1,8-Milliarden-Euro-Klage gegen Piëch und Porsche

Porsche und Piëch: 1,8-Milliarden-Euro-Klage

— 03.02.2014

Anklage wegen Insiderwissen

Der Hedgefonds Elliott hat Wolfgang Porsche und Ferdinand Piëch angeklagt. Den Aufsichtsräten von VW und Porsche wird vorgeworfen, durch Nichtbekanntgabe von Insiderwissen vielen Spekulanten hohe Verluste eingebracht zu haben.

(reu/jb) In der Klagewelle gegen Porsche im Zusammenhang mit der Übernahmeschlacht um Volkswagen 2008 müssen sich jetzt auch die Aufsichtsratsmitglieder Wolfgang Porsche und Ferdinand Piëch persönlich verantworten. Eine Gruppe von Hedgefonds habe ihre Schadenersatzklage gegen die Holding des Sportwagenbauers Porsche SE von Anfang 2012 auf die beiden Personen ausgeweitet, bestätigte die Porsche SE jetzt einen Bericht des Magazins "Der Spiegel". Demnach reichte der Hedgefonds Elliott des US-Investors Paul E. Singer Klage beim Landgericht Frankfurt ein. Die Porsche SE erklärte die Klagen gegen Piëch und dessen Cousin Porsche für unbegründet.

Prozessbeginn in Stuttgart in einer Woche

Den Spitzenkontrolleuren wird vorgeworfen, die Übernahme von VW vor sechs Jahren heimlich vorbereitet, in der Öffentlichkeit dies aber bestritten zu haben. Viele Hedgefonds hatten auf fallende VW-Kurse gesetzt und verloren Geld, als der Kurs nach Bekanntgabe des Übernahmeplans im Oktober 2008 in die Höhe schnellte. Gegen die Porsche SE sind Klagen von mehr als zwei Dutzend Hedgefonds und einigen Privatpersonen bereits an den Landgerichten Hannover, Braunschweig und Stuttgart anhängig. Die eingeklagte Summe beläuft sich auf insgesamt 5,7 Milliarden Euro. Der erste Prozess dazu beginnt am 10. Februar 2014 in Stuttgart. Die 1,8 Milliarden Euro, die Elliott nun auch persönlich von Piëch und Porsche einklagt, sind darin enthalten.

Methoden "wie in der Organisierten Kriminalität"

In der Klage werfe der Hedgefonds den beiden vor, sie hätten mit Methoden gearbeitet, "wie man sie sonst nur aus dem Bereich der Geheimdienste und der Organisierten Kriminalität kennt", berichtete der Spiegel. So seien nicht registrierte Mobiltelefone und Verschlüsselungsmethoden eingesetzt worden, die nur Regierungen zugänglich seien. Die Porsche-Holding erklärte, die erweiterte Klage ziele nur darauf ab, Druck auszuüben. "Weder die betroffenen Aufsichtsratsmitglieder noch die Porsche SE lassen sich davon beeindrucken", hieß es dazu. Es gebe keine neuen inhaltlichen Aspekte. Das Landgericht Frankfurt und ein Anwalt des Hedgefonds waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Piëch und seine Sprecher waren ebenfalls bisher nicht zu einem Kommentar bereit.

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