911 Turbo S/GT-R Black Edition: Vergleich

Porsche 911 Turbo S Nissan GT-R Black Edition Nissan GT-R Black Edition

Porsche 911 Turbo S/Nissan GT-R Black Edition: Vergleich

— 02.10.2013

Beschleunigungs-Feuerwerk

Sie fluten beide ihre fetten 20-Zoll-Räder selektiv mit rund 550 PS aus aufgeladenen 3,8-Liter- Sechszylindern – und doch unterscheiden sich neuer Turbo und GT-R beträchtlich voneinander.

Bevorzugen Sie mehr die sanfte oder eher die harte Tour? Unter Supersportlern ist dies eine Frage der Philosophie. Nissan pflegt im GT-R seit jeher die lautstarke Kommunikation. Schon die Bedienungsanleitung stimmt darauf ein. Sämtliche Systeme arbeiten zugunsten optimaler Fahrdynamik – und das soll der Fahrer auch spüren. Im neuen Porsche 911 Turbo S schaffen die Heinzelmännchen hingegen weitestgehend im Verborgenen, sind so geschmeidig integriert, dass man die werksseitig erreichte Nordschleifen-Zeit von 7:27 Minuten angesichts des carbonverzierten, nach Leder duftenden Interieurs zunächst kaum glauben mag.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Den Porsche kümmern aufgrund schlechtwetter­tauglicherer Pirelli P Zeros Pfützen wenig.

Porsche Verlustfrei presst er seine Kraft gen Straße. Wer mitbekommen will, wie das genau vonstattengeht, muss schon das ent­sprechende Performance-Menü aufrufen. Rou­tiniert verdauen die adaptiven Dämpfer Bodenwellen, glätten Querfugen und verleihen dem po­tentesten aller 911 einen ausge­sprochen langstreckentauglichen Federungskomfort. Mit etwa 5000 Startschuss-Touren springt der 911 unter leichtem Schlupf den Horizont an, furios flitzt die Drehzahlmessernadel bis 7200 Touren – Gang für Gang. 750 Newtonmeter drücken im Overboost unerbittlich und geschmeidig zugleich. 3,1 kurzweilige Sekunden stellt Porsche für den 100er-Sprint in Aussicht. Und das ist fast noch untertrieben, mutmaßt das berauschte Popometer.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Der GT-R knallt mit lautstark schmatzenden Pneus über Querfugen und nervt mit ständigen Vertikalbewegungen.

Nissan Der GT-R kontert mit einer Werksangabe von 2,7 s – die allerdings noch keiner unserer Testwagen bis dato einlösen konnte. Trotz Allrad drehen die Hinterräder beim Blitzstart etwas zeitraubend durch. Viele von seinen 550 Pferden behält der Japaner nämlich mit Vorliebe an der Hinterachse. Das mag bei Zeitenhatz auf staubtrockener Pis­te agilitätsfördernd wirken, verbie­tet aber allzu forsches Gasgeben bei Nässe. Andernfalls zuckt sogar noch bei Richtgeschwindigkeit aufgrund von heftigem Radschlupf das spoi­lerbewehrte Heck. Auch wegen der aquaplaningempfindlichen, da spärlicher profilierten Spezialreifen Marke Dunlop SP Sport Maxx GT 600 DSST CTT, die eine Mischung aus Auto- und Motorradgummi darstellen, ist bei Regen erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Weitere Einzelheiten zum Vergleich der zwei Sportler bekommen Sie in der Bildergalerie.
Technische Daten Nissan Porsche
Motor V6, Biturbo B6, Biturbo
Hubraum 3799 cm³ 3800 cm³
kW (PS) bei 1/min 404 (550)/6400 412 (560)/6500–6750
Nm bei 1/min 632/3200–5800 700/2100–4200
Getriebe 6-Gang-Doppelkupplung 7-Gang-Doppelkupplung
ECE-Normverbrauch Ø auf 100 km 11,8 l SP (100 Oktan) 9,7 l Super Plus
Beschleunigung von 0–100 km/h 2,7 s 3,1 s
Beschleunigung von 0–200 km/h k.A. 10,3 s
Höchstgeschwindigkeit 315 km/h 318 km/h
Serienfahrzeug ohne Extras 96.000 Euro 195.256 Euro

Frank Wiesmann

Frank Wiesmann

Fazit

Halb so teuer wie der Turbo S – ein ganz starkes Argument pro Nissan, das der Japaner angesichts der Überlegenheit des neuen Top-911 aber auch dringend braucht. Denn der Porsche beschleunigt noch vehementer, kurvt leichtfüßiger ums Eck und krönt seine fahrdynamische Galavorstellung zu allem Überfluss mit deutlich besserem Fahrkomfort.

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