Postbank präsentiert: Mein erster Traumwagen Teil 9

Postbank Serie: Mein erster Traumwagen

Um den bin ich immer rumgeschlichen

Als Kind war AUTO BILD-Leser Hannes Michel ganz vernarrt in die schlichte Schönheit des BMW-Coupés E9. Gekauft hat er sich nie einen – gute Exemplare waren ihm zu teuer geworden. Jetzt durfte Hannes ein Wochenende lang sein Traumauto in vollen Zügen genießen – und tat es auch!
Autoträume entstehen oft zufällig. Und danach ist manchmal nichts mehr wie früher. Bei Hannes Michel ist das so gewesen. Mitte der 80er-Jahre radelt der 13-Jährige durch seine Heimatstadt München. Verwun­dert stoppt der Junge sein Fahr­rad. "Neun oder zehn BMW E9 standen da nebeneinander auf dem Hof eines Händlers", sagt der heute 45-Jährige, "dieses Bild werde ich so schnell nicht vergessen." Auf Automessen schleicht er um sein Lieblings­auto herum, beäugt jedes Detail.

Der Funke ist übergsprungen

AUTO BILD-Leser Hannes Michel stolz in seinem Traumwagen: dem BMW-Coupé E9.

Fortan kennt der Junge oft nur noch ein Ziel für seine Rad­touren, auch wenn dieses kilo­meterweit weg am anderen Ende der Stadt liegt. Das Design des BMW-Coupés zieht Klein-Hannes fast magisch an. "Die Form hat einen un­glaublichen Reiz auf mich ausgeübt. Es war die Zeit, als die Autos ihren Chrom verloren, aber der E9 hatte noch reichlich davon", sagt er und schaut an diesem Som­mertag vermutlich mit dem glei­chen Blick wie damals auf den 200 PS starken 3.0 CSI von 1972, den BMW Classic ihm ein Wo­chenende lang zur Verfügung stellt.

Schlichte Schönheit und sachlich-nüchterne Zweckform

Werbung 1971: BMW-Coupés sollten bequemer als Sportwagen und sportlicher als Limousinen sein.

Es gibt das Modell zu der Zeit auch als 3.0 CS mit Vergasermotor (180 PS) und als sportlichen CSL (206 PS), der dank dünnerem Blech, Scheiben zum Teil aus Plexiglas und Alu­minium-Bauteilen rund 250 Kilo leichter ist. Alle drei Typen haben eines gemeinsam: die hinrei­ßend-schlichte Gestaltung! Der Hersteller beschreibt 1974 in sei­nem Prospekt entsprechend schnörkellos: "Das BMW Coupé beweist, daß die eigenständige Form des BMW Stylings nie Haute Couture ist, sondern im­mer sachlich-nüchterne Zweck­form." Chefdesigner Wilhelm Hofmeister hat schon die Vorgänger-Coupés der "Neuen Klasse" von BMW entworfen. Abgese­hen vom längeren Vorderwagen teilt der Nachfolger E9 mit ihnen die Ka­rosserieform. Die Front sieht dagegen völlig anders aus. Statt der unbeliebten "Schlitzaugen"-Scheinwerfer hat das zunächst 2800 CS genannte Coupé die modernen, später BMW-typischen Doppelscheinwerfer.

Träume sind zum jagen da!

Spaß auf Zeit: BMW Classic vermietet diesen sowie andere BMW-Young- und Oldtimer.

Erfüllt hat Hannes sich seinen gro­ßen Coupé-Traum nie. "Es gab auf dem Markt entweder nur schlecht er­haltene Grotten oder unbezahlbare Exemplare", sagt er. Seine Ersatzdrogen hießen daher unter anderem BMW 02 (1966–1977), BMW E21 (erster 3er), die Limousine BMW E3 (1968–1977) und der erste 5er (E12, 528i). Zurzeit besitzt er 13 Youngtimer diverser Marken, darunter ein Auto­bianchi A112, einen Citroën CX und einen 525e (E28), alle verteilt auf zwei angemietete Hallen. "Es sind etwas zu viele geworden“, sagt Michel selbst­kritisch, "die Zahl meiner Autos muss wieder einstellig werden." Den E9 mag er immer noch, aktuell träumt der Bayer aber von etwas ganz anderem: einer Mischung aus aktuellem 1er und dem Vorläufer des ersten 3er-BMW, dem 02. "Ich würde gerne die Technik des neuen in den alten BMW einbau­en", sagt er. Schrauben kann der gelernte Auto-Mechaniker – und das war schon vor der Lehre so.

Höher, schneller, weiter

Mit 16 kaufte sich Michel einen alten Käfer, machte ihn bis zum Führerschein fahrbereit. Doch schon nach einem halben Jahr reichten ihm 50 PS nicht mehr. "Zu langsam, ich habe schnell die Lust verloren." Ein Polo GT musste her. Und so ging es immer weiter. Auto verkaufen, neues kaufen, mit Glück ein paar Mark oder Euro daran verdienen. Um die 200 Fahrzeuge hatte er bisher – natürlich nacheinander. "Es kauft sich eben leichter ein als umgekehrt", sagt Michel, der heute in Augsburg lebt und als Alltags-Klassiker häufig seinen 525e fährt. Manchmal sogar mit Anhänger im Schlepptau. "Im Italien-Urlaub hat er meinen Wohnwagen über 2200 Kilometer brav über die Alpen bis nach Italien und zurück gezogen“, sagt er. Alte BMW können nicht nur schön sein. Sie sind auch verdammt zuverlässig.

Postbank präsentiert: Mein erster Traumwagen Teil 9

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