Porsche für VW-Übernahme gerüstet

Porsche für VW-Übernahme gerüstet

— 29.11.2007

Nur ein Knopfdruck

Der Übernahme des Volkswagen-Konzerns durch Porsche steht nichts mehr im Weg. "Wir sind jederzeit vorbereitet", erklärte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Einen genauen Termin gibt es noch nicht.

"Wir müssen nur den Knopf drücken, um die Finanzierung des Erwerbs von Europas größtem Automobilkonzern abzusichern", sagte der Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking bei der Vorlage der Jahresbilanz. Die Stuttgarter halten derzeit 30,9 Prozent an VW und streben die Mehrheit an. Einen genauen Zeitpunkt für die Übernahme wollte Wiedeking nicht nennen. "Die Züge definieren wir und kein anderer, und wir lassen uns auch von keinem unter Druck setzen", so Wiedeking weiter. In diesem Jahr dürfte die Aufstockung der Beteiligung, die Porsche bislang 5,8 Mrd. Euro gekostet hat, allerdings nicht mehr erfolgen. Wiedeking sagte nur, dass dies "nicht morgen und nicht übermorgen erfolgen" werde. Unternehmensbeobachter rechnen damit, dass Porsche auch die Landtagswahl in Niedersachsen im Januar 2008 abwarten wird, um den zweiten VW-Großaktionär, das Land Niedersachsen und dessen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU), nicht in Bedrängnis zu bringen, wenn ein härterer Sparkurs notwendig werden sollte.

Weiter Streit um Mitbestimmungsvereinbarung

Im Streit mit dem Betriebsrat von VW bleibt Wiedeking unterdessen unnachgiebig. Die Wolfsburger Arbeitnehmervertreter haben vor dem Stuttgarter Arbeitsgericht Klage gegen die neue Mitbestimmungsvereinbarung in der neuen Porsche Holding eingereicht. Zu dieser Holding gehören Porsche und die Beteiligung an VW. Die Volkswagen-Betriebsräte monieren, dass sie nicht mehr angemessen in der Holding vertreten sind und die Arbeitnehmervertreter von VW und Porsche gleich viele Sitze im Aufsichtsrat der Holding haben, obwohl VW deutlich größer ist als Porsche. "Die Mitbestimmungsvereinbarung kann und wird nicht aufgeschnürt werden", sagte Wiedeking und ergänzte: "Sie wurde für zehn Jahre geschlossen." Die Klage entbehre jeglicher Rechtsgrundlage. Zugleich versuchte Wiedeking aber auch die Bedenken der VW-Beschäftigten zu zerstreuen. "Wir bei Porsche stehen in jeder Beziehung für Vertragstreue und stellen weder soziale Errungenschaften wie die paritätische Mitbestimmung noch die Tarifautonomie in Frage", sagte der Porsche-Chef. Zuletzt hatte es heftige Verunsicherungen gegeben, als Wiedeking davon gesprochen hatte, dass es bei VW "keine heiligen Kühe" geben dürfe.

Positive Geschäftsentwicklung

Auch der Vorstand von VW wird nach den jüngsten Investitionsentscheidungen sowie den Plänen zur Verbesserung der Stellung von VW im weltweiten Wettbewerb "ohne wenn und aber" unterstützt. Zuversichtlich zeigte sich Wiedeking unterdessen für die weitere Entwicklung des Geschäftsjahres 2007/08 (31. Juli). "Insgesamt wollen wir an das hohe Absatzniveau des Vorjahres anknüpfen", sagte Wiedeking. Im vergangenen Geschäftsjahr verkaufte Porsche weltweit 97.515 Fahrzeuge der Baureihen 911, Boxster und Cayenne. Auch bei Umsatz und Ergebnis zeigte sich Porsche optimistisch. Die Entwicklung in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2007/08 bestärkt das Unternehmen in seinen Erwartungen. Der Umsatz wird zwischen August und November um 14,7 Prozent auf 2,36 Mrd. Euro steigen.

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