Porsche 928: Boeing-Power — 15.07.2010
Porsche 928 mit Turbinenantrieb
Freunden des Porsche 928 ist kein Aufwand zu groß, um dem Traditions-Porsche 911 den Marsch zu blasen. Bestes Beispiel: ein Porsche 928 mit Gasturbinen-Antrieb.
Liebhaber und Kenner des
Porsche 928 sind ein mindestens so eingeschworenes Grüppchen wie die Fans des klassischen 911ers. Seinerzeit sollte der 928 den
911 ablösen, schaffte es aber nie, aus dessen Schatten zu treten. 928-Fahrer halten allerdings große Stücke auf ihren mit einem bis zu 350 PS starken Achtzylinder ausgestatteten Gran Turismo. Um dem Traditions-Porsche 911 gehörig den Marsch zu blasen, kommen 928-Besitzer heute auf die ungewöhnlichsten Ideen. Aktuell geistert ein total verrückter Umbau aus den Vereinigten Staaten durch die weltweiten Autoblogs: ein per Gasturbine angetriebener Porsche 928, Baujahr 1982. Statt der serienmäßigen 240 bis 300 PS schieben den von seinem Besitzer "Jetcar" getauften Porsche 928 satte 370 PS aus einer Boeing-Düse über die Bahn. 20 PS mehr, als der stärkste 928 ab Werk vorzuweisen hatte.
Statt einer V8-Maschine dampft hier eine Boeing-Turbine.
Weitaus beeindruckender ist allerdings das Drehmoment der Boeing-T50-Turbine: Höllische 945 Newtonmeter spuckt das Strömungsaggregat aus. Der Porsche ist mit dem Triebwerk, das ursprünglich einer QH50-Helikopter-Drone zum Flug verhalf, über 250 km/h schnell. Der Besitzer nutzt seinen Turbinen-Porsche übrigens täglich. Kleiner Haken: Die Reichweite liegt bei rund einem halben Kilometer pro Liter Diesel (möglicher Treibstoff neben Kerosin). Zu nahe sollte man dem Düsen-Porsche allerdings nicht kommen: Die Turbine rauscht mit gut 130 Dezibel und die beiden Auspuffrohre, die aus der Haube ragen, werden im Normalbetrieb über 500 Grad heiß. Flugzeugturbinen verfügen über einen so genannten Nachbrenner. Schaltet man diesen zu, wird zusätzlich eingespritzter Treibstoff in den Abgasrohren verbrannt. Flugzeuge erreichen durch den Nachbrenner-Einsatz Geschwindigkeiten von über 1000 km/h – das ist allerdings selbst für den verwegenen 928-Umbau ein bisschen zu schnell.