Porsche Cayenne S Diesel: Fahrbericht

— 23.10.2012

So fährt der Porsche Cayenne S Diesel

Jetzt gibt Porsche dem Selbstzünder Pfeffer: Im neuen Cayenne S fährt der stärkste Ölbrenner der Republik – 382 PS machen ihn zum Diesel-Sportler.



Wenn schon, denn schon. Nachdem sich Porsche Anfangs mit dem Diesel ziemlich schwer getan hat, machen die Schwaben jetzt endgültig ihren Frieden mit dem Selbstzünder. In Zeiten, in denen längst mehr als jeder zweite Panamera und Cayenne-Kunde einen Öltanker bestellt, hat alles andere ohnehin keinen Sinn. Weil sich die Ingenieure in Weissach aber nicht mit Mittelmaß begnügen wollen und es für Porsche nur die Spitze gibt, legen sie jetzt noch einmal nach: Wo überall die Hubräume schmelzen und die Zylinder gekappt werden, stellen sie dem V6-Diesel im Cayenne jetzt einen Achtzylinder zur Seite. Mit 4,2 Litern Hubraum und 382 PS ist er nicht nur der stärkste Porsche-Diesel aller Zeiten, sondern auch der Konkurrenz voraus. Selbst wenn ihn vom neuen M-Diesel für BMW X5 und X6 gerade mal eine Pferdestärke trennt.

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Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau: Bis Tempo 100 braucht der Cayenne S Diesel nur 5,7 Sekunden.

Bei der ersten Ausfahrt erweist sich der Diesel als Dampfhammer, der sich in Samt und Seide tarnt. Flüsterleise und die meiste Zeit tief unten im Drehzahlkeller, bringt er den Cayenne völlig mühelos und ohne jede Aufregung in Fahrt. Doch wehe, wenn man aufs Gas tritt und die famose Achtgang-Automatik beim Kickdown ein, zwei Gänge zurückschaltet: Dann spürt man in der Magengrube die Faust eines Boxers, die im Samthandschuh nur geschickt getarnt ist. Wo bis zu 850 Nm zu Werke gehen, da kennt selbst ein 2,2-Tonner kein Halten mehr und straft das Gesetz von der Trägheit der Masse Lügen: 5,7 Sekunden reichen der Wuchtbrumme auf Tempo 100, und Schluss ist erst bei 242 km/h. Klar fährt man mit dem V8-Benziner etwas schneller und mit dem Cayenne Turbo erst recht. Aber wo dort die Motoren brüllen und der Puls zu rasen beginnt, hört man vom V8-Diesel nur ein gemütliches Grummeln und will schon prüfend auf den Drehzahlmesser klopfen, ob vielleicht die Nadel hängt – denn viel mehr als 3000 oder mal 4000 Touren sind dem Motor kaum zu entlocken.

Überblick: Geländegänger bei AUTO BILD ALLRAD

Preiswert ist anders: Porsche ruft für den stärksten Diesel der Republik satte 77.684 Euro auf.

Natürlich hat Porsche den 4,2 Liter großen V8-Motor nicht selbst entwickelt. Sondern die Schwaben bedienen sich aus dem Regal des VW-Konzerns und nutzen den großen TDI aus dem Audi Q7. Allerdings haben sie so lange an der Steuerung und den beiden Turbos des Achtzylinders gefeilt, bis die Leistung noch einmal zehn Prozent nach oben ging. Eine neue Elektronik, die Ladeluftkühler des Cayenne Turbo und ein anderer Auspuff machen es möglich. Zwar wirkt der Ampelspurt im Cayenne fast so imposant wie in einem Elfer. Denn was dem Geländewagen an Tempo fehlt, macht er mit seinem Temperament und der schieren Masse wieder wett. Doch bei aller Begeisterung ist er ein SUV und kein Sportwagen. Da können die Ingenieure noch so viel am Fahrwerk basteln, die adaptiven Dämpfer noch so schnell nachjustieren, der Allrad seine Kraft noch so variabel verteilen und die Lenkung noch so präzise sein – spätestens in der ersten scharfen Kurve fordern der hohe Aufbau und das üppige Gewicht ihren Tribut. Selbst wenn sich der Cayenne dort besser schlägt als mancher Konkurrent, stößt er auf der Landstraße irgendwann an seine Grenzen – und so ein Trumm von Motor macht das buchstäblich nicht leichter.

Deshalb gehört der Ölbrenner vor allem auf die Autobahn, wo der Diesel zum potenten Dauerläufer wird. Wirklich sparsam geht natürlich anders. Aber immerhin bleibt der von außen nur an der etwas breiteren und schnittigeren Karosse des normalen S-Modells erkennbare Allradler auch dank der Start-Stopp-Funktion auf dem Prüfstand bei 8,3 Litern. Das ist knapp ein Liter weniger als beim etwas schwächeren Schwestermodell Audi Q7 und reicht mit dem optionalen 100-Liter-Tank für runde 1200 Kilometer. So lange muss eine gewöhnliche Blase erst einmal den Kaffee halten.

An der Tankstelle hält sich der Preis für das Vergnügen also womöglich in Grenzen. Doch dafür bittet der Händler ordentlich zur Kasse: Ab Januar 2013 lieferbar, kostet der Cayenne S Diesel stolze 77.684 Euro. Das sind rund 25 Prozent mehr als für den V6-Diesel, der mit seinen 245 PS auch schon kein Schwächling ist. Mehr zum Thema Porsche Tuning .

Autor: Thomas Geiger



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