Porsche Cayenne Turbo S (2015): Fahrbericht

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Porsche Cayenne Turbo S (2015): Fahrbericht

— 03.02.2015

So fährt der 570-PS-Cayenne

Downsizing? Nicht im neuen Porsche Cayenne Turbo S, der kommt mit einem 570 PS starken V8. Wie er sich fährt, das klärt unser Fahrbericht.

Während Porsche im westlichen Kulturkreis brav das Hohelied des Downsizing singt und jetzt sogar den Cayenne GTS als sportlichste Variante des Geländewagens auf einen Sechszylinder zurückgerüstet hat, halten die Schwaben vor allem für die Kundschaft im Osten tapfer am Achtzylinder fest. Weil man dort weiterhin gerne zeigt, was man hat. Und weil viel bekanntlich viel hilft, gibt es die Stuttgarter Wuchtbrumme kurz nach dem Facelift jetzt auch wieder als Turbo S mit entsprechend weit aufgerissenem Kühler und der Extraportion Pfeffer dahinter.
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Video: Porsche Cayenne Turbo S

So klingen 570 PS

Denn statt bislang 550 leistet der 4,8 Liter große Achtzylinder mit den direkt im Krümmer integrierten Ladern für ein schnelleren Ansprechen jetzt 570 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 800 Nm. Das sind 50 Nm mehr als früher, der Sprintwert verkürzt sich um 0,4 auf 4,1 Sekunden. Damit stiehlt der Turbo S selbst dem neuen 911 GTS die Schau – und raubt dem Fahrer den Atem. Schon in einem flachen Sportwagen ist so ein Spurt eine Schau. Aber wenn man das hoch über der Straße im Sessel eines SUVs erlebt und tapfer weiter beschleunigt bis zum Limit von 284 km/h, dann fühlt man sich, als reite man auf einer Lawine die Flanken des Mount Everest herunter. Nur, dass man die Raserei im Cayenne besser unter Kontrolle hat.

Der 2,2-Tonnen-Sportwagen

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Die schwäbische Wuchtbrumme hat nicht nur einen Antritt wie eine Dampframme. Auf seinen 21-Zöllern und mit dem Bauch ganz nah am Asphalt, stemmt sich der große Porsche tapfer gegen alle Gesetze der Physik: Trägheit der Masse? Fliehkraft? Dass ich nicht lache! Während der optionale Soundsymposer den Innenraum flutet und der Sportauspuff auch die letzte Schnarchnase aus dem Winterschlaf weckt, tänzelt der Cayenne für einen Koloss von mehr als 2,2 Tonnen fast leichtfüßig und linientreu durch die Kurven und lässt sich von der Querkraft kaum ins Wanken bringen. Kein Wunder. Schließlich hat Porsche vom hecklastig ausgelegten Allradantrieb und der Luftfederung über die Wankstabilisierung bis hin zum Torque Vectoring alles eingebaut, was das Regal mit den Regelsystemen hergegeben hat.

In 7:59 Minuten um die Nürburgring-Nordschleife

Trotz seiner 2,2 Tonnen Gewicht fühlt sich der Cayenne Turbo S an wie ein handlicher Sportwagen.

Und wenn die Eile mal ein Ende haben soll, kommt das Dickschiff mit den serienmäßigen Keramikscheiben von gewaltigen 42 Zentimetern überraschend schnell zum Stehen. Dieses Paket zahlt sich aus: Unter entsprechend kundiger Hand umrundet der Turbo S die Nordschleife des Nürburgrings in sieben Minuten und 59 Sekunden – selbst, wenn der Fahrer danach tief in den Seilen hängt. Aber dass es einem beim Kickdown die Sprache verschlägt, nur um einem bei der ersten Vollbremsung auch noch den letzten Rest Luft aus der Lunge zu pressen, gehört bei einem Turbo S einfach dazu. Genau wie die Schweißflecken auf den klimatisierten Lederpolstern und die Druckstellen am griffigen Lenkrad. Wer entspannt Auto fahren will, kann ja im Standgas bleiben – oder gleich einen Sechszylinder kaufen.

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Außerdem sollten die Käufer des stärksten, exklusivsten und extravagantesten Cayenne eine gewisse Sprachlosigkeit gewohnt sein. Nicht nur, weil man die bei der Modellpflege trotz des Leistungszuwachses unveränderten 11,5 Liter vom Prüfstand in der Praxis kaum ernst nehmen kann. Sondern auch, weil einem bereits bei der Unterschrift unter den Kaufvertrag die Spucke wegbleiben dürfte. Denn für den schärfsten Cayenne verlangt Porsche auch gepfefferte Preise. Mit 166.696 Euro kostet der Turbo S noch einmal 40.000 Euro mehr als der normale Turbo und glatt  doppelt so viel wie der Einstiegsbenziner.  

Autor: Thomas Geiger

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