Porsche Cayman (Alzen-Rennversion)

Porsche Cayman (Alzen-Rennversion) Porsche Cayman (Alzen-Rennversion)

Porsche Cayman (Alzen-Rennversion)

— 17.04.2007

Das Eifel-Kroko

Der neue Porsche Cayman des Alzen-Teams erfreut die Fans auf der Nürburgring-Nordschleife. Porsche hat die Rennversion allerdings nicht ganz so lieb.

Porsche ist sauer. Das musste ja so kommen. Schließlich ist Motorsport beim noblen Stuttgarter Sportwagenbauer den 911er-Modellen vorbehalten. Doch nun rüttelt ausgerechnet die kleine, aber feine Truppe um die beiden Brüder Jürgen (44) und Uwe Alzen (39) an dieser alten Tradition. Jürgen, der ältere und ruhigere Alzen-Bruder, ist der Kopf des gerade mal sechs Mann starken Teams aus Betzdorf im Westerwald. Sein fünf Jahre jüngerer Bruder Uwe ist Kultfigur auf der Nürburgring-Nordschleife. Dieser Herzblut-Racer ist für Top-Zeiten zuständig, während Jürgen sich um Technik und Geld kümmert. Beide haben das Herz am rechten Fleck und ein hehres Ziel: gewinnen, was sonst? "Nicht irgendwie und schon gar nicht mit Schmu", wie Jürgen betont. Aber er sagt auch: "Hausmannskost ist allerdings nicht unser Ding!"

Der Cayman als "Turbinchen"-Nachfolger

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Drei Jahre nach ihrem auch in Eigenregie aufgebauten 996 Biturbo-Dampfhammer mit dem Kosenamen "Turbinchen" legen Alzens nun spektakulär nach. In der Rekordzeit von nur fünf Monaten bauten sie für die Nürburgring-Langstreckenmeisterschaft eine Rennversion des Porsche Cayman. Die außergewöhnliche Autowahl liegt für Jürgen Alzen auf der Hand: "Natürlich ist der 997 (Porsches aktuelle 911er-Baureihe; d. Red.) eine tolle Basis. Aber will man alle Möglichkeiten nutzen, ist der Cayman die bessere Alternative. Verständlich, dass dies Porsche nicht unbedingt gefällt." Das große Plus des Cayman gegenüber dem 911: Mittel- statt Heckmotor plus längerer Radstand. "Am Ende geht es nur um Schwerpunkt, Balance und Fahrbarkeit", bringt es der in der DTM und allen Langstreckenklassikern gereifte Uwe Alzen auf den Punkt.

Mehr Alzen als Porsche

Für einen Rennwagen ideal: das Mittelmotor-Konzept des Porsche Cayman.

Bis auf den Vorderachsträger aus dem Porsche 996 RSR, den Scheiben und der Dämpfer-Basis ist alles neu. Von den Kevlar-Anbauten über die Antriebseinheit (Holinger-Getriebe/Drexler-Sperre) bis zu den bei H&R gefertigten Querlenkern und den zwecks geringerer Reibung nun rollen- statt gleitgelagerten Dämpfern ist alles Marke Eigenbau. Das rund 525 PS starke Sechszylinder- Boxer-Triebwerk kommt vom langjährigen Partner Reinhold Schmirler von RS-Tuning. Und Reifenpartner Hankook karrt, wenn’s sein muss, alle drei Wochen neu gebackene Spezialwalzen aus Südkorea an. Beim Rollout in Hockenheim war der Alzen-Cayman auf Anhieb schneller als die 911er. Auch beim ersten Ring-Kampf 2007 hat er trotz Ausfalls auf P3 liegend überzeugt.

Am Ende mit Platz fünf zufrieden

Die meisten der 190 Konkurrenten durften den Cayman nur von hinten bewundern.

"Kein ernstes Problem, das Ausrücklager der Kupplung ging kaputt", ist Jürgen Alzen dennoch zufrieden. "Uwe ist auf Anhieb 8.27 (Minuten über 24,433 km; d. Red.) gefahren, der Schnellste 8.23. Jetzt wissen wir, dass unser Konzept aufgeht." Dabei auch ganz wesentlich: die Gewichtsverteilung von 46,5 Prozent vorn zu 53,5 Prozent hinten. "Egal mit welcher Spritmenge, das Verhältnis ändert sich nur um ein halbes Prozent", sagt Jürgen Alzen stolz. Das Ziel nun: die große Nordschleifen-Runde deutlich unter 8.20 Minuten. Damit wäre der Alzen-Cayman drei Sekunden schneller als der Rest des Feldes. Und einen Trumpf für ihren Cayman haben die Alzens noch im Keller: einen Porsche-V10-Motor aus dem Carrera GT mit satten 660 PS. "Es fehlen nur ein paar Kleinigkeiten", grinst Jürgen Alzen. Und Porsche vergeht das Lachen noch mehr.

Und das sagt Porsche:

"Im Bereich des seriennahen Motorsports konzentriert sich Porsche auf den 911er. Projekte von Privatteams, die auf Basis der Porsche-Cayman-Fahrzeuge setzen wollen, werden von uns nicht unterstützt." (Hartmut Kristen, Porsche-Motorsportdirektor)

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