Porsche Carrera GT

Porsche Carrera GT

— 04.02.2003

Wendelins Geniestreich

Auf dem Genfer Salon zeigt Porsche sein neues Paradestck: 612 PS unter der Haube, 330 km/h schnell, null auf 200 in 9,9 Sekunden.

Monocoque-berflieger aus Kohlefaser

Konsequenter Leichtbau und "Konzentration auf das wirklich Wesentliche eines Sportwagens" hatte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking im Lastenheft gefordert. Auf dem Genfer Automobilsalon (6.3. bis 16.3.2003) zeigen die Stuttgarter erstmals der breiten ffentlichkeit, was dabei herausgekommen ist: ein berflieger namens Carrera GT.

Optik und Statur verraten auf den ersten Blick, dass die Gene dieses ber-Porsche im Motorsport liegen. Der Zehnzylinder-Motor mit Trockensumpfschmierung basiert auf jenem 5,5 Liter V10-Saugmotor, der fr Rennaktivitten entwickelt wurde. Fr den Einsatz im Serienfahrzeug haben die Techniker des Entwicklungszentrums Weissach den Hubraum auf 5,7 Liter erhht. Die maximale Leistung betrgt 450 kW (612 PS) bei 8000 Umdrehungen pro Minute, das maximale Drehmoment 590 Nm.

Motorsportmig sind denn auch die weiteren Daten: Hchstgeschwindigkeit 330 km/h, null auf 100 in 3,9 Sekunden, null auf 200 km/h in 9,9 Sekunden. Fr die optimale bersetzung der Antriebskraft sorgt ein eigens entwickeltes Sechsgang-Schaltgetriebe.

Erstmals bei Straen- und Rennfahrzeugen wird ein neues Konstruktions-Konzept sowohl das Monocoque als auch der gesamte Aggregatetrger bestehen aus kohlefaserverstrktem Kunststoff (CfK) realisiert (zum Patent angemeldet). Das macht sich auch beim Gewicht bemerkbar: Bei einer Lnge von 4,61 Metern, einer Breite von 1,92 Metern, einer Hhe von 1,16 Metern und einem Radstand von 2,73 Metern kommt der Carrera GT gerade mal auf 1380 Kilogramm.

Ende 2003 startet die Auslieferung

Um mglichst hohe Abtriebs-Beiwerte (sogenannter "Down Force") zu realisieren, hat der GT eine Unterbodengeometrie, wie man sie in hnlicher Form nur bei reinrassigen Rennsportwagen kennt. Der vllig verkleidete Unterboden aus Kohlefaser sorgt mit einem Heck-Diffusor und den Strmungskanlen fr einen zustzlichen Ansaugeffekt.

Verzgert wird der Carrera GT von der Keramik-Bremsanlage PCCB (Porsche Ceramic Composite Brake), die Porsche seit 2001 als erster Hersteller in einem Serienfahrzeug (GT2) anbietet. Fr die Kraftbertragung sorgt eine Weltneuheit: die Keramik-Kupplung PCCC (Porsche Ceramic Composite Clutch). PCCC zeichnet sich durch hohe Leistungsfhigkeit, geringe Ausmae und enorme Haltbarkeit aus.

Die extrem leichten Magnesium-Rder des Carrera GT werden in einem speziellen Schmiedeverfahren hergestellt und zum ersten Mal in einem Serienfahrzeug eingesetzt. Auch die Reifen sind eigens fr den Carrera GT entwickelt worden vorn in den Maen 265/35 ZR 19 und hinten 335/30 ZR 20.

Das Dachsystem des Roadsters besteht aus zwei einzelnen Kohlefaser-Leichtbauschalen (sie wiegen jeweils nur 2,4 Kilogramm), die im vorderen Kofferraum untergebracht werden knnen. Die ersten Exemplare des Carrera GT, der im Porsche-Werk in Leipzig gefertigt wird, kommen Ende 2003 zu den Kunden.

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