Porsche GT3 R Hybrid in Genf 2010 — 11.02.2010
Porsche 911 GT3 setzt auf Hybrid-Power
Porsche zeigt auf dem Genfer Autosalon 2010 den Hybrid-Renner 911 GT3 R. Der Clou seines Öko-Antriebs: Statt Batterien speichert ein Schwungrad die Energie. Naive Träumerei oder Zukunftstechnik?
Ein
Porsche liebt hohe Drehzahlen, lebt vom Touren im roten Bereich. Der Boxermotor in einem
911 fühlt sich am Limit erst richtig wohl, kreischt dann bereits weit jenseits der 7000er-Marke. Herrlich! Aber dieses Drehzahlmaximum ist nichts, wenn ein GT3 R Hybrid erst einmal in Schwung kommt. Dann schrumpfen die 7000/min eines Serien-911 auf Brummkreisel-Niveau – der neue Renner macht nämlich 40.000 (!) Umdrehungen. Okay, es ist nicht der Sechszylinder des Langstrecken-Rennwagens, in dem es so irrwitzig hoch hergeht – vielmehr legt sich hier das wichtigste Modul von Porsches neuem Hybridkonzept ins Zeug: der Schwungradspeicher.
Schwungvolles Flügeltier: Der 642 PS starke 911 GT3 R Hybrid soll zeigen, wie effektiv ein Hybrid ohne Akkus funktioniert.
Er ist eine Elektromotor-Generator-Einheit in Übergröße, die aus einem magnetisierten Kunststoffrotor und einem Spulenkern besteht. Zum Schutz vor Bersten ist der extrem schnell kreisende Rotor noch stramm in eine kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffmanschette eingepackt. Dieser Hightech-Kreisel im Format einer Waschmaschinentrommel fängt beim Bremsen entstehende Energie auf, gibt sie später als elektrische Leistung wieder ab. Die maximale "Ladung", die in diesem Schwungmassenspeicher steckt, reicht immerhin sechs bis acht Sekunden lang für 162 zusätzliche PS, die an zwei Elektromotoren an der Vorderachse wirken. Macht im GT3 R Hybrid zusammen mit dem Vierliter-Boxermotor (480 PS) satte 642 PS. So will Porsche im Mai beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring mitmischen, die Konkurrenz regelrecht ausbremsen. Dabei spielt das Plus an Leistung nur eine von mehreren Rollen. Als Allradler bietet er zusätzliche Traktion, dazu läuft der Hybrid-Renner dank der Energierückgewinnung sparsamer.
Den kompletten Artikel und einen Ausblick, wie die weitere Hybrid-Zukunft von Porsche aussehen könnte, finden Sie in AUTO BILD 6/2010 – ab 12. Februar im Handel.
Jan Horn
Fazit
Klingt spannned: Statt teurer, schwerer und sperriger Batterien speichert eine Art E-Brummkreisel Energie. Naive Träumerei? Nein, es gibt längst Omnibusse, die mit Schwungradspeichertechnik fahren. Mit Porsches Kupplungs-Trick kommt Bewegung ins Thema.
Kommentare zum Artikel (11)
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Funktion
und nun kommt raus das System stammt von Williams.
Schrieb schon am 12. das Williams damit experimentierte, aber warum wird nun Porsche so gefeiert?
http://www.magnet-motor.de/startseite/produkte-services/schwungradspeicher/
Also das Porsche Ei des Kolumbus passt bei diesem Artikel nicht, da es diese Art von Energiespeicher (Porsche hat da nichts erfunden!) bereits schon gibt! Er wird hauptsächlich in öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt!
Der Vorteil ist nur die Kurzzeitspeicherung, größere Energiemengen lassen sich so kurzzeitig speichern. Batterien sind da überfordert. Der Einsatz im Sport, wo eine Speicherung über längere Zeit nicht erforderlich ist, ist damit vorgegeben.
Den Gyro -Effekt kann zur Stabilität genutzt werden, das wird man bei Porsche wohl wissen. Bekannte Technik richtig einsetzen, ist immer ein guter Weg.
Das Massenträgheizmoment wirkt ja nur wenn die Beschleunigung in einem Winkel größer 0 im Bezug auf die Rotationsebene ankreift. Wenn porsche die Rotationsebene also parallel zur Fahrbahn hat, sollten nur Steilkurven oder besonders große Steigungen einen nennenswerten Einfluss auf die Fahrdynamik haben.
Schwungmassenspeicher sind nichts neues die gibt es schon ewig und werden auch schon länger als Energiespeicher eingesetzt. Das Problem der Dinger ist, dass sie ca 50% Energie pro Stunde verlieren und somit nur kurzzeitspeicher sein können. Der Vorteil liegt darin, dass man sehr schnell Energie aufnehmen kann. Eine Kopplung zu einem Akku würde da beiden weiter helfen.