Preisagenturen im Vergleich

Preisagenturen im Vergleich

— 23.04.2003

Was können die Preisdrücker?

Preisagenturen verstehen sich als Partner aller Geizkragen. Sie garantieren den besten Kurs für jede Ware. Für uns suchten sie nach einem VW Touran.

Fünf Preisdrücker am Start

Weg mit dem Alten, ein Neuwagen muss ins Haus. Und zwar ein VW Touran FSI 1.6, Basismodell, mit hellgrauem Innenraum, den Lack in Indienblau gehalten. Listenpreis: 21.100 Euro. So unsere Vorgabe an fünf Preisagenturen, die für uns den billigsten Touran in ganz Deutschland finden sollen.

Vorab ein Telefon-Check beim nächsten VW-Partner: 20.000 Euro, gut sechs Prozent Nachlass. Inklusive Zulassung und Abholung in Wolfsburg, ohne viel Feilschen. Nicht schlecht für ein neues Modell – und die unterbietbare Preisvorgabe für unsere Test-Agenturen.

Im Internet sind sie mit jeder Suchmaschine leicht zu finden. Wir beauftragen fünf von ihnen. Ihre Internet-Namen: allPreis.de, MoneyTuning.de, preisagentur.com, Preisagentur-Pfennigfuchser.de sowie preis-ass.de. Alle sollen für uns wie Teppichhändler feilschen. Der billigste Anbieter erhält den Zuschlag, die anderen gehen leer aus und sehen keinen Pfennig – ein harter Wettbewerb.

Vorsicht, Strafgebühr bei Nichtabnahme

Klappt das nicht, wird es teuer: MoneyTuning.de, Pfennigfuchser. de und Preisagentur. com kassieren bei einem Rücktritt die vereinbarte Provision (25 bis 33,33 Prozent). Bei 1000 Euro Preisvorteil sind das schon bis zu 333 Euro. Sind wie in unserem Fall mehrere Preisdrücker am Werk, ist die Ersparnis durch solche Strafgebühren schnell aufgezehrt. Kundenfreundlich klingt es bei preis-ass.de. Die Agentur hilft Neukunden gratis. Der Rücktritt vom Auftrag kostet bis zu 2,5 Prozent vom Neupreis.

Kostenlos sind Recherche und Preisangabe bei allPreis.de. Erst wer die Händleradresse verlangt, bezahlt 30 Prozent der Ersparnis. Wer das Angebot dann nicht nutzt, zahlt Schadenersatz: 1,5 Prozent vom Kaufpreis, mindestens jedoch 50 Euro. Trotz recht guter Konditionen ist allPreis.de das Schlusslicht.

Bis auf eine Eingangsbestätigung kam keine Rückmeldung. Auch Anrufe liefen ins Leere – Kundenservice sieht anders aus. Sieger ist preis-ass.de mit 1300 Euro Nachlass (6,5 Prozent), die wir als Erstkunde zudem kostenlos bekamen. Der Touran kostet also nur noch 18.700 Euro, also satte 2300 Euro unter Listenpreis. Fazit: Knapp 12,5 Prozent gespart, ohne sich selbst eine Menge Arbeit aufzuhalsen und selber zu feilschen.

Feilschen – so geht es kinderleicht

Wahre Sparer geizen selbst bei der Preisagentur-Provision und handeln persönlich im Autohaus den günstigsten Preis für ihr Auto aus. AUTO BILD gibt Tipps und zeigt Tricks für eine erfolgreiche Preisverhandlung auf dem Weg zum Neuwagen:

• Besser nicht das Autohaus zu den Haupteinkaufszeiten oder kurz vor Geschäftsschluss besuchen. Verkäufer machen lieber pünktlich Feierabend als gute Preise, kommen Sie besser am Vormittag. • Das Autohaus nicht in der ältesten Jeans betreten. • Selbstbewusst, aber freundlich auftreten. Geben Sie dem Verkäufer das Gefühl, Herr der Lage zu sein. Viele Fragen stellen. So kann der Verkäufer seine Kompetenz zeigen. • Loben Sie das Auto und nennen Sie persönliche Gründe (Familie etc.) für den Kauf. Das schafft Vertrauen. • Sagen Sie, dass Sie im selben Geschäft noch weitere Fahrzeuge kaufen und sie dort auch warten lassen wollen. • Vorstellungen klar zeigen, aber den Wunschpreis zunächst immer für sich behalten. • Bei den Rabatt-Vorstellungen realistisch bleiben. 25 Prozent Nachlass sind sehr viel. Üblich sind eher zehn bis zwölf Prozent. • Während des Verkaufsgesprächs Barzahlung anbieten. Das erhöht die Chancen auf einen Preisnachlass. • Nicht nur um den Preis feilschen. Übernahme der Überführungs- oder Zulassungskosten durch den Händler bringen auch finanzielle Vorteile.

Der Auftrag und die Rechtsgrundlage

Auftrag Die fünf von uns ausgewählten Preisagenturen sollten einen neuen VW Touran FSI 1.6 in der Basisversion (ohne Extras, in Indienblau mit hellgrauer Innenausstattung, Listenpreis 21.100 Euro) zum günstigsten Preis besorgen. Dabei waren 20.000 Euro (Stand 4. April 2003, 12 Uhr) zu unterbieten, den AUTO BILD bei einer verdeckten Telefonanfrage bei einem VW-Vertragshändler (Name der Redaktion bekannt) ausgehandelt hat.

Weitere Bedingung für die Agenturen: Der Neuwagen darf kein Grau- oder Reimport sein und muss über einen VW-Vertragshändler in Deutschland bestellt werden. Vereinbart wurden Barzahlung und Abholung im VW-Werk. Zudem sollte im Preis die Zulassung enthalten sein. Drei bis fünf Tage nach Eingang des Autrags in der Preisagentur sollte der Kunde das Angebot in den Händen halten.

Rechtsgrundlage Dass Preisagenturen Geld für ihre Dienstleistung nehmen, ist zulässig (§ 675 BGB). Der Vertrag wird geschlossen, wenn der Kunde die Mail oder das Fax mit dem Auftrag absendet. Das Erfolgshonorar wird gemäß den Geschäftsbedingungen (AGB) fällig, auch wenn der Kunde diese nicht gelesen hat. Vertragsstrafen in Höhe der Provision oder Bearbeitungsgebühren sind nicht sittenwidrig, wenn diese in den AGB stehen und ein im Geschäftsverkehr übliches Maß nicht überschreiten.

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