Sechs Porsche im Tracktest

Porsche Boxster GTS Porsche Cayman GTS

Porsche: Sechs Modelle im Tracktest

— 01.10.2015

Welcher ist der beste Pisten-Porsche?

Boxster GTS, Cayman GTS, Cayman GT4, 911 GTS, 911 GT3 RS oder 911 Turbo: Welcher ist der beste Porsche? Wir haben die Sportler auf die Strecke geschickt.

Wenn einer Begehrlichkeiten zu wecken weiß, dann ist es Sportwagenbauer Porsche. Vom Boxster gibt es fünf Versionen, vom Cayman vier und vom Elfer sogar 25! Besonders scharf sind die Modelle GTS, GT und Turbo. Doch welches Fahrzeug ist das schärfste? Die Frage kann man nur auf einer Rennstrecke beantworten. Praktisch, dass Porsche ein neues Driving Experience Center an der legendären Rennstrecke in Le Mans gebaut hat. Dort konnten wir einen Tag lang die verschiedenen Typen fahren, fahren, fahren, fahren.
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Boxster GTS

3,4 Liter, 330 PS, 5,0 Sekunden, 281 km/h, 1345 kg, 71.258 Euro

Porsche Boxster GTS. Die Abkürzung GTS bedeutet für Porsche "Gran Turismo Sport". 

Die Abkürzung GTS bedeutet für Porsche "Gran Turismo Sport". Heißt übersetzt: Auf langen Touren schnell und sportlich fahren können, ohne gleich einen Bandscheibenvorfall kassieren zu müssen. Der Boxster GTS leistet 330 PS statt 315 PS in der S-Variante. Das Fahrwerk federt straffer, mutiert im Sport-Plus-Modus zum Brett, die Karosserie liegt einen Zentimeter tiefer als in der S-Version. Aus dem Roadster wird ein offener Racer. Gierig schnüffelt der GTS am Asphalt, frisst eine Kurve nach der anderen. Der Aufpreis von knapp 10.000 Euro zum S-Modell tut allerdings weh: Für 15 Mehr-PS und 25 Kilogramm weniger Gewicht ein stolzer Preis.

Cayman GTS

3,4 Liter, 340 PS, 4,9 Sekunden, 285 km/h, 1345 kg, ab 73.757 Euro

Porsche Cayman. Die geschlossene Version des Boxster GTS heißt, na klar, Cayman GTS.

Die geschlossene Version des Boxster GTS heißt, na klar, Cayman GTS. Die technischen Details entsprechen der offenen Version: weniger Gewicht, strafferes Fahrwerk und ein höherer Aufpreis. Doch der Cayman GTS kommt auf satte 340 PS, beschleunigt damit in unter fünf Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und rennt dem Roadster davon. Außerdem liegt er trotz des gleichen Leergewichts gefühlt satter auf der Straße, fährt sich aktiver und schneller als der Roadster. Die Gänge flutschen schnell durch die Gassen, das Heck wedelt beim Anbremsen kurz an, schiebt dann den Porsche beim Gasgeben pfeilschnell durch die Kurve. Der Cayman GTS ist ein Auto für Fahrer, die sich aus der Cayman-Masse leistungsmäßig abheben wollen, denen ein GT4 aber zu extrem erscheint. 

Cayman GT4

3,8 Liter, 385 PS, 4,4 Sekunden, 295 km/h, 1340 kg, 85.776 Euro

Porsche besinnt sich beim Cayman GT4 auf seinen Firmen-Ursprung: klein, leicht, wendig. 

Porsche besinnt sich bei dem Cayman GT4 auf seinen Firmen-Ursprung: klein, leicht, wendig. Der GT4 leiht sich Motor und Fahrwerk von seinem großen Bruder 911 Carrera S. Der will nicht spielen, der will kämpfen. Am besten auf der Rennstrecke oder einer einsamen Landstraße. Der GT4 wiegt zwar nur fünf Kilogramm weniger als der Cayman GTS, besitzt dafür 0,4 Liter mehr Hubraum und 45 PS mehr Leistung. Damit hetzt der Super-Cayman von der Boxengasse grollend auf die Rennstrecke, brüllt seinen Leistungssong aus dem Doppelauspuff. Ungefähr bei 7000 Touren wird der Sound zum infernalischen Schreien. Der breite Heckflügel presst den Zweisitzer in die Kurve, das manuelle Getriebe arbeitet ultrapräzise. Der GT4 ist der fahraktivste Porsche derzeit – ein wahrer Racer. Und im Alltag permanent unterfordert. 

911 GTS

3,8 Liter, 430 PS, 4,4 Sekunden, 306 km/h, 1425 kg, 117.549 Euro

Der 911 GTS mit 430 PS soll die Lücke zwischen Carrera S (400 PS) und GT3 (475 PS) schließen.

Der 911 GTS mit 430 PS soll die Lücke zwischen Carrera S (400 PS) und GT3 (475 PS) schließen. Er ist schärfer und sportlicher als der Carrera S, lässt sich aber im Alltag normal bewegen, ganz ohne Käfig, Verrenkungen und anschließendem Rückenleiden. Damit ist dieses Modell ein guter Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit. Im GTS darf der Pilot noch mit der Hand schalten – und gehört damit zu einer aussterbenden Rasse. Wie der saugenden Boxermotor mit 3,8 Liter Hubraum. Mit 306 km/h Spitze ist der Handschalter der Schnellste unter den GTS-Modellen. Dazu kommt ein satter Klang: Die Sportauspuffanlage wurde für mehr Power und Sound optimiert. Auf der Rennstrecke klebt der GTS auf dem Asphalt wie ein Gecko an der Decke und lässt sich präziser als ein Basis-Carrera durch Kurvenkombinationen scheuchen. Nach ein paar Runden steigt man noch entspannt aus dem Elfer aus – oder fährt gleich weiter zum nächsten Geschäftstermin. 

911 GT3 RS 

4,0 Liter, 500 PS, 3,3 Sekunden, 310 km/h, 1420 Kg, 181.690 Euro

Der Porsche 911 GT3 RS mag keinen Stadtverkehr. Keinen Stau. Keine Verkehrsberuhigungen.

Dieser Porsche mag keinen Stadtverkehr. Keinen Stau. Keine Verkehrsberuhigungen. Das Rennwagen-Derivat GT3 gehört auf die Rennstrecke. Sonst nirgendwo hin. Nirgendwo. Schon der Einstieg fällt durch die hohen Sitzwangen nicht leicht, der Käfig versperrt die Sicht nach hinten. Doch die interessiert auf der Rennstrecke keinen. Wo der GT3 RS fährt, ist vorne. 500 PS und 460 Newtonmeter Drehmoment aus vier Litern Hubraum. Bei 310 km/h drückt der Wind mit 345 Kilogramm auf die leichte Karosserie. Der brutale Elfer schnüffelt gierig am Asphalt wie ein Hund an der Laterne, reagiert ab 4000 Touren auf jeden kurzen Gasbefehl mit einem Sprung nach vorn. Das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe reagiert blitzschnell, legt beim Runterschalten noch einen kurzen Zwischengasstoß ein. Das ist Porschefahren in seiner reinsten Form: ungefiltert und ehrlich. Mit mindestens 181.690 Euro aber nicht ganz günstig. 

911 Turbo

3,8 Liter, 520 PS, 3,4 Sekunden, 315 km/h, 1595 kg, 165.149 Euro
Porsche Turbo, das ist vor allem Rausch. Ein Rausch an Beschleunigung, an Power, an Topspeed. Dennoch: Kein Elfer entwickelt seine Leistung so entspannt und konstant wie der Turbo. Die 520 PS liegen ab 6000 Umdrehungen an, doch kein Heck wedelt. Als Turbo S kommt der Elfer sogar auf 560 PS, kostet dann allerdings auch 31.892 Euro Aufpreis. Dank Allrad fressen sich die Reifen in den Teer, verlieren auch bei sehr schneller Kurvenfahrt selten die Haftung. Schneller und relaxter fährt kein Elfer, der Allradantrieb zieht sich in die Kurven. Dazu kann der Turbo auch Alltag, ohne grölenden Motor, ohne stoßbereite Dämpfer, ohne Sport-Plus-Donner aus dem Auspuff. Nachteil: sein Preis. Dafür erhält man schon fast zwei Cayman GT4.
Autor:

Fabian Hoberg

Fazit

Den besten Porsche-Sportwagen auszuwählen, ist schwieriger als gedacht. Alle fahren sportlich und schnell. Für die Rennstrecke würde ich den leichten und wendigen Cayman GT4 nehmen, für den Alltag den komfortablen und schnellen 911 GTS. Wenn, ja wenn ich das Geld dafür hätte. Denn Porsche fahren bleibt für die meisten Autofahrer unerreichbar.

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