Porsche, TVR, Wiesmann

Supersportwagen von A bis Z (Teil 6) Supersportwagen von A bis Z (Teil 6)

Porsche, TVR, Wiesmann

— 12.03.2003

Supersportwagen von A bis Z (Teil 6)

Diese Fahrzeuge bringen jeden Autofan zum Träumen. Exoten und Supersportwagen für den etwas größeren Geldbeutel.

Porsche 996 Turbo: Meisterlich in Form

Die Bezeichnung des leistungsstärksten Neunelfers der Generation 996 ist mittlerweile jedem geläufig. Ob Sonnenbräuner, Computerlaufwerk oder Diät-Programm: der Zusatz "Turbo" steht als Synonym für besonders ausgeprägte Leistungsfähigkeit. Die nunmehr dritte Turbo-Generation verlangt nicht mehr nach jenen furchtlosen Männern, die die einst garstige Heckschleuder schnell bewegen konnten.

Vielmehr ist der aktuelle Turbo zum souveränen Meister seiner Klasse gereift, frei von allen Starallüren. Der überragende Allradantrieb, die über jeden Zweifel erhabenen Bremsen und das sichere Fahrverhalten lassen die Ausfahrt der Gattin nicht zum Suizid-Versuch ausufern. Der Sechszylinder-Boxermotor mobilisiert 420 PS, die für 305 km/h Topspeed gut sind. Dabei überrascht der niedrige Verbrauch. Bei zurückhaltender Fahrweise genügen dem Turbo rund zehn Liter Super Plus auf hundert Kilometer.

Porsche 996 GT2: Fahrmaschine pur

Verzicht ist die erste Tugend, die der Porsche 911 GT2 seinem Fahrer abverlangt. In diesem Auto gibt es keinen Allradantrieb, kein ESP, keine Antriebsschlupfregelung und erst recht keine Rücksitzbank. Dort würde den Mitfahrern aufgrund der dramatischen Leistungsfähigkeit des Zuffenhauseners ohnehin nur sofort schlecht werden. Die 1400 Kilogramm Leergewicht werden – verglichen mit dem 996 Turbo – von größeren Turboladern und einer geänderten Auspuffanlage samt modifiziertem Motormanagement beschleunigt.

Am Ende stehen 462 PS der Haftungsfläche der jeweils 315 Millimeter breiten Hinterreifen gegenüber. Macht der Fahrer beim Kuppeln alles richtig, kann er sich und den Über-Elfer in nur 4,1 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit kann der GT2 im Vergleich zum Turbo nochmals übertreffen: 315 km/h. Es lebe die Leistungsgesellschaft.

Porsche Boxster S: Wahrer (Alltags-)Porsche

Echte Porsche-Enthusiasten werden es wohl nie einsehen, dass auch ein kleiner Zuffenhausener unterhalb der Ikone 911 ein richtiger Porsche sein kann. Der Boxster hat aber die besten Anlagen dazu. Fahrwerk und Lenkung sind an Präzision kaum zu übertreffen und setzen Maßstäbe in dieser Klasse. Nach seinem Facelift entwickelt der Sechszylinder-Boxermotor im S-Modell nun 260 statt 252 PS, wobei die Drehmoment-Optimierung im unteren Drehzahlbereich viel stärker ins Gewicht fällt.

Der Boxster verschmäht nun auch niedrige Touren nicht und verwöhnt mit guten Fahrleistungen und sattem Sound. Der ehemals nüchterne Staubsaugerklang ist einem satten Röhren gewichen. Serienmäßig wird die Kraft via Sechsganggetriebe übertragen, eine (fade) Tiptronic kostet extra. Ein wenig kleinlich wirkt die Porsche-Aufpreispolitik, bei der selbst für Klimaanlage, Radio oder Windschott zusätzlich kassiert wird.

Porsche 911 Carrera: Moderner Klassiker

Wenn vom deutschen Sportwagen schlechthin die Rede ist, dann meint man in der Regel den 911er von Porsche. Mittlerweile in sein sechstes Produktionsjahr geht das aktuelle Modell (996) des deutschen Automobilbauklassikers aus Schwaben. Mit der letzten Modellpflege von 2002 bekam der 911 eine neu gestaltete Frontpartie mit den Scheinwerfern des Turbo. Mit 320 PS aus 3,6 Liter Hubraum braucht sich der Elfer nicht zu verstecken.

Für Leistungshungrige, die rund 10.000 Euro übrig haben, gibt es im Zweifelsfall ein Werkstuning, das die Leistung des Zuffenhauseners auf 345 PS anhebt und die Höchstgeschwindigkeit um fünf auf 290 Kilometer pro Stunde erhöht. Für 5800 Euro Mehrpreis gibt es den Carrera 4, der mit Allradantrieb aufwartet. Serienmäßig verfügen die 911er über ein manuelles Sechsganggetriebe. Eine Fünfstufenautomatik mit Tiptronic- Schaltung via Lenkrad ist für 2871 Euro zu haben.

