Geldscheine

Porsche-Krise

— 27.07.2009

Schuldenberg wächst

Der Schuldenberg von Porsche ist anscheinend größer als erwartet. Angeblich steht der Sportwagenbauer mit 14 Milliarden Euro in der Kreide. Porsche braucht schnell frisches Kapital.

(dpa) Die finanzielle Schieflage des Porsche-Konzerns ist offenbar dramatischer als bisher bekannt. Die Nachrichtenmagazine "Focus" und "Der Spiegel" berichten übereinstimmend von einem Schuldenberg von 14 Milliarden Euro. Demnach wäre Porsche in etwa zwei Wochen zahlungsunfähig gewesen. Zudem benötigt Porsche schnell frisches Kapital – Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe bereits interveniert. Ein Porsche-Sprecher bestätigte die Summe nicht. "Wir hatten zum Halbjahr eine Nettoverschuldung von neun Milliarden Euro. Diese ist durch Steuerzahlungen auf rund zehn Milliarden Euro angewachsen", hieß es aus Stuttgart. Auch bei VW wollte sich niemand zu den Summen äußern. "Wir müssen den umfassenden Prüfungs- und Bewertungsbericht abwarten", zitiert dpa einen Konzernsprecher.

VW-Gesetz EU-konform

Unterdessen wurden im Zusammenhang mit dem VW-Gesetz nach Angaben der niedersächsischen Staatskanzlei die letzten Hürden aus dem Weg geräumt. Alle von der EU-Kommission bemängelten Regelungen seien verändert worden, das Gesetz somit EU-rechtskonform, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei. So wurde das Entsenderecht, wonach das Land Niedersachsen zwei Vertreter in den Aufsichtsrat von VW schicken kann, aus dem Gesetz gestrichen. Dieser Punkt soll aber gemeinsam mit der Sperrminorität des Landes Niedersachsen von 20 Prozent auf der Hauptversammlung im Oktober 2009 bestätigt werden. Darauf hatten sich die Familien Porsche/Piëch und der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) verständigt, betonte der Sprecher.

Piëch: "Kampf meines Lebens"

Volkswagen hatte den monatelangen Übernahme-Machtkampf mit Porsche nach dem Aus von Vorstandschef Wendelin Wiedeking gewonnen. VW will nun bis Mitte 2011 Porsche schrittweise übernehmen und als zehnte Marke integrieren. Porsche soll eigenständig bleiben. Eine Grundlagenvereinbarung soll bis zum 13. August stehen. Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch soll nach dem Sieg laut "Focus" erklärt haben: "Das war der größte Kampf meines Lebens." Nach Medienberichten könnte der Anteil der Familien Porsche und Piëch an einem vereinten VW-Porsche-Konzern geringer als bislang werden. Die Familien kämen um eine Kapitalerhöhung nicht herum, sagte Deutsche Bank-Chef Ackermann laut "spiegel-online". Sie müssten sehr schnell eigenes Kapital ins Unternehmen stecken. Aus einer Präsentation für den Grundlagenvertrag gehe hervor, dass die Familien Porsche und Piëch in der ersten Jahreshälfte 2011 nicht über 50, sondern nur über 30 Prozent halten sollen, Niedersachsen über 20 und das Emirat Katar unter 20 Prozent.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.