Wird Porsche von Volkswagen geschluckt?

Porsche in der Klemme

— 06.05.2009

Fusion oder Verkauf?

Die zwei Eignerfamilien Porsche und Piëch beraten über das Schicksal von Porsche. Angeblich liegen zwei Pläne auf dem Tisch: Entweder kauft VW den Sportwagenhersteller, oder beide Firmen fusionieren.

(dpa) Die Familien Porsche und Piëch beraten derzeit im österreichischen Salzburg über die Zukunft des Riesenkonzerns Porsche/VW. Auf dem Tisch liegen dem Vernehmen nach zwei Konzepte – diskutiert wird über eine Fusion der Sportwagenschmiede mit Europas größtem Autobauer oder einen Verkauf der Porsche AG an Volkswagen. Dabei sei der Zusammenschluss der beiden Autobauer die wahrscheinlichere Lösung zur Befreiung des Sportwagenbauers von seiner drückenden Schuldenlast, heißt es in Stuttgart. Die Mehrheit der Familie stehe offenbar hinter diesem Vorschlag von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Porsche kämpft nach der Aufstockung seiner Anteile an VW auf knapp 51 Prozent mit einer Verschuldung von neun Milliarden Euro. Das dringend benötigte frische Geld soll den Plänen zufolge über eine Kapitalerhöhung beschafft werden. Dabei sollen die Familien mehrere Milliarden Euro aus ihrem Vermögen zuschießen. Außerdem soll ein neuer Investor einsteigen, der neben den Porsches und Piëchs und dem Land Niedersachsen zum dritten VW-Großaktionär wird. Zu den Interessenten soll auch das Emirat Qatar gehören.

Piëch will Porsche dem Konzern einverleiben

VW-Aufsichtsratschef Piëch dagegen favorisiert offenbar einen Plan, nach dem Volkswagen das Autogeschäft von Porsche kaufen soll. Mit dem Erlös könnte die Porsche Holding ihre Schulden tilgen. An der Spitze der neuen Gesellschaft hätten dann voraussichtlich VW-Manager das Sagen und Porsche wäre eine von vielen Marken im VW-Konzern. Piëch arbeitet seit Jahren an dem Ziel, aus dem VW-Konzern ein riesiges, alle Mobilitätssparten umfassendes Autoimperium zu machen. Es gilt als offenes Geheimnis, dass er einen VW/Porsche-Konzern gerne mit Sitz und Leitung bei VW in Wolfsburg angesiedelt sähe. Aber Piëchs Vetter Wolfgang Porsche hat diesen Vorschlag bereits mit deutlichen Worten öffentlich zurückgewiesen: "Die Porsche AG wird nicht an VW verkauft", verlautete aus Stuttgart-Zuffenhausen. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass Porsche seinen Anteil an VW auf 75 Prozent ausbaut und das Ruder in Wolfsburg übernimmt. Davon scheint die Familie inzwischen abgekommen zu sein.

"Alle Entscheidungen fallen in Wolfsburg"

Das Land Niedersachsen, das mit seiner Sperrminorität an VW nach der Satzung und dem VW-Gesetz ein wichtiges Wort bei der Lösung mitreden kann, erklärte unmittelbar vor Beginn des Treffens, die Landesregierung in Hannover erwarte, dass dort festgelegt werde, "wer an uns herantritt und wer mit uns verhandelt." Der VW-Betriebsrat pocht ebenfalls auf Mitsprache. Betriebsratschef Bernd Osterloh: "Mit uns wird es generell keine Entscheidungen geben, die schlecht sind für unseren Konzern, die deutsche Mitbestimmung, das VW-Gesetz und damit für die mehr als 360.000 Beschäftigten. Alle Entscheidungen über Volkswagen fallen letztendlich in Wolfsburg."

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.