Porsche Mission E (2017): Erlkönig

Porsche Mission E / J1 (2017): Erlkönig und Vorschau

— 11.01.2017

E-Porsche im Schnee

Dieser Porsche-Erlkönig dreht in Finnland Testrunden. Ist es der Mission E oder doch das Cayenne Coupé? AUTO BILD weiß mehr!

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein höhergelegter Panamera, ist in Wirklichkeit ein früher Erlkönig zur Erprobung des Porsche Mission E! Die Erlkönigjäger haben den ersten vollelektrischen Porsche bei Testfahrten auf dem VW-Gelände im Norden Finnlands erwischt.

Die Endrohre des Erlkönigs sind nur Zierde. Unter dem Blechkleid steckt ein E-Antrieb.

Dass es sich bei dem Erlkönig um ein Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid handeln muss, verraten nicht nur die gelben Hochspannungs-Aufkleber, sondern auch die Erzählungen der Erlkönigfotografen, die keinen Verbrennungsmotor hören konnten. Optisch lässt sich bei diesem Erlkönig ein höhergelegter und verkürzter Panamera der zweiten Generation erkennen. Die Radläufe sind ausgestellt, an der Front gibt es einen tiefgezogenen Schneeschutz. Auch die Seitenschweller wurden provisorisch verlängert.

Auch ein Cayenne Coupé ist denkbar

Theoretisch wäre es allerdings auch möglich, dass es sich bei dem Erlkönig um das künftige Cayenne Coupé handelt, mit dem Porsche gegen BMW X6 und Mercedes GLE Coupé antreten will. Allerdings sprechen nicht nur die gelben Sicherheitsaufkleber, die Porsche zugegebenermaßen auch zur Verwirrung benutzen könnte, für einen Erlkönig des Mission E. Der intern J1 genannte Elektro-Porsche soll 2019 auf den Markt kommen, sodass langsam erste Batterie- und Systemtests unter Realbedingungen rund zwei Jahre vor Marktstart gefahren werden müssen.

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800-Volt-Technik für fixes Laden

Wenn der rein elektrisch betriebene Porsche Mission E Ende des Jahrzehnts in Serie geht, wird 800-Volt-Technik zum Einsatz kommen. Mit ihr lässt sich laut Porsche die Ladezeit drastisch senken: Für eine 80-prozentige Ladung (400 Kilometer Reichweite) muss der Wagen lediglich 15 Minuten ans Stromnetz gehängt werden – einen 800-Volt-Anschluss vorausgesetzt. Zwei E-Motoren, ähnlich denen im LeMans-Sieger 919 Hybrid, sorgen im E-Porsche für den Vortrieb. Die Leistung gipfelt bei über 600 PS, die per bedarfsgesteuertem Allradantrieb mit Torque Vectoring auf die Straße gebracht werden. Porsche gibt für den Sprint auf 100 km/h eine Zeit von 3,5 Sekunden an. In weniger als zwölf Sekunden soll der Mission E aus dem Stand auf 200 km/h beschleunigen. Auf der Nordschleife unterbiete er die Achtminuten-Marke, so Porsche.

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Zudem soll der Viersitzer einen entscheidenden Vorteil gegenüber Hauptkonkurrent Tesla haben: Gegenüber automobilemag.com hat ein nicht direkt an der Entwicklung des Mission E beteiligter Ingenieur verraten, was der E-Porsche besser können soll als sein wohl größter Gegner, der Tesla Model S. Demnach soll der Mission E wieder und wieder hart beschleunigt werden können, ohne dass die Batterie oder das System überhitzen.

Wird die Optik von der Studie übernommen?

Video: Porsche Mission E Concept (IAA 2015)

Erster Elektro-Porsche

Neben der Technik ist auch die Optik des Mission E ein Grund für Spekulationen. Bei dem jetzt aufgetauchten Erlkönig handelt es sich schließlich nur um einen Muletto. Es bleibt abzuwarten, wie stark sich das Produktionsmodell optisch an die Studie der IAA 2015 anlehnt. Der nur 1,30 Meter hohe Wagen nimmt zumindest einige Porsche-typische Design-Kniffe auf. Da wären zum Beispiel die typischen Vierpunkt-Scheinwerfer, die im Mission E über Matrix-LED-Technologie verfügen. Die flache Fronthaube erinnert in Kombination mit den Kotflügeln an den 918 Spyder, und die Vertiefung im Dach kennen wir bereits vom aktuellen 911 GT3 RS. Die Felgen sind aus Carbon. Vorne messen sie 21 Zoll, hinten 22 Zoll. Optisches Highlight sind die gegenläufig öffnenden Türen des Mission E. Über eine B-Säule verfügt der Elektro-Sportler nicht. Auch die klassischen Rückspiegel entfallen: Für eine bessere Aerodynamik blicken Kameras nach hinten.

Porsche Mission E (2019)

Der Mission E deutet Gesten und Blicke

Allradantrieb und Allradlenkung: Die Nordschleife soll der Mission E in weniger als acht Minuten umrunden.

Auf einen Getriebetunnel mussten die Designer bei der Innenraumgestaltung keine Rücksicht nehmen – Elektroantrieb sei dank. Die Batterien hat Porsche unter der Fahrgastzelle auf ganzer Länge zwischen den Achsen platziert. Die Insassen sitzen auf vier Einzelsitzen, deren Formgebung sich an Rennschalen orientiert. Die Bedienung des Concepts geschieht über Blick- und Gestensteuerung sowie über Hologramme. Infotainment, Navigation, Klimaanlage und Fahrzeugeinstellungen lassen sich über Apps anwählen – dafür steht auch, im Gegensatz zur Gestensteuerung fast schon traditionell, ein Touchscreen in der Mittelkonsole zur Verfügung. Eine Kamera überwacht die Blickrichtung und die Körperhaltung des Fahrers. Mit diesen Daten richtet der Mission E die 3D-Darstellung der Instrumente auf das Sichtfeld des Fahrers aus.

Porsche Mission E (2017): Erlkönig

Autoren: Peter R. Fischer, Jan Götze

Stichworte:

Sportwagen

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