Porsche 911 Speedster: Fahrbericht

Porsche 911 Speedster (2011) Porsche 911 Speedster (2011)

Porsche 911 Speedster: Fahrbericht

— 02.11.2010

Der Kurvenversteher

Porsche hat den 911 Speedster wiederbelebt. In einer Kleinserie und, wie es sich sich für einen Speedster gehört, unverschämt teuer. AUTO BILD war schon mit ihm unterwegs!

Der neue Porsche 911 Speedster ist zwei Autos in einem – lässiger Gleiter und begnadeter Kurvenversteher. Als Boulevardier klickt er früh den großen Gang ein und brabbelt sich schon zwischen 2000 und 4500 Touren in Ekstase. Als Racer fixiert er das Getriebe in Manuell, die Fahrdynamikregelung in Sport oder Sport Plus und das Stabilitätsprogramm in Off. Die GTS-Maschine zündet an beiden Enden, denn sie legt zwischen 6000 und 7500 Umdrehungen 23 PS nach, und sie schärft mit sechs Luftklappen statt nur einer den Drehmomentverlauf bis 4200 Umdrehungen. Das bringt eine halbe Sekunde beim Spurt von 0 auf 100 km/h (4,4 statt 4,9 Sekunden) und ein kleines Lichtjahr beim Erster-zweiter-dritter-Gang-Staccato von Serpentine zu Serpentine.

Überblick: Alle News und Tests zum Porsche 911

Power im Heck: Diese Ansicht dürfte die häufigste für andere Autofahrer sein.

Porsche hat dem Speedster jene Untugenden abgewöhnt, die für den Angstmacher-Ruf der frühen Elfer mitverantwortlich waren: das zickige Nachlaufen, das in Schlaglöcher Wecksacken, das unvermittelte Gieren und das Durchzittern bis in die Handflächen. Die extreme Bereifung mit den relativ schmalen 235ern an der Vorderachse und die um sechs bzw. 34 Millimeter (hinten) breitere Spur verlegen den Grenzbereich in die Grauzone zwischen spätem Untersteuern und noch späterem Übersteuern. Mit jedem Drift werden die Gummis heißer, klebriger und entsprechend unwilliger, sich der Überzeugungskraft von Drehmomentkick und Lenkwinkelkonter zu beugen. 

Überblick: Alle News und Tests zu Porsche

Innen regiert Handarbeit, das Leder ist blau wie der Speedster. Es gibt ihn auch in Weiß.

Die Kapuze des allerneuesten Speedster trickst sich vor lauter Cleverness gelegentlich selbst aus. Der Verdeckkastendeckel will elektrisch ent- und verriegelt werden, doch der eigentliche Öffnungsprozess geht manuell vonstatten – wobei die seitlichen Gestängeabdeckungen in senkrechten Verhüterlis abgelegt werden müssen. Die Speedster-Windschutzscheibe ist eine Leihgabe des Boxster, die Rohkarosse wurde vom C4S übernommen, Alutüren und Hauben hat man sich beim Turbo ausgeborgt, die Anbauteile entsprechen dem Sport-Design-Paket. Wirklich neu sind also das Verdeck, die Fahrwerkabstimmung mit dem dickeren hinteren Stabilisator und das mit allen Finessen der Zunft veredelte Interieur. Der Porsche 911 Speedster rollt im Dezember 2010 zum Preis von 201.682 Euro auf den Markt und ist auf 356 Exemplare limitiert. Wie sich der neue Porsche 911 Speedster im Vergleich mit seinen historischen Vorgängern fährt, lesen Sie ab Freitag (5. November) in AUTO BILD 44/2010!

Technische Daten Boxer-Benzinmotor,  Hubraum 3800 cm³ • Leistung 300 kW (408 PS) bei 7300/min • 420 Nm bei 4200–5600/min • Zweikreis-Bremsanlage mit achsweiser Aufteilung • vorn 8,5 J x 19 mit 235/35 ZR 19 • Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe • Einzelradaufhängung v/h • hinten 11,5 J x 19 mit 305/30 ZR 19 • Länge/Breite/Höhe 4440/1852/1230 mm • Radstand 2350 mm • Leergewicht 1540 kg • Kofferraumvolumen 135l • Tankinhalt 64l • Zuladung 380 kg • 0–100 km/h in 4,4 Sekunden • Höchstgeschwindigkeit 305 km/h • Preis 201.682 Euro.

Autor: Georg Kacher

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