiten büßt er demnach ein. Ganz klar: Wir wollen auf keinen Fall dazu animieren, mehr zu wagen als erlaubt. Nur theoretisch betrachten, wo er mit gebremstem Schaum läuft. Sagen wir so: auf öffentlichen Straßen eigentlich immer.
Alle News und Tests zum Porsche 911 GT3

Natürlich haben wir den neuen GT3 auch auf seine Sportlichkeit außerhalb aller Straßenverkehrsregeln getestet. Wie er auf einer abgesperrten Rundstrecke (in unserem Fall der Trockenhandlingkurs des Contidroms bei Hannover) abschneidet, sehen Sie – wie alle anderen Details – in der Bildergalerie.
Fahrzeugdaten Porsche
Modell 911 GT3
Motor Sechszylinder-Boxer
Einbaulage hinten längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/4
Nockenwellenantrieb Kette
Hubraum 3996 cm³
kW (PS) bei 1/min 368 (500)/8250
Nm bei 1/min 460/6000
Vmax 318 km/h
Getriebe Siebengang-Doppelkupplung
Antrieb Hinterradantrieb
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung v. 245/35 R 20/h. 305/30 R 20 Y
Reifentyp Michelin Pilot Sport Cup 2
Radgröße v. 9 x 20"/h. 12 x 20"
Abgas CO2 288 g/km
Verbrauch* 19,4/8,8/12,7 l
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 90 l/Super plus
Partikelfilter -
Kältemittel/Klimaanlage R1234yf
Vorbeifahrgeräusch 74 dB(A)
Länge/Breite/Höhe 4562/1852-1978/1271 mm
Testwagenpreis 166.423 Euro
* innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km
Messwerte Porsche
Beschleunigung
0–50 km/h 1,3 s
0–100 km/h 3,4 s
0-130 km/h 5,0 s
0–160 km/h 7,2 s
0–200 km/h 11,0 s
Zwischenspurt
60–100 km/h 1,7 s
80–120 km/h 2,0 s
Leergewicht/Zuladung 1498/279 kg
Gewichtsverteilung vorn/hinten 39/61 %
Wendekreis links/rechts 11,0/11,0 m
Bremsweg
aus 100 km/h kalt 33,1 m
aus 100 km/h warm 31,7 m
aus 200 km/h warm 123,3 m
Innengeräusch
bei 50 km/h 68 dB(A)
bei 100 km/h 74 dB(A)
bei 130 km/h 77 dB(A)
Testverbrauch – CO2 13,5 l -320 g/km
Reichweite 660 km

Jan Horn

Jan Horn

Fazit

Als Sportwagen ein Volltreffer. Wobei: Wir hätten weniger Nervosität erwartet und uns eine bessere Rundenzeit gewünscht. Der Nebenaspekt 'Racer im Straßenverkehr' ging natürlich nicht in die Wertung ein – hat uns aber Spaß gemacht!

Autoren: Jan Horn, Mirko Menke

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