Porsche GT3 RS 4.0: Fahrbericht

Porsche GT3 RS 4.0 Porsche GT3 RS 4.0

Porsche GT3 RS 4.0: Fahrbericht

— 01.06.2011

Mehr 11er geht nicht

Abschiedsvorstellung für den aktuellen 911: Als RS mit rennerprobtem Vierlitermotor geht der Typ 997 in die letzte Runde. Das bedeutet Porsche pur mit 500 PS.

Nimm Gewicht und Komfort raus. Würze das Ganze mit Tempo und Dynamik. Drehe das Motorsportambiente um ein paar Grad hoch. Rühren, köcheln und auf weichen, sparsam profilierten Reifen servieren: das RS-Rezept – nie war es schärfer als beim jüngsten Elfer. GT3 RS 4.0 heißt dieses letzte Gericht auf Basis der Baureihe 997 (zur IAA kommt der 911-Nachfolger mit dem Code 991). Bedeutet: spezieller Boxermotor mit Rennhistorie, Sauger (dafür steht GT3), gestrippte Karosserie, Fahrwerk und Aerodynamik renntauglich (daher RS) und – jetzt das Neue – mehr Hubraum. Jawohl, die Boxer-Legende berührt erstmals die Vierlitergrenze. Dank einer Kurbelwelle vom Renn-911 mit 80,4 Millimeter Hub (zuvor 76,4 mm). Resultat: 500 PS, rauf von 450, so viel wie der 911 Turbo. Pro Liter Hubraum 125 PS, Spitzenwert unter den Saugmotoren diesseits von Rennautos.

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Zwischen 4000 und 5000 Touren, zeigt der GT3 RS 4.0 die Zähne, beißt gnadenlos zu, brüllt, viel rauer, schriller als andere Elfer.

Innen das gewohnt karge RS-Ambiente, Sitze wie Schraubstöcke, Überrollkäfig, das "Clubsport"-Paket ist nun Serie. Aber keine Schaltpaddel: Das Doppelkupplungsgetriebe (PDK) bleibt den Softies im Modellprogramm vorbehalten, mit 30 Kilo Mehrgewicht zu schwer für einen RS. Der Sechszylinder grollt, typisch GT3, die rennmäßige Schaltbox rasselt. Nun die stramme Kupplung rein. Keine Spur von Allüren, trotz der irren Literleistung trabt er brav los. Aber dann, zwischen 4000 und 5000 Touren, zeigt er die Zähne, beißt gnadenlos zu, brüllt, viel rauer, schriller als andere Elfer. Fliegt blitzartig durch die kurz übersetzten Gänge, tief in den roten Bereich des Drehzahlmessers. 8700 sind drin. Enorm für einen Vierlitermotor, wobei der Kräftezuwachs über den ganzen Bereich dick aufgetragen wird.

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Ansonsten die Porsche-übliche Kleinarbeit. Bessere Aerodynamik – die winzigen Spoiler vorn, Flics genannt, helfen, den Abtrieb von 168 auf 190 Kilo zu erhöhen. Außerdem zehn Kilo weniger Gewicht (Fronthaube und Kotflügel aus Carbon). An den Achsen mehr Uniballgelenke (hochfeste Rennsportgelenke), das strafft die Reaktionen: Unglaublich, wie trocken und präzise dieses 500-PS-Tier den Fahrer-Input umsetzt. Wie vertrauenerweckend, und alles, ohne den Federungskomfort zu ruinieren. Perfekt. Und ganz sicher ein weiterer 911-Klassiker.

Die Stars der IAA 2011

Technische Daten Porsche GT3 RS 4.0 Sechszylinder-Boxermotor • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 3996 ccm • Leistung 368 kW (500 PS) bei 8250/min • max. Drehmoment 460 Nm bei 5750/min • Hinterradantrieb mit Sperrdifferenzial • Sechsganggetriebe • Reifen 245/35 ZR 19 vorn, 325/30 ZR 19 hinten • Leergewicht 1360 kg • Tankinhalt 67 l • Spitze 310 km/h • 0–100 km/h in 3,9 s • Verbrauch 13,8 l/100 km Super • CO2 326 g/km • 178.596 Euro.
Wolfgang König

Wolfgang König

Fazit

Eine Offenbarung, kein Elfer kommt intensiver. Dass Porsche noch mal derart draufsattelt, hätte ich nicht erwartet. Der Maßstab für alle Sportwagen. Ob der künftige Elfer noch so pur wird, darf bezweifelt werden. Da gehen sogar die 178.596 Euro in Ordnung.

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