Porsche, Renault, Saab

Werks-Tuning von A bis Z (Teil 6) Werks-Tuning von A bis Z (Teil 6)

Porsche, Renault, Saab

— 18.12.2002

Werks-Tuning von A bis Z (Teil 6)

Getunte Fahrzeuge werden immer beliebter. Die etablierten Hersteller widmen sich deshalb auch ihrer sportlichen Klientel.

Porsche 911 Carrera: Turbo Power-Kit

Wenn man von "dem Turbo" spricht, dann wissen Kenner längst, worum es geht: Um den Porsche 911 Turbo nämlich, der mittlerweile schon zum Kultobjekt avanciert ist. Das aktuelle Modell reiht sich hübsch in die Ahnengalerie ein und trägt seine brachiale Leistung ganz unverblümt zur Schau. Ausfahrbares Spoilerwerk, riesige Lufteinlässe und gewaltige Reifen (295er hinten) sind dabei nicht als plumpes Macho-Gehabe zu verstehen, sie signalisieren vielmehr die vorhandene Potenz.

Der Sechszylinder-Boxermotor mobilisiert allradgetriebene 420 Pferdestärken, die via Power-Kit noch Verstärkung bekommen können: 30 Mehr-PS kosten 12.748 Euro. Auch der "normale" Carrera kann in seiner Leistung von 320 auf 345 PS gesteigert werden. Trotz rasanter Fahrwerte, hat Porsche den 911 kultiviert. Der infernalische Klang von einst ist einem heiseren Röcheln gewichen, das Fahrverhalten narrensicher.

Porsche 911 GT2: rebellischer Purist

Verzicht ist die erste Tugend, die der Porsche 911 GT2 seinem Fahrer abverlangt. In diesem Auto gibt es keinen Allradantrieb, kein ESP, keine Antriebsschlupfregelung und erst recht keine Rücksitzbank. Nach dieser Diät bringt der Hochleistungs-Sportler 1400 Kilogramm Lebendgewicht auf die Waage. Einen riesigen Kalorienschub bekommt der Leicht-Athlet von den beiden größeren Turboladern, einer geänderten Auspuffanlage und dem geänderten Motormanagement.

Diese Kost wandelt er in gewaltige 462 PS um. Das Leistungsplus gegenüber dem Turbo macht den GT2 rebellischer und puristischer. In 4,1 Sekunden prescht der Heißblüter von null auf 100, nach 12,9 Sekunden passiert die Tachonadel schon die 200. Die Höchstgeschwindigkeit liegt jenseits von gut und böse: 315 km/h. Optische Unterschiede zum 911 Turbo: Bugschürze mit größeren Lufteinlässen, 20 Millimeter Tieferlegung und markanter Heckflügel.

Renault Clio Sport V6: dicke Backen

Der Renault Clio mit V6-Mittelmotor ist ein Spielzeug für Fahr-Enthusiasten. Wurde der Vorgänger noch in England bei Tom Walkinshaw gefertigt, so besann man sich bei den Franzosen jetzt auf die Tradition. Den Nachfolger baut das Alpine-Werk in der Bretagne. Das quer vor der Hinterachse eingebaute 3,0-Liter-V6-Aggregat leistet jetzt 255 PS (Clio V6 I: 226 PS). Es entwickelt ein Drehmoment von 300 Newtonmeter. Damit bringt der Sportler überzeugende Fahrleistungen zu Tage: Weniger als sechs Sekunden benötigt er für den Spurt von null auf hundert.

Das Sechsganggetriebe ist eng abgestuft, die Schaltwege sind kurz und knackig. Neu und noch sportlicher: das Fahrwerk. Für geringere Seitenneigung wurden dickere Querstabilisatoren montiert und die Spur verbreitert. Der Clio V6 steht auf mächtigen 18-Zoll-Leichtmetallrädern. Im Innenraum herrscht sportliches Ambiente mit Leder, Alcantara und Aluminium.

Saab 9-3 Aero: mit Aero-Dynamik

Wenn es um das Thema Fahrdynamik und damit verbundene "Freude am Fahren" geht, nehmen sich die meisten Hersteller die Marke BMW als Vorbild. So verwundert es auch nicht, dass die Schweden bei der Entwicklung des neuen 9-3 Aero stark in Richtung Bayern schielten. Optisch zum Glück nicht, denn formal ist das neue Modell auf den ersten Blick als Saab zu identifizieren. Doch unter dem Blech wirkt der 9-3 wie ausgewechselt. Er fährt sich direkt, handlich und steht einer beherzten Gangart recht aufgeschlossen gegenüber.

Was insbesondere für das Topmodell Aero gilt. Ein 2,0-Liter-Turbomotor mit 210 PS gibt ihm die Sporen, sodass nach 7,5 Sekunden Tempo 100 erreicht wird. Ist der Ladedruck einmal aufgebaut, beißt sich der frontgetriebene Aero in den Asphalt und rennt munter in Richtung Höchstgeschwindigkeit. Diese liegt bei 235 km/h, wenn man das knackige Sechsganggetriebe ordert, mit Automatik bei 230 km/h.

Saab 9-5 Aero: feiner Sportler

Eines garantiert das Fahren des Saab 9-5 Aero auf jeden Fall: Exklusivität. Der große Schwede hebt sich angenehm vom automobilen Einerlei ab. Die energischen Scheinwerfer stecken hinter Klarglas. Und umrahmen den feinen Grill mit eleganter Chromeinfassung. Wuchtig dagegen der Stoßfänger. Das Interieur ist behaglich. Gut geformte Sitze sorgen für entspannten Reisekomfort. Mit reichlich Platz, sowohl für Passagiere als auch Gepäck.

Der Aero verfügt über den stärksten Motor, der je in einem Serien-Saab zur Anwendung kam. Das 2,3-Liter-Turboaggregat leistet 250 PS. Jeden beherzten Gasstoß verwandeln Limousine und SportKombi sofort in eindrucksvollen Vorwärtsdrang. Nur 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 245 km/h Höchstgeschwindigkeit sprechen klare Worte. An der Fünfgang-Automatik ist auch nichts zu mäkeln. Ruckfrei überträgt sie bis zu 370 Newtonmeter Drehmoment an die Vorderachse.

Saab 9-3 Aero Cabrio: die Rente naht

Lange ist das 9-3-Cabrio in dieser Form nicht mehr zu haben. Denn im Spätsommer 2003 wird der Nachfolger angeboten. Das jetzige Modell basiert noch auf dem Vorgänger des aktuellen 9-3, gehört aber weder optisch noch technisch zum alten Eisen. In der bügelfreien, eleganten Karosserie finden vier Personen ausreichende Platzverhältnisse vor, die Verarbeitung ist routiniert und die Ausstattung gediegen.

Als Topmodell fungiert wie bei den Schwestermodellen auch die Aero-Version. 205 Turbo-PS sorgen für überraschend gute Beschleunigung (0–100 in 7,4 Sekunden) und beeindruckende Elastizität. Zwischen 2200 und 4600 Umdrehungen steht das gesamte Drehmoment von 280 Newtonmeter bereit, sodass ein stets vorhandener Turboschub anliegt. Beim vollen Tritt aufs Gas werden aber auch schnell die Grenzen des Frontantriebs deutlich. Dann zerren die Antriebskräfte deutlich vernehmbar in der Lenkung.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.