Präsentation Fiat Grande Punto

Präsentation Fiat Grande Punto Präsentation Fiat Grande Punto

Präsentation Fiat Grande Punto

— 07.09.2005

Schumis neues Patenkind

Italien steht Kopf, der neue Punto ist da. "Grande Punto" darf er sich nennen. Denn er ist gewachsen. Und soll Großes leisten: Fiat wieder zur Weltmarke machen. Mit sportlichem Beistand.

Großer Bahnhof für den Grande Punto

Er hat es nicht immer leicht dieser Tage, der Mischi, unser Schumi. Die italienische Presse hat Ferraris lahmendes Wunderkind auf dem Kieker. Was wird es ihm da gutgetan haben, von seinem Arbeitgeber zum Paten des neusten Babies ernannt zu werden. Und im Blitzlichtgewitter der Taufparty auch noch salbungsvoll von Lapo Elkann gehätschelt zu werden.

Lapo ist das neue Gesicht von Fiat. 27 Jahre alt, Enkel des verstorbenen Patriarchen Giovanni Agnelli, Chef der eigens für ihn gegründeten Fiat-Abteilung "Brand promotion" – und das erklärte Lieblingskind der italienischen High Society. Reich, Smart, von bestem Blute. Mit so einem kann man sich in Zeiten mangelnder Erfolge durchaus sehen lassen, mit seinem Bruder John nebenbei auch: Der kümmert sich als Vizepräsident um Fiats Finanzen, Seite an Seite mit dem Doppel-Chef Sergio Marchionne (Marke Fiat und Fiat-Konzern). Gemeinsam haben sie ein Ziel: Fiat wieder zur Weltmarke machen. Zum führenden Anbieter von kompakten Autos. Autos wie dem Punto, Verzeihung, dem Grande Punto.

Zusammen mit Lapo, Schumi, Rubens Barrichello und anderen Promis hatte der um 19 Zentimeter gewachsene Hoffnungsträger Montag Nacht in Turin seinen großen Auftritt. Fiat gab sich die Ehre, die Neuausgabe des Millionensellers der internationalen Presse und nationalen Grandezza zu präsentieren. Rund 1000 Gäste, großes Polizei-Aufgebot und noch größerer Bahnhof in der umfunktionierten Olympia-Eissporthalle Palavela. "In dieses Auto haben wir alles gesteckt, was in unseren Möglichkeiten steckt", lobpreiste Il Presidente Luca Cordero di Montezemolo auf der multimedialen Bühne. Gleich darauf gestand der Ferrari-Boss dem Barolo-schlürfendem Publikum: "Ich bin verliebt in dieses Auto. Es ist ein schönes Auto, ein italienisches Auto." Und ein sicheres: EuroNCAP hat dem kompaktem Italiener fünf Sterne verliehen. Damit hatte wohl nicht mal Fiat gerechnet.

Alle Diesel mit Partikelfilter

Ab Samstag, 10. September 2005, soll der Grande Punto die Herzen und Portemonnaies der Italiener erobern. Und muß es auch: 40 Prozent des Umsatzes macht die defizitäre Auto-Sparte mit dem Punto. 11.111 Euro beträgt der Einstandspreis in seinem Heimatland. In Deutschland liegt er sogar noch darunter: Im Oktober startet der Verkauf, los geht es bei 10.990 Euro. Dafür gibt es den dreitürigen 1.2 8V Grande Punto Active. Mit 65 PS, Fünfgang-Getriebe, ABS, Kopfairbags vorn und hinten, Servolenkung, E-Fenstern.

Die nächsthöhere Ausstattungslinie Dynamic bietet zusätzlich u.a. Seitenairbags vorn, manuelle Klimaanlage und asymmetrisch klappbare Rücksitzbank. Emotion legt u.a. Zwei-Zonen-Kimaautomatik, Leichtmetallräder (15 Zoll) und elektrische Lordosenstütze drauf, die Sport-Ausstattung ESP (mit ASR und Hill-Holder-Funktion; für Active nicht verfügbar, ansonsten 500 Euro Aufpreis), 17-Zöller und CD-/MP3-Radio.

"Fiat ist wieder zurück und will die Nummer eins weltweit in diesem Segment sein", verkündet Montezemolo. Also haben sich die Italiener einiges einfallen lassen, um im Segment zwischen VW Polo und VW Golf neue Akzente zu setzen: Das Armaturenbrett gibt es wahlweise in Wagenfarbe oder mit brokatartigem Überzug, die Rückbank in vier- oder fünfsitziger Ausführung, das Dach mit der von Lancia bekannten "Skydome"-Verglasung.

Sechs Euro-4-Motoren schickt Fiat von Beginn an ins Rennen. Der Fokus liegt klar auf den Multijet-Diesel-Aggregaten: zwei 1,3-Liter-16V-Versionen mit 75 (12.690 Euro) bzw. 90 PS sowie zwei 1,9-Liter-Achtventiler mit 120 und 130 PS (17.850 Euro) sind im Angebot, 2006 folgt das Topmodell mit 150-Diesel-PS. Allesamt kommen serienmäßig mit Partikelfilter. Auf Benzinerseite gibt es anfangs den 1.2 mit 65 PS und den 1.4 mit 77 PS. Stärkste Motorisierung hier wird ab Februar 2006 der 1.4 16V mit 95 PS.

Mini-Maserati mit WRC-Ambitionen

Bella. Solida. Brillante. Die italiensiche Botschaft ist unmißverständlich. "Für 11.000 Euro gibt es bei uns ein maßgeschneidertes Auto – sehr leicht (1015 bis 1220 Kilo), sehr wendig (10,1 Meter Wendekreis), sehr schnittig (der 1.9 läuft 200 km/h), sehr italienisch", sagt Montezemolo. Die Zielgruppe ist weit gefaßt: junge Erstkäufer, alte Punto-Fans, kleine Familien als Erst-, große Familien als Zweitwagen. Eine Million neue Kunden verspricht sich Luca de Meo, der Markenverantwortliche innerhalb der Fiat-Gruppe, vom Grande Punto: "Schön, solide und brillant soll er neue Tifosi werben."

Das kann gelingen: Der Grande Punto ist deutlich wertiger als der "klassische" Punto, den Fiat noch mindestens ein Jahr lang baut und verkauft, zum einen als Einsteiger für deutlich unter 10.000 Euro, zum anderen als Bi-Fuel-Alternative zum Multipla. Sein großer Bruder punktet mit erstaunlicher Ruhe im Innenraum, schönem Materialmix, straffen Sitzen und agilem Fahrwerk.

"Der sportliche Aspekt war uns sehr wichtig – und die Form", sagt Cristina Siletto. Die 40jährige leitet das Gesamtprojekt Grande Punto und ist überzeugt: "Das wichtigste Kaufargument in diesem Segment ist das Aussehen. Es muß Liebe auf den ersten Blick sein." Altmeister-Giugiaro verpaßte der Front des Grande den Look eines Mini-Maserati. Was wirklich in ihm steckt, soll der neue Punto auf den Rallyestrecken dieser Welt beweisen: Fiat will mit einer 280-PS-Version an der WRC teilnehmen. Schöne Perspektive für Schumi, nebenbei.

Autor: Ralf Bielefeldt

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