Audi/Mercedes/Porsche: Vergleich

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Porsche Macan/Audi RS Q3/Mercedes GLA 45 AMG

— 19.06.2014

Scharfe SUVs auf der Rennpiste

Sie alle heben Leistung und Performance auf ein höheres Niveau, unterscheiden sich aber genau darin. Hochbau-Kompakter, Crossover oder Voll-SUV – wer kriegt wen klein?

Hat sich irgendwer schon mal gefragt, ob der RS Q3 wirklich ein Audi ist? Vier Ringe, quattro, Fünfzylinder – sagen wir’s so: Die Zweifel an seiner Identität dürften sich in Grenzen halten. Und eigentlich weist sich auch der Macan recht unmissverständlich als Porsche aus, dennoch bekommt er von allen Seiten vorgehalten, dass er nie und nimmer ein echter sei. Er selbst wird damit klarkommen. Zumal er dieses Schicksal ja irgendwie mit der Mehrheit der Porsche-Modelle teilt. Grundproblem: Die Nörgler reduzieren einen Porsche noch immer auf den 911 und übersehen dabei ganz gern, dass es diesen vermeintlich einzig wahren heutzutage wohl nur noch wegen der ganzen "falschen" gibt. Alle, die auch jetzt noch Lust verspüren, auf ihn einzuhacken, sollten sich mal ein Beispiel an der gebeutelten Mercedes-Fangemeinde nehmen, die ihr Werteverständnis zuletzt immer wieder mit Autos synchronisieren musste, die nicht unbedingt althergebrachten Traditionen folgen.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Anders als der A 45 reagiert der GLA auch mit warmen Reifen bereitwillig auf Lastwechsel.

Mercedes GLA 45 AMG Dass es – emotional gesehen – auch von Vorteil sein kann, eben kein klassischer Vertreter seiner Marke zu sein, hat zuletzt vor allem der A 45 AMG bewiesen, von dem der GLA nun die komplette Antriebstechnik übernimmt. Bedeutet: Hang-on-Allrad mit lamellengekuppelter Hinterachse, ein bisweilen leider etwas verschlafener Siebengang-Doppelkuppler und als Herzstück imposante 360 PS aus 1991 Kubik, die den Turbovierzylinder auch nicht zu einem typischeren AMG-Triebwerk machen, aber immerhin zum literleistungsstärksten Serienaggregat der Welt.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Dass tief im RS Q3 ein prüder Tiguan steckt, merkt man nur an der hochbeinigen Statur.

Audi RS Q3 Der Audi braucht für 50 PS weniger jedenfalls einen knappen halben Liter mehr, wobei man fairerweise sagen muss, dass sich der Fünfzylinder mit seinen 310 PS – im künftigen TT RS wird er fast 400 packen – hier nicht komplett verausgabt. Wie der Mercedes wurzelt auch der RS Q3 im Kompaktsegment, setzt sich aber deutlicher von ihm ab. Im Klartext: der GLA ist nichts anderes als eine höhergelegte, sanfter abgestimmte und gemessene 56 Kilo schwerere Version der A-Klasse, der Q3 hingegen ein alleinstehendes SUV-Modell, das mit einem aktuellen A3 weitaus weniger gemein hat als mit dem dann doch etwas korpulenteren VW Tiguan.

Der Macan ist keine Sprinternatur

Um den Sprintsieg mitgeigen kann er dementsprechend nicht. Dank der fülligen 2,5 Liter Hubraum walzert er aber durchaus zünftig voran, dreht flammig bis zum Leistungsgipfel und klingt mit dem Mix aus hellem Motorprusten und zartem Auspuffbass obendrein deutlich organischer als der Mercedes, der seinen Vierzylinder mit Halbgasröhren, Lastwechselböllern und Hochschalt-Rabatz aus der Abgasanlage regelrecht niedergrölt.

Die Macan-Karosserie rollt weitwinkliger als die eines Cayenne.

Porsche Macan Turbo Der Macan wirkt daneben beinahe autoritär. Nicht nur wegen seiner Größe, die er in seinen Ausmaßen ebenso zeigt wie im – dank der Luftfederung – blitzsauberen Fahrkomfort; sondern vor allem, weil ihm der Hang zum Pubertieren gänzlich fehlt. Keine extrovertiert zur Schau gestellten Schriftzüge, keine CfK-Lippen, kein Auspuff-Krawall. Beim Anlassen bauscht sich sein V6-Biturbo ganz kurz zum Achtzylinder auf, bleibt dann, wenn er entweder hinter der dichten Dämmung herumgrummelt oder durch den Innenraum staubsaugert, akustisch aber ganz er selbst. Vergleichsweise erwachsen kommen einem auch die Daten vor. Mit 400 PS und breitschultrigen 550 Newtonmetern überragt er seine Kontrahenten auf den ersten Blick jedenfalls recht eindeutig, allerdings relativiert sich die Überlegenheit mit einem Leergewichtsplus von 334 Kilogramm auf den GLA. Und im Gegensatz zu seinem größeren Bruder Cayenne, der die Schwerkraft mit seinem V8-Biturbo schon ziemlich aus den Angeln hebt, merkt man dem Drei-Sechser des Macan schon an, dass er beinahe zwei Tonnen voranpumpen muss.
Technische Daten Audi Mercedes Porsche
Motor R5 R4 V6
Aufladung/Ladedruck Turbo/1,0 bar Turbo/1,8 bar Biturbo/1,2 bar
Einbaulage vorn quer vorn quer vorn längs
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2
Hubraum 2480 cm³ 1991 cm³ 3604 cm³
Bohrung x Hub 82,5 x 92,8 mm 83,0 x 92,0 mm 96,0 x 83,0 mm
Verdichtung 10,0 : 1 8,6 : 1 10,5 : 1
kW (PS) bei 1/min 228 (310)/5200–6700 265 (360)/6000 294 (400)/6000
Literleistung 125 PS/l 181 PS/l 111 PS/l
Nm bei 1/min 420/1500–5200 450/2250–5000 550/1350–4500
Antriebsart Allrad
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplung
Bremsen vorn 365 mm/innenbelüftet/gelocht 350 mm/innenbel./gel./geschl. 396 mm/innenbelüftet/gelocht
Bremsen hinten 310 mm
/innenbelüftet
330 mm/innenbel./gel./geschl. 370 mm/innenbelüftet/gelocht
Bremsenart Stahl Stahl Keramik
Radgröße vorn – hinten 8,5 x 20 8 x 20 9 x 21 – 10 x 21
Reifengröße vorn – hinten 255/35 R
20
235/40 ZR
20
265/40 R 21 – 295/35 R 21
Reifentyp Pirelli P Zero
AO
Continental SportContact 5P MO Michelin Latitude Sport 3 NO
Länge/Breite/Höhe 4410/1841/1580 mm 4445/1804/1479 mm 4699/1923/1624 mm
Radstand 2603 mm 2699 mm 2807 mm
Tankvolumen 64 l 56 l 75 l
Kofferraumvolumen 356–1261 l 421–836 l 500–1500 l
Gesamtpreis 55.450 Euro 60.156 Euro 94.750 Euro

Audi/Mercedes/Porsche: Vergleich

Audi RS Q3 Mercedes GLA 45 AMG Porsche Macan Turbo Audi RS Q3 Mercedes GLA 45 AMG Porsche Macan Turbo Audi RS Q3 Mercedes GLA 45 AMG Porsche Macan Turbo


Autor:

Stefan Helmreich

Fazit

Manchmal muss man über den Dingen stehen, wird sich der Porsche sagen. Da legt man die Querdynamik-Messlatte für SUV ein paar Stockwerke höher und muss dann doch gegen einen GLA verlieren, der sich zwar als Offroader ausgibt, mit geringem Gewicht, niedrigem Schwerpunkt und – als Konsequenz – nur einer Sekunde Rückstand auf den eng verwandten A 45 AMG jedoch eher Kompaktsportler ist. Der schlaksigere RS Q3 liegt konzeptionell genau dazwischen, dank des feurigen Motors und der spaßigen Abstimmung am Ende aber näher dran, als man es ihm wegen des nominellen Defizits anfangs zugetraut hätte.

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