Porsche Carrera GT: Zehn aus Zuffenhausen

Nach dem geländegängigen Cayenne bringt Porsche im August sein neues Vorzeigestück für die Straße auf dem Markt. Carrera GT nennen die Entwickler aus Weissach ihren Pracht-Boliden. Technisch betritt Porsche damit Neuland. Denn unter dem elegant geschwungenen Blechkleid trägt die Flunder erstmals einen Saugmotor mit zehn Zylindern in V-Anordnung.

Die bisher verfügbaren Eckdaten lesen sich eindrucksvoll: Das Aggregat mit 5,5 Liter Hubraum entwickelt 558 PS und ein maximales Drehmoment von 600 Newtonmeter. Damit wird der Über-Porsche zum Lamborghini-Jäger Nummer eins. Die Fahrleistungen entsprechen denen des Murciélago. Den Sprint von null auf Tempo 100 erledigt der Carrera GT in weniger als vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt jenseits von 330 Stundenkilometer. Für adäquate Verzögerung sorgen riesige 15-Zoll- Bremsscheiben aus Keramik.

TVR Tamora: Nicht zart, aber sehr herzlich

Mit dem Tamora hat der britische Sportwagenhersteller TVR seine Modellpalette erweitert. Basierend auf dem "Speed Six", entstand dieser 350 PS starke Roadster, der TVR eine unerwartete Resonanz brachte. Diese ist so hoch, dass man sich entschloss, auf dieser Basis weitere Varianten folgen zu lassen. Die TVR-Modelle basieren auf einem torsionssteifen Stahlrahmen, der mit der hohen Leistung der in Eigenregie entwickelten Motoren spielend fertig wird.

Die Konkurrenzfähigkeit stellen die zahlreichen TVR-Fahrzeuge in unzähligen Clubsport- Veranstaltungen in England eindrucksvoll unter Beweis. Leider zählen diese Automobile in Deutschland zu den absoluten Exoten, obwohl sie es unter Berücksichtigung des Individualitätsfaktors – bei Sportwagen durchaus ein Kaufargument – besser verdient hätten. Sogar Korrosion ist ein Fremdwort, da alle TVR über eine Kunststoff-Karosserie verfügen.

TVR T350: Mein lieber Sportsfreund

Der T350 ist der neueste Wurf der in Blackpool beheimateten Sportwagen- Manufaktur. Erhältlich ist dieser in zwei Varianten. Zum einen der T350C, wobei das "C" für Coupé steht, zum anderen die pure T-Version. Deren Dach ist herausnehmbar und besteht aus zwei Teilen. Als Motorisierung dient der aus dem "Speed Six" bekannte Reihen-Sechszylinder mit 350 PS Leistung. Der T350 wurde konsequent auf das neue Reglement der GT-Serie in England ausgelegt, in der TVR seine Aktivitäten ausdehnen will.

Ein Bereich, in dem sich TVR nichts mehr zu beweisen hat, ist das mutige Styling der Fahrzeuge, die innen wie außen mit ihrer kompromisslosen Formensprache Zeichen setzen. Hier lässt sich ahnen, wie schön die Arbeit eines Designers sein kann, wenn er sich – losgelöst von den Fesseln eines Großserien-Herstellers – nach Herzenslust austoben kann. Die pure Augenweide.

Wiesmann GT Coupé: Ganz heißes Teil

Wow! Dieses heiße Eisen vom Kleinserienhersteller Wiesmann dürfte für verdrehte Köpfe auf der Straße sorgen. Was zum einen an der ausgeprägten Seltenheit liegt, mit der man ein solches Fahrzeug zu Gesicht bekommen dürfte, zum anderen natürlich an der aggressiv gestylten Optik. Batman hätte gewiss Freude daran! Heftig ist nicht nur der Auftritt, auch in Sachen Antrieb schwächelt das GT Coupé nicht gerade.

Mit dem 333 PS starken BMW-V8-Motor aus dem Siebener versehen, fährt der Zweisitzer 280 km/h schnell und beschleunigt in 4,6 Sekunden auf Tempo 100. Zur Wahl steht eine 6-Gang-Schaltversion und das aus dem M3 bekannte SMG-Getriebe. Nur schade, dass das GT Coupé erst im Herbst 2003 auf den Markt kommen wird. Bis dahin müssen sich Wiesmann-Fans mit dem bewährten Roadster "begnügen", der nach wie vor im Programm der findigen Tüftlerwerkstatt bleiben wird.

Zum Teil 1 geht es hier lang!

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