Porsche Panamera turbo

Porsche sucht Geldgeber

— 08.06.2009

Hilfe aus der Wüste?

Der Staat hält sich noch bedeckt mit einem KfW-Kredit für Porsche. Dafür scheint das Emirat Katar gewillt, dem Sportwagenbauer mit einer Milliardenspritze aus der Klemme zu helfen.

Porsche kann vorerst nicht auf schnelle Hilfe von der staatseigenen KfW-Bank hoffen. Der Lenkungsausschuss des Wirtschaftsfonds habe sich Am Montag (8. Juni) zwar mit der Bitte der Stuttgarter um einen Kredit in Höhe von 1,75 Milliarden Euro befasst, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba in Berlin. Die Staatssekretärsrunde könnte sich noch in dieser Woche erneut mit dem Thema befassen. Eine endgültige Entscheidung könnte sich dem Vernehmen nach aber noch länger hinziehen. Hintergrund sei eine "Machtprobe" zwischen Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) und seinem baden-württembergischen Amts- und Parteikollegen Günther Oettinger, hieß es. Wulff versuche "mit Brachialgewalt" zu verhindern, dass die KfW Porsche unter die Arme greife und torpediere den Kreditantrag. Oettinger hatte bereits am Freitag (5. Juni) eine "rein an der Sache orientierte" Prüfung des Kreditantrags gefordert. In Stuttgart hieß es in gut informierten Kreisen, die KfW würde das Geschäft machen. Erste Gespräche bei der Bank seien gut gelaufen. Die Position der KfW sei klar, der Rest sei Politik, hieß es.

Kreditzusage vom Emir von Katar

Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von VW verhoben und kämpft mit einem massiven Schuldenberg. Seit Monaten sucht Porsche nach neuen Geldgebern und verhandelt mit zahlreichen Banken über einen Kredit von insgesamt 12,5 Milliarden Euro. Nach Banken-Zusagen für insgesamt 10,75 Milliarden Euro hat Porsche nun die noch fehlenden 1,75 Milliarden Euro komplett bei der KfW beantragt. Geld in die Porsche-Kasse könnte ein Investor spülen. In gut informierten Kreisen in Stuttgart wurden Informationen des "Focus" bestätigt, wonach der Emir von Katar Porsche eine mündliche Hilfszusage gegeben hat. Das Unternehmen selbst wollte dies nicht kommentieren.

Porsche besitzt knapp 51 Prozent der Anteile an VW und hält mit Hilfe der Banken Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent. Diese Mitte Juni auslaufenden Optionen könnte das Emirat erwerben und damit neben dem Land Niedersachsen, das gut 20 Prozent an VW hält, ein weiterer Anteilseigner bei VW werden. Die Alternative wäre ein Einstieg Katars bei der Porsche-Holding, die das Sportwagengeschäft und die VW-Beteiligung kontrolliert. Dazu wäre eine Kapitalerhöhung notwendig.

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