Porsche: Rechtsstreit in Indien

— 16.01.2013

Haftbefehl gegen Porsche-Chef

Porsche-Chef Matthias Müller droht in Indien Ärger: Wegen angeblichen Betrugs und Erpressung eines Vertriebspartners hat ein Gericht Haftbefehl erlassen.



(dpa) Wegen Betrugs und Erpressung eines Vertriebspartners hat ein Gericht in Indien Haftbefehle gegen Porsche-Chef Matthias Müller und acht weitere Spitzenmanager des Unternehmens erlassen. Die Dokumente seien an das Innenministerium des Landes weitergereicht worden, sagte ein Mitarbeiter des indischen Bundeskriminalamts, der anonym bleiben wollte, am 16. Januar 2013 in Neu Delhi. Der langjährige Porsche-Fahrzeugimporteur Precision Cars geht gerichtlich gegen Porsche vor, da der Sportwagenbauer im März 2012 ohne vorherige Warnung den Vertriebspartner gewechselt haben soll.
Aktuell: Stellungnahme von Porsche
In den Wirren um angebliche Haftbefehle aus Indien gegen führende Porsche-Manager hat der Autobauer die Vorwürfe als "unbegründet und haltlos" zurückgewiesen. Zudem betonte Porsche am 17. Januar 2013 in der ersten ausführlichen Stellungnahme zu dem Fall, dass die von seinem ehemaligen indischen Porsche-Importeur erwirkten Haftbefehle nur mit gerichtlichen Vorladungen vergleichbar seien, "um den benannten Personen die Gelegenheit zu geben, vor Gericht zu den erhobenen Vorwürfen Stellung nehmen zu können". Nach Überzeugung der Stuttgarter Volkswagen-Tochter ist der Vorgang ein verzweifelter Versuch des früheren Geschäftspartners, Druck in einem schon länger laufenden Rechtsstreit um das Ende der Zusammenarbeit aufzubauen.
Quelle: dpa
Durch Investitionen unter anderem in Ausstellungsräume für die Autos sei seinem Unternehmen ein Schaden von 25 Millionen Dollar entstanden, sagte der Chef von Precision Cars, Ashish Chordia, der Nachrichtenagentur dpa. "Wir wollen fair behandelt werden." Da Porsche und Precision Cars sich in den vergangenen Monaten nicht auf Entschädigungszahlungen hätten einigen können, habe er vor Gericht gehen müssen, sagte Chordia weiter. Der Haftbefehl, dessen Kopie dpa vorliegt, umfasst zahlreiche Anschuldigungen, darunter Vertragsbruch, Erpressung, Betrug und Verschwörung.

Erstes Foto Porsche 918 Spyder

Ein Sprecher von Precision Cars erklärte, Porsche sei zufrieden gewesen, denn 2011 habe das Unternehmen monatlich 35 bis 40 Autos verkauft. Doch Ende April 2012 habe der Volkswagen-Konzern, zu dem Porsche mittlerweile gehört, den alleinigen Vertrieb übernommen. Die Haftbefehle wurden im November 2012 ausgestellt. Anwälte von Porsche hätten damals Kopien der Dokumente bekommen, so Chordia weiter. Ein Porsche-Sprecher in Stuttgart bestätigte, dass sich ihre Anwälte um den Fall kümmerten. Nach den Angaben aus dem indischen Bundeskriminalamt entscheide nach dem Gericht in Jaipur, wo sich der Firmensitz von Precision Cars befindet, das Innenministerium darüber, ob die Dokumente belastbar seien. Dann würden sie an das Außenministerium weitergereicht, die schließlich ein Auslieferungsersuchen an Deutschland schicken könnten.

Vorstellung Porsche 911 GT3 Cup

Fotos: dpa

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