Porsche Panamera Exclusive Series: Fahrbericht

Porsche Panamera Exclusive Series: Fahrbericht

— 16.04.2015

Dieser Porsche geht auf Maybach-Jagd

Der Panamera Exclusive Series ist momentan der teuerste Porsche. Wir waren mit der streng limitierten Nobel-Limo unterwegs.

Verdammt teuer, streng limitiert und super-edel: Der Porsche Panamera Exclusive Series ist die Antwort auf den Mercedes-Maybach. Wohl nicht ganz zufällig präsentierten die Zuffenhäuser ihr aktuelles Top-Modell zur gleichen Zeit auf der Los Angeles Auto Show wie die Stuttgarter ihr Nobel-Flaggschiff. Doch im Gegensatz zum Maybach ist der Panamera nicht nur mit seinen 570 PS potenter, sondern auch mit 250.000 Euro knapp 70.000 Euro teurer als der S 600 Maybach. Das macht den exklusiven Panamera momentan sogar zum teuersten Porsche, denn der 918 Spyder ist längst ausverkauft. Allerdings dürfte auch der Exclusive Series bald vergriffen sein. Das auf gerade einmal 100 Stück limitierte Kleinserienmodell wurde bereits zu gut zwei Dritteln vorbestellt. Alles Linkslenker. Anders wird es den Exclusive Series nicht geben. Einigen Kunden – besonders in China – dürfte das ziemlich egal sein, da sie ohnehin die meiste Zeit hinten sitzen werden. Womit sich die Frage stellt, lässt man sich in der Luxus-Limousine chauffieren oder greift man selbst zum Sportlenkrad des veredelten Turbo S mit langem Radstand? Wir haben beides ausprobiert.
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Zweifarblackierungen sind in der High Society der letzte Schrei

Für den großen Auftritt ist es zunächst egal, wo man im Panamera Exclusive Series sitzt. Passanten und Hotelpagen können das Topmodell beispielsweise an der zweifarbigen Lackierung erkennen. Oben glänzt es in Tiefschwarzmetallic, unterhalb der Türgriffe in Maronenbraunmetallic, das nach hinten hin entlang der Karosserielinie dunkel ausläuft. So etwas lässt sich nur von Hand lackieren. Die "Porsche Exclusive Manufaktur"-Plakette auf den vorderen Kotflügeln ist ebenfalls handgefertigt. Zudem sind keine Kunststoffe des Exterieurs unlackiert. Das gilt auch für die Einfassungen der LED-Scheinwerfer, die Unterschalen der Außenspiegel, das Heckunterteil und den Spoiler.

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Butterweiches Leder von Poltrona Frau

Der Schlüssel ist natürlich auch lackiert.

Bereits beim Öffnen der Fahrertür umweht feinster Ledergeruch die Nase. Die Hand wandert unweigerlich zu den hellen Bezügen der italienischen Marke Poltrona Frau. Im Vergleich zum ebenfalls schon hochwertigen Porsche-Leder ist die Rinderhaut von Poltrona Frau butterweich und lässt fast keine Poren spüren. Wer den direkten Vergleich zwischen Werks- zum Nobel-Leder erfahren will, streicht erst über den Armaturenträger und dann über die Seitenwange eines Sitzes. Ein haptischer Hochgenuss! Dann heißt es nur noch Platz nehmen, den Zündschlüssel – natürlich auch lackiert – umdrehen und die Hände an das bekannte Multifunktionslenkrad mit Kontrastziernaht legen. Noch ein kurzer Blick auf die handgefertigte Limitierungsplakette über dem Handschuhfach und man weiß, mit welcher Modellnummer man nun losbraust.

Entspannt mit 300 km/h unterwegs

Der Panamera ab wie ein Blitz, trotz der gut zwei Tonnen Gewicht.

Der schnellste Weg, um zu vergessen, dass man in einer 5,17 Meter langen und gut zwei Tonnen schweren Limousine sitzt, führt über die Lauchncontrol. Dann brüllt der 4,8 Liter große V8 und der Panamera beschleunigt in 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Trotz eines kurzzeitigen maximalen Overboost-Drehmoments von 800 Newtonmeterlässt der Allradantrieb keinen Schlupf an den vier Reifen auf 20-Zoll-Felgen zu. Selbst wer nachts das Spitzentempo von 310 km/h auf einem leeren Autobahnabschnitt ausfährt, wird feststellen, in keiner anderen Limousine lässt es sich so komfortabel und ruhig so schnell reisen.

Voll vernetzt im Fond

Im Fond geht es mit LTE-Geschwindigkeit ins Internet.

Reisen lässt es sich im Panamera Exclusive Series aber auch besonders gut hinten. Weil der Panamera in der Langversion mit zusätzlich 150 Millimetern hinter der B-Säule auf einen Radstand von 3,1 Metern kommt, fällt die Beinfreiheit dementsprechend üppig aus. Doch das ist es, ebenso wenig wie die elektrische Lehnenverstellung, Sitzflächenlängenverstellung und Lordosenstütze, nicht, was den Exclusive Series von Basis-Modell Turbo S Executive unterscheidet. Neben den edlen Materialien werden die Gäste im Fond mit einem neuen Entertainmentsystem verwöhnt, das es erst im Mai auch für die anderen Panamera-Modelle sowie Cayenne und Macan geben wird. Über 10,1-Zoll-Touchscreens an den Rückenlehnen der Vordersitze können die Passagiere mit LTE-Geschwindigkeit ins Internet, Filme gucken, Musik über Bluetooth-Kopfhörer hören und über eine App sogar Videotelefonate führen. So viel Entertainment und vor allem der große Touchscreen lassen das Multimedia-System vorne in der Mittelkonsole ziemlich alt aussehen. Zum Glück soll sich das bald ändern, wie erste Erlkönigbilder andeuten. Aber das wäre auch schon der einzige Kritikpunkt am teuersten Porsche. Mehr zu meckern sollte es allerdings bei 250.000 Euro auch nicht geben.

Technische Daten Porsche Panamera Exclusive Series 4,8-Liter-V8-Turbobenziner mit 570 PS bei 6000 U/min • 750 Nm zwischen 2500 und 5000 U/min • Allradantrieb • 7-Gang-Automatik • Sprint 0-100 km/h in 3,9 s • Verbrauch 10,5 l/sp • CO2-Emission 245 • Preis 249.877 Euro.
Robin Hornig

Fazit

Bei gerade einmal 100 Stück wird man zukünftig nicht häufig einen Porsche Panamera Exclusive auf der Straße sehen. Alleine das wird ihn zu etwas Besonderem machen. Den 100 Besitzern stellt sich die Frage: Sammeln und wegstellen, hinten Platz nehmen oder selber fahren.

Fotos: Manuel Hollenbach

Stichworte:

Luxuslimousine

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