Porsche Cayman: Fahrbericht
— 09.02.2013So fährt der neue Porsche Cayman
Von wegen Elfer für Arme: Mit dem neuen Cayman setzt Porsche ganz auf seine Kerntugenden. Wir waren mit dem bissigen Sportler unterwegs.
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Kein anderer Porsche diesseits der puristischen Rennversionen fühlt sich so direkt und unvermittelt an, keiner giert so sehr nach Drehzahlen und keiner gibt sich auf einer gewundenen Landstraße so agil und leichtfüßig wie der kleine Kurvenkünstler. Und die Musik dazu spielt der Boxermotor hinter den Sitzen, der im Sportmodus so dreckig brüllt wie Mick Jagger in seinen besten Jahren. Gierig und giftig war der Cayman schon immer. Aber dank sechs Zentimetern mehr Radstand und einer breiteren Spur wirkt er nun so spürbar ruhiger und gelassener. Das Auto liegt satter auf der Straße, bleibt bei hohen Geschwindigkeiten stabiler und in Kurven näher an der Ideallinie. Das verdankt er auch der neuen elektrischen Servolenkung, die scharf und präzise ist wie ein frisch geschliffenes Küchenmesser, und dem neu entwickelten Torque Vectoring System.Überblick: Alle News und Tests zu Porsche
Als Kombination aus der mechanischen Hinterachs-Quersperre, Bremseingriff und Stabilitätskontrolle bringt es den Wagen noch schneller um die Ecken, weil es bereits beim Einschlagen des Lenkrades das innere Hinterrad leicht abbremst. So läuft das äußere schneller und dreht den Boxster wie von selbst in die Kurve. Bei aller Agilität ist der Zweisitzer aber kein Heißsporn, der nur mühsam unter Kontrolle zu halten ist. Er macht es seinem Fahrer leicht und bleibt bis in die Vollgasphasen hinein mühelos beherrschbar. Wie der eng verwandte Roadster steht auch das Coupé auf einer neuen Plattform, die mit sechs Zentimetern mehr Radstand innen jetzt spürbar mehr Platz bietet. Den spendiert Porsche aber nicht nur den Passagieren, sondern nutzt ihn auch für die wuchtige Mittelkonsole im Stil des Panamera, die damit nun auch in der letzten Baureihe Einzug gehalten hat.Designchef Michael Mauer hat die Proportionen des Cayman gründlich zurechtgerückt: Die Überhänge hat er gekürzt, die Frontscheibe nach vorn gerückt, das Dach nach unten geholt, alle Linien sparsam und präzise gesetzt und jede Kanten wie mit dem Messer gezogen – so sieht der Cayman schon im Stand schärfer und schneller aus als je zuvor. Aber auch im Rückspiegel macht der Cayman jetzt eine bessere Figur, weil ihn die nach außen wachsenden Nüstern frecher und fordernder erscheinen lassen. Und wenn der Zweisitzer an einem vorbeigezogen ist, erfreut man sich an einem kurzen und knackigen Heck, das jetzt von einer umlaufenden Kante geprägt ist, die selbst vor den LED-Rückleuchten nicht Halt macht.
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Wie immer bringt Porsche zum Start für gute 10.000 Euro Aufpreis auch gleich ein S-Modell. Dort hat der Sechszylinder-Boxer hinter den Sitzen dann wie bisher 3,4 Liter Hubraum und legt nur fünf PS zu. Deshalb stehen jetzt 325 PS und 370 Nm im Datenblatt. Das reicht für Sprintwerte von 4,7 Sekunden und ein Spitzentempo von 283 km/h. Und auch hier liegt der Verbrauch mit bestenfalls 8,0 Litern auf einem Niveau, das bis vor kurzem schon einer Mittelklasse-Limousine zur Ehre gereicht hätte.
Konkurrenz musste Porsche für den Cayman schon bislang kaum fürchten. Denn außer dem mittlerweile arg angestaubten Audi TT vielleicht noch dem Nissan 370Z und demnächst dem Jaguar F-Type gibt es in dieser Klasse nicht viele Autos, die mit dem Coupé mitfahren können. Doch dafür machen sich die Schwaben mit der dritten Auflage jetzt selbst das Leben schwer. Denn so gut, wie der neue Cayman geraten ist, wirkt plötzlich selbst der 911 gefährlich überflüssig. Vor allem, wenn man die rund 25.000 Euro Aufpreis berücksichtigt.
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Kommentare zum Artikel (5)
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alle boxster und cayman- fahrer wissen schon was sie haben. jetzt werden die redakteure angehalten, das image zurechtzurücken. das konnte schon der 3,4 liter vorgänger ohne hinweise von ferdinands spielern. :) wir genießen und schweigen, der heckmotor für die traditionalisten mit käferahnen ist i.o. wer er-fahren will wählt sich sein gerät eben aus!
Auf den 4C bin ich auch sehr gespannt, trotz Leistungsgewicht spielt er in einer anderen Liga (eher Elise), in der Preisklasse zählt oft Image mehr als Zehntelsekunden. Derzeitiger Stand: 4C 235PS, 1,75l, 850kg, 45.000€.
Hmm this auto looks amazing how much € it costs?
Das einzige was man dem Cayman noch vorwerfen kann, ist sein Image. Meiner Meinung nach geht sogar Preis-Leistung in Ordnung. TTS und co sind nicht wesentlich günstiger, aber bei Weitem nicht auf Augenhöhe.
"Konkurrenz musste Porsche für den Cayman schon bislang kaum fürchten."
Ja, bisher.
Der konzeptionell baugleiche 4C mit 240 oder 300PS und ab ca. 800kg ist defintiv eine ernst zu nehmende Konkurrenz. Besonders bei diesem Leistungsgewicht, das auf Level des 911er-Turbos liegt!
Sieht man das Ganze etwas lockerer und nimmt man auch noch Frontmotor-Sportler dazu (wie ja auch der TT), könnte auch das Toyota-Subaru-Doppel als Turbo-Version (ja, die kommt!) als Konkurrenz gelten, und natürlich das 1er-Coupe